Hanna Caspian: Gut Greifenau – Goldsturm

Deutschland 1919. Auf Gut Greifenau kämpfen Konstantin und Rebekka mit den Folgen des ersten Weltkriegs. Zur gleichen Zeit in Berlin. Katharina, Konstantins Schwester und ihr Mann, der Industriellensohn Julius, können sich alles leisten. Die Spannungen nehmen zu.

Der Krieg ist endlich vorbei. Doch auf Gut Greifenau zeigt sich kein Silberstreif am Horizont ab. Durch die Aufhebung des Adelsstandes spitzt sich der Streit in der Familie derer von Auwitz-Aarhayn zu. Nikolaus, der Zweitgeborene und seine Mutter Feodora wollen die gesellschaftlichen Veränderungen nicht akzeptieren. Konstantin soll sie unterstützen. Schließlich hat er als Erstgeborener das Gut geerbt. Doch so gern er das möchte, es ist nicht möglich. Das Gut ist durch die Misswirtschaft seines Vaters mit hohen Schulden belastet, die Ernte war schlecht und die Siegermächte bestimmen die Preise. Dazu kommen noch die Reparationsleistungen, die den Menschen in Form von Steuern das letzte bisschen Geld abpressen.

Aber es gibt auch die andere Seite der Medaille, die Kriegsgewinnler. Zu ihnen gehört auch Katharinas Schwiegervater Cornelius Urban, was der jungen Komtess von Auwitz-Aarhayn ein luxuriöses Leben an der Seite ihres Mannes beschert. Doch das bequeme Leben täuscht sie nicht darüber hinweg, dass ihr großer Traum vom Medizinstudium noch immer unerfüllt ist. Katharina will Kinderärztin werden und eckt damit in der Familie ihres Mannes ziemlich an.

Als die Inflation das Geld immer schneller wertlos werden lässt und den Menschen, besonders in den Städten, jegliche Existenzgrundlage raubt, spitzt sich auch die innerfamiliäre Situation von Konstantin und seiner Schwester Katharina zu. Wird Konstantin Greifenau halten können? Und wird Katharina ihren Studienwunsch und ihre Liebe zu Julius und ihren Kindern unter einen Hut bringen können.

Mein Wunsch wurde erhört

Die Geschichte der Menschen auf Gut Greifenau hat mich von Anfang an begeistert. Eine Trilogie sollte es werden. Abendglanz, Nachtfeuer, Morgenröte, ich habe alle drei gelesen und mir so sehr eine Fortsetzung gewünscht. Mir gefällt einfach der tolle Schreibstil und die spannende Geschichte um starke Frauen, die ihrer Zeit voraus waren. Und siehe da, Hanna Caspian hat meinen Wunsch erfüllt.

Mit Goldsturm wurde aus der Trilogie eine – wie ich vermute – nach oben offene Reihe. Denn auch am Ende dieses Bandes ist das Schicksal von Greifenau offen, Katharina hat sich ihren Studientraum noch nicht erfüllt und Eugen ist auf dem Weg nach Amerika. Es MUSS also weitergehen. Gell, Frau Caspian?!

Dass ich auch diesen Band wieder fast in einem Zug verschlungen haben, ist euch vermutlich jetzt schon klar. Nicht nur, weil die Charaktere so spannend sind. Nein, auch weil Hanna Caspian so lebendig schreibt, dass man das Leid und die Verzweiflung aber auch die Liebe und Leidenschaft der Menschen mitfühlen kann. Ich bin froh, dass ich eine solche Zeit noch nicht erleben musste. Und ich hoffe, ich werde sie nie erleben. Dafür hoffe ich umso mehr, dass Band fünf schon in der Mache ist.

Ich lege euch Goldsturm von Hanna Caspian als Leseempfehlung ans Herz. Wobei, nein, eigentlich lege ich euch die ganze Reihe ans Herz. Dann ist auch sicher, dass ihr euch gut in die Geschichte einfindet. Es wird nämlich nur wenig rekapituliert, was die Story so flott macht.

|| Ihr wollt das Buch haben? Dann frage mal in eurer Buchhandlung vor Ort nach. Viele bestellen und liefern ja aktuell weiter, auch wenn der Laden geschlossen bleiben muss. ||

Hanna Caspian

Hanna Caspian studierte Literaturwissenschaften, Politikwissenschaft und Sprachen in Aachen und arbeitete danach lange Jahre im PR- und Marketingbereich. Mit ihrem Mann lebt sie heute als freie Autorin in Köln, wenn sie nicht gerade durch die Weltgeschichte reist.

Sie beleuchtet mit ihren gefühlvollen und spannungsgeladenen Familiensagas bevorzugt fast vergessene Themen deutscher Geschichte.

Buchinfo: Gut Greifenau – Goldsturm von Hanna Caspian, erschienen bei Knaur, 1. April 2020, 576 Seiten, € 9,99, ISBN: 978-3-426-52544-9. Danke für das Leseexemplar.

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