Die Knopfmacherin: Ein historisches Familiendrama

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Die Bundschuhbewegung versetzt den Südwesten in Angst und Schrecken. Bauern rebellieren gegen eine Politik, die ihnen trotz harter Arbeit nicht genug zum Leben lässt. Der Aufstand wird brutal niedergeschlagen. Seine Anführer retten sich in letzter Minute unerkannt in das Haus eines angesehenen Handwerkers. Ein grausames Familiendrama nimmt seinen Anfang.

Melisande ist die älteste Tochter des Knopfmachers Bruckner aus Udenheim. Schon als Kind war die Werkstadt ihres Vaters ihr liebster Ort. Sie schaute ihm über die Schulter, führte einfache Aufgaben aus und überzeugte den erfahrenen Handwerker schon früh von ihrem Talent. Da Bruckner der Sohn verwehrt blieb, sollte Melisande, die Werkstatt übernehmen. Alles schien perfekt.

Die Eltern tot, die Schwester verschleppt

Knopfmacher Bruckner hat allen Grund zu feiern. Endlich erlaubt ihm die Innung, auch Knöpfe aus edlen Metallen zu fertigen und damit seiner Familie zu Wohlstand zu verhelfen. Mitten in die Feier platzen zwei Unbekannte, einer davon schwer verletzt. Die Nächstenliebe gebietet es, den vermeintlichen Handwerksburschen zu helfen. Eine Hilfe, die sie teuer bezahlen müssen. Denn kurze Zeit später stürmen die Schergen des Bischofs von Speyer auf der Jagd nach den Rebellen ihr Haus. Sie töten Melisandes Eltern und einen der ungebetenen Gäste und verschleppen ihre jüngere Schwester Alina. Nur durch einen Zufall bleibt Melisande verschont. Fortan setzt sie alles daran, ihre Schwester und damit das einzige, was von ihrer Familie geblieben ist, wiederzufinden.

Die Knopfmacherin folgt dem gewohnten Motto historischer Romane, bei denen Frauen die Hauptfiguren sind. Entgegen der Geflogenheiten ihrer Zeit erlernt ein begabtes Mädchen einen Beruf und hofft auf ein selbstbestimmtes Leben. Als seine Gönner plötzlich nicht mehr da sind, muss es lernen, auf eigenen Füßen zu stehen. Für Melisande bedeutet dies, ihre Heimat zu verlassen und sich auf die Suche nach ihrer Schwester zu machen. Sie findet sie schließlich in einem Bordell.

Historienunterhaltung für stürmische Herbsttage

Melisandes Geschichte ist solide Historienunterhaltung. Bestens geeignet für einen regnerischen Herbsttag, den man unter einer warmen Decke auf der Couch verbringen möchte. Nicht spektakulär aber wirklich unterhaltsam und stellenweise temporeich.

Corinna Neuendorf
ist das Pseudonym einer Autorin, die bereits zahlreiche historische Romane veröffentlicht hat. Sie lebt mit ihrer Familie in Mecklenburg-Vorpommern.
Buchinformationen
Die Knopfmacherin von Corinna Neuendorf, erschienen bei Ullstein, August 2011, 448 Seiten, € 8,99, ISBN  978-3-548-28172-8

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Sozialsatire: Der Zwerg reinigt den Kittel

“Frau mit Rentenschock und echten Zähnen sucht Gleichgesinnte(n). Bin Kettenraucherin und depressiv. Leide seit vierzig Jahren unter einer schweren Schlafstörung. Hobby: Gewaltphantasien. Zuschriften unter…” So könnte sie aussehen, die Anzeige, die Almut Block nach ihrer Pensionierung aufgeben würde. Doch dazu kommt es nicht. Der überraschende Anruf einer alten Freundin verspricht Spiel, Spaß und Spannung pur – zumindest auf den ersten Blick.

Sitzen vier Omas im Knast. Ok, klingt irgendwie komisch, ist es aber nicht. Zumindest nicht für Almut Block. Nach Jahrzehnten täglicher Maloche sorgt der Ruhestand bei ihr erst einmal für eine ausgewachsene Depression. Da helfen auch die Broschüren der Bundesfamilienministerin wenig, die nicht müde wird, zu betonen, welchen Stellenwert Ruheständler in der Gesellschaft haben und – dank Alterspyramide – künftig noch haben werden. Und wie wichtig es sei, sich als Best Ager weiterhin für die Gesellschaft einzubringen.

Auf zum “Happy Aging”

Doch zum Glück gibt es wirklich gute Freundinnen, die auch nach jahrelanger Funkstille genau dann für einen da sind, wenn man sie am nötigsten braucht. Gemeinsam starten sie das Projekt “Happy Aging”: Vier rüstigen Rentnerinnen beschließen, sich von ihren Krankenkassen Dauerurlaub all inklusive im Seniorenwohnheim spendieren zu lassen. Klar, ganz einfach wird das nicht werden, aber ein ausgekügelter Plan mit intensiver Einarbeitung in die Krankheitsbilder der Pflegestufe II sollte es schon richten.

So gut die Idee auch war, die Wirklichkeit ist es leider nicht. Zwar hatte niemand Ballermann Partys und Sangria aus Eimern erwartet, eine Endlagerstätte für senile Altlasten aber auch nicht. Und dann kommt diese Familienministerin noch mit ihrem dämlichen Pilotprojekt “Leuchtturm” daher. Das darf doch alles nicht wahr sein!

Doch was ist überhaupt Wirklichkeit im Leben von Almut Block? Die Freundinnen? Die Schlaflosigkeit? Oder das menschliche Versuchslabor, in dem sie gelandet ist?

Generation Altersheim: Versuchskaninchen wider Willen?

“Der Zwerg reinigt den Kittel” ist Sozialsatire der bösesten Art. Was als witzig-skurriles Seniorenstück beginnt, endet in einer durchaus vorstellbaren Lösung für den demographischen Wandel in unserer Gesellschaft. Warum sollen die ausgemusterten Senioren nicht als Versuchskaninchen ihren Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung leisten? Schließlich steigt die Zahl der Alten kontinuierlich und die möchten gerne gesund und munter ihren Lebensabend genießen. Da könnte die heutige Generation Altersheim doch ruhig ihr Scherflein dazu beitragen. Aber vielleicht tut sie das ja längst. Vielleicht sind Personalknappheit und mangelnde Zuwendung ja Mittel zum Zweck? Wer von uns weiß schon so genau, was sich hinter so mancher Heimmauer abspielt? Dass die Wissenschaft hingegen bereit ist, auch große Opfer für ihre Erfolge in Kauf zu nehmen, das wissen wir.

Anita Augustins Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht. Vielleicht deshalb, weil ich mich kurz (aber nur ganz kurz) dabei ertappt habe, ein “Leuchtturmprojekt” als etwas andere Lösung für den demographischen Wandel unserer Gesellschaft gar nicht so doof zu finden. Schließlich wäre es sehr beruhigend, wenn man ohne die heute bekannten Zipperlein und ernsten Erkrankungen altern könnte. Und Tierversuche dafür wären dann auch überflüssig…

Anita Augustin
Geboren 1970 in Klagenfurt, hat in Wien Philosophie und Theaterwissenschaft studiert und an der Ersten Österreichischen Barkeeperschule ihr Diplom gemacht. Nach Stationen in New York und London lebt sie heute als freie Dramaturgin in Berlin.

Buchinfo: Der Zwerg reinigt den Kittel von Anita Augustin, erschienen bei Ullstein, August 2012, 336 Seiten, € 14,99, ISBN-13: 9783550080050

Stirb: Er findet Dich immer, wohin Du auch gehst

Gerade hat sich Lara Simons ihren großen Traum vom eigenen Café erfüllt, da wird sie in einer dunklen Nacht brutal überfallen. In letzter Sekunde kann sie entkommen. Was Lara nicht weiß: Der Täter kennt sie. Von früher. Und er kannte ihre Mutter. Lara flüchtet mit ihrer kleinen Tochter von Berlin auf die Insel Rügen. Aber der Killer holt sie ein.

Alles scheint perfekt. Lara Simons hat endlich in Berlin ihr lange erträumtes Café eröffnet. Es soll der Schritt in ein neues Leben werden. Und das wird es auch. Allerdings auf ganz andere Art, als Lara es sich erhofft hat. Denn noch in der Eröffnungsnacht wir sie von einem Fremden  überfallen und mit einem Messer verletzt. Mit viel Glück kann sie ihm entkommen.

Ich kriege dich, Nutte!

Doch damit nicht genug. Am darauffolgenden Morgen steht die Polizei mit einer weiteren Hiobsbotschaft vor ihrer Tür. Der Täter hat aus Frust, dass sie ihm entkommen ist, ihr Café komplett verwüstet. An einer Wand hat er ihr eine klare Drohung hinterlassen: “Ich krieg dich, Nutte!” Lara beschließt, die Warnung ernst zu nehmen.
Sechs Jahre später. Lara hat den Rat der Polizei angenommen und sich auf Rügen eine neue Existenz aufgebaut. Weit weg von Berlin. Weit weg von ihren alten Freunden. Und weit weg von ihrem Verfolger. Oder etwa doch nicht?

“Stirb” ist ein sehr eindringlicher Thriller. Als Leser kann man nachfühlen, wie schwierig es ist, seine Pläne aufzugeben, um sich selbst und sein Kind in Sicherheit zu bringen. Und wie unfassbar hart es ist, festzustellen, dass all das nichts gebracht hat. Bis zum Ende bleibt unklar, auf wen sich Lara verlassen kann und wer ihr zur Gefahr wird.

Gute deutsche Thrillerkost.

Autorenporträt
Hanna Winter arbeitete nach dem Studium der Journalistik als Redakteurin. Heute lebt sie als freie Journalistin und Autorin in Berlin. Mit ihrem ersten Thriller, Die Spur der Kinder, ist ihr auf Anhieb ein Beststeller gelungen.

Buchinfo
“Stirb” von Hanna Winter, erschienen bei Ullstein, August 2011, 352 Seiten, € 8,99, ISBN 978-3-548-28344-9

Sie haben sich aber gut gehalten!

Die Scheidung ist durch. Die Kinder sind aus dem Haus. Der Wellnessurlaub mit der besten Freundin ist geplant. Nie hat Rosy, Ende Vierzig, besser gefühlt. Endlich hat sie Zeit für sich und die will sie genießen. Es soll die entspannendste Zeit ihres Lebens wäre. Doch Rosy hat die Rechnung ohne ihre Blutsaugerfamilie gemacht.

“Mama! Du musst Papa stoppen. Er will unser Haus verkaufen!” Die Stimme von Charlie, Rosys sonst so coolem, 25-jährigem Sohn, überschlägt sich vor Entrüstung und Entsetzen. Bis gerade eben hat sie in aller Ruhe durch die Prospekte verschiedener Wellness-Hotels geblättert und in Vorfreude auf den geplanten Urlaub geschwelgt. Jetzt war es mit der Ruhe vorbei.

Höchste Zeit, das Leben angenehmer zu gestalten

“Ich bin doch hier aufgewachsen”, jammert Charlie weiter. Dass er es kaum erwarten konnte, auszuziehen, war ihm offensichtlich entfallen. Auch seine beiden Geschwister kamen nur zu Weihnachten zu Besuch. Den Rest des Jahres saß Rosy alleine in dem viel zu groß gewordenen und dringend renovierungsbedürftigen Haus. Auch wenn sie ihren Garten und viele liebgewordene Erinnerungen vermissen würde, es war höchste Zeit, sich das Leben angenehmer zu gestalten. Und da würde sie sich von niemandem reinreden lassen. Als sie per Zufall auch noch ihre Jugendliebe wiedertrifft, scheint alles perfekt. Doch ihre Familie setzt alles daran, ihr einen dicken Strich durch die Rechnung zu machen. Schafft Rosy es, ihre Pläne trotz aller Widrigkeiten umzusetzen?

Mit zunehmender Reife ändert sich der Blickwinkel

Hätte mir vor wenigen Jahren jemand gesagt, dass ich ein Buch wie “Du hast dich aber gut gehalten!” Spaß machen würde, hätte ich ungläubig den Kopf geschüttelt. Aber mit zunehmender Reife verändert sich der Blickwinkel. Auch wenn selbst nie in einer ähnlichen Situation wie Rosy war, erkenne ich doch so manchen Anspruch an Rundumbetreuung wieder. Mir fallen Sprüche meiner Nichte ein, ihre Mutter würde doch außer dem Haushalt sonst nichts machen. Dann könne sie ja wohl für ihre 16-jährige Tochter die Wäsche machen. Und ja, ich war früher nicht wirklich anders. Auch wenn mich vieles genervt hat, waren auch viele Bequemlichkeiten selbstverständlich. Vermutlich hat mir deshalb so manche Szene ein Grinsen ins Gesicht gezaubert.
“Sie haben sich aber gut gehalten!” wird nicht nur denjenigen Spaß machen, die ihr Leben in die Hand genommen und nach der Familienzeit nochmal richtig durchgestartet sind. Es ist auch eine Geschnekidee für alle Töchter und Söhne, die ihrer Mutter durch die Blume sagen möchten: “Ich weiß, es war nicht immer leicht mit mir. Danke für alles, was du getan hast.”

Autorenporträt
Lilli Beck, Jahrgang 1950, wurden in Weiden/Oberpfalz geboren. Sie hat als Model, Schauspielerin und Visagistin gearbeitet und kocht für ihr Leben gern. Lilli Beck hat eine Tochter und lebt heute in München.

Buchinfo
“Sie haben sich aber gut gehalten!” von Lilli Beck, erschienen bei rowohlt.de, Juni 2011, 272 Seiten, € 8,99, ISBN 978-3-499-25620-2

Fake Boyfriend: Eine Liebesgeschichte zwischen Internet und wirklichem Leben

Was findet Isabelle nur an ihrem Freund Shawn? Schon seit Wochen kann der sich nicht entscheiden, ob er jetzt mit Isabelle zusammen sein will oder nicht. Lane und Vivi haben es endgültig satt, immer wieder mit anzusehen, wie Shawn ihre beste Freundin zum Weinen bringt. Ein Plan muss her, der Isabelle ein für alle Mal die Lust auf Shawn verdirbt.

Keine Jungs in Sicht

Lane, Vivi und Isabelle stehen kurz vor ihrem Abschlussball und damit vor den klassischen Problemen jedes Teenagers in dieser Situation. Schlimm genug, dass noch keine von ihnen ein passendes Kleid hat. Aber viel schlimmer ist: Nur Isabelle weiß, mit welchem Jungen sie gehen wird. Oder besser gesagt, eventuell gehen wird. Denn gerade spinnt Shawn, ihr Freund mal wieder. Alle paar Wochen macht er Schluss, um kurz darauf wieder angekrochen zu kommen. Und jedes Mal nimmt ihn Isabelle wieder zurück, egal wie verzweifelt sie in der Zwischenzeit war. Vivi und Lane beschließen, dem Drama ein für alle Mal ein Ende zu setzen. Sie wollen nicht mehr länger mit ansehen, wie Shawn ihre Freundin quält.

Kurzerhand legen sie auf MySpace ein Fake Profil eines Jungen an, der Isabelle einfach gefallen muss. Und ganz zufällig nimmt genau dieser Traumboy Kontakt zu Isabelle auf. Alles läuft nach Plan. Isabelle ist begeistert und will “Brandon” noch vor dem Abschlussball treffen. Jetzt ist guter Rat teuer. Wen sollen Lane und Vivi ihrer Freundin präsentieren?

Jugendliteratur in Zeiten von Social Media

Die Lösung des Problems bringt reichlich Wirbel in ihre Freundschaft und sorgt gleichzeitig dafür, dass der Abschlussball ganz anders verläuft, als noch wenige Wochen vorher vermutet.

Fake Boyfriend ist eine temporeiche und zeitgemäße Story für Mädchen von heute. Jede könnte diese Situation durchleben und letztendlich froh sein, so gute beste Freundinnen zu haben. Empfehlung: Für Teenager lesenswert.

Kate Brian ist eine junge, amerikanische Autorin, die sehr erfolgreich für Jugendliche und junge Erwachsene schreibt. Sie lebt mit ihrer Familie in New Jersey.

Buchinfo: Fake Boyfriend von Kate Brian, erschienen bei Rowohlt, Juli 2011, 304 Seiten, €6,99, ISBN 978-3-499-21611-4

Die Tote im Main: Niemand kennt ihr Gesicht

Am Main-Staukraftwerk wird eine grausam entstellte Mädchenleiche angespült. Hauptkommissar Winter setzt alles daran, den Fall aufzuklären. Als seine Kollegin, Hilal Aksoy, im Laufe der Ermittlungen feststellt, dass Winters Tochter die Tote kannte, spitzt sich die Situation für Winter zu. Handelte es sich womöglich um einen Ritualmord? Und ist Winters Tochter ebenfalls in Gefahr?

Hauptkommissar Andreas Winter ist genervt. Sein langjähriger Kollege lässt sich versetzen und ihm wird die nervtötend politisch korrekte Kollegin Hilal Aksoy zur Seite gestellt. Ihre übersprudelnden Ideen, die sie jedem unter die Nase reiben muss, gehen ihm gewaltig gegen den Strich. Mit seinem alten Kollegen lief einfach alles reibungslos Hand in Hand. Dazu kommt noch der Stress daheim. Seine 16-jährige Tochter schwänzt die Schule und hat einen dubiosen Freund, den die Eltern noch nie zu Gesicht bekommen haben.

Wer ist das Mädchen ohne Gesicht?

Bei kaltem Nieselregen auf der Staustufe herum zu klettern, um mit Aksoy nach Spuren zu suchen, die den Fall des gesichtslosen Mädchens aufklären könnten, fehlte ihm da gerade noch. Und wie nicht anders zu erwarten, bringt ihn die übereifrige neue Kollegin mit ihren ständig wechselnden Theorien von einem Fettnapf in den anderen.
Als der Fall zu den Akten gelegt werden soll, taucht an der gleichen Stelle eine neue Leiche auf. Hat Winters Tochter etwas mit den Toten zu tun? Sie wurde am Vorabend an der Staustufe gesehen und kannte auch das erste Opfer. Winter muss sich aus dem Fall zurückziehen und sich auf Kollegin Aksoy verlassen.

Auch deutsche Krimis haben ihre Stärken

Ich lese gerne deutsche Krimis. In aller Regel kommen sie ruhiger und weniger actiongeladen daher, als ihre amerikanischen “Kollegen”. Und das muss überhaupt nicht nachteilig für die Story sein. Wenn dann aber noch mit zahlreichen falschen Fährten und diversen Nebenschauplätzen, wie zum Beispiel die private Problematik Winters, gearbeitet wird, kann das der Spannung Abbruch tun.
Bei Staustufe ist das leider passiert. Eine eigentlich wirklich gute Story wird so lange verwässert, bis man kurz davor ist, aufzugeben. Was überaus schade wäre. Denn zum guten Schluss nimmt der Fall eine wirklich unerwartete Wendung.

Autorenportrait:
Alex Reichenbach studierte Amerikanistik und Politologie und lebt und schreibt in Frankfurt am Main. «Staustufe» ist der erste Band in der Reihe um Hauptkommissar Andreas Winter und seine türkische Kollegin Hilal Aksoy.

Buchinfo
Staustufe von Alex Reichenbach, erschienen bei rororo, September 2011, 384 Seiten, €8,99, ISBN 978-3-499-25539-7

Serum: Wenn ein harmloses Medikament zur Waffe wird

James Dwyer, Geschäftsführer des internationalen Pharmakonzerns Lenox, wird in seiner Wohnung aufgefunden – ermordet. Der amerikanische Präsident tritt überraschend zurück. Beides innerhalb von nur 24 Stunden. Mike Acela, Dwyers engster Vertrauter und ehemaliger FBI-Agent, stößt auf eine Substanz, die zum Bruch zwischen der Regierung und Lenox geführt hat. In falschen Händen könnte sie die gesamte Weltordnung zerstören. Wem kann Mike trauen – und wie viel Zeit bleibt ihm noch?

Mitten in der Nacht wird Mike Acela aus dem Schlaf gerissen. Ein Angestellter hat James Dwyer, Mikes Arbeitgeber, tot aufgefunden. Alles deutet darauf hin, dass sich der angesehene Pharmaboss umgebracht hat. Für Mike Acela, Dwyers Sicherheitschef, unvorstellbar. Selbstmord passt nicht zu dem mächtigen, aber einsamen Mann, der sich immer unerschrocken jeder Gefahr gestellt hat. Für Mike steht fest, dass jemand die Finger im Spiel haben muss.

Wurde Dwyer ermordet?

Eine genaue Inspektion des Tatortes bestätigt seine Vermutung: Dwyer wurde ermordet. Mike findet ein unbekanntes Medikament, das den Tod verursacht haben könnte. Das Unangenehme daran: Das Mittel stammt aus einer Lenox-Forschungsreihe. Mike lässt es vorsichtshalber verschwinden, ehe er die Polizei über den Tod informiert.

In den darauffolgenden Wochen sterben weitere, einflussreiche Männer. Der US-Präsident tritt völlig überraschen zurück, Börsenkurse fallen in den Keller. Und alles scheint irgendwie mit einem großen Regierungsauftrag für Lenox zusammenzuhängen. Kann Mike Acela die Rätsel lösen?

“Serum” ist ein spannender Thriller um eine Droge, die es ermöglicht, die Gedanken und Pläne anderer Menschen zu “lesen”. Wer sie besitzt, hat sowohl geschäftlich als auch militärisch eine gewaltige Waffe in der Hand, mit der er das Schicksal der Welt lenken kann. Kein Wunder, dass nicht nur die Regierung hinter dem Mittel her ist.

Leseempfehlung: Spannende Thrillerunterhaltung.

Autorenporträt
R. Scott Reiss ist erfolgreicher Autor und lebt in New York. Der ehemalige Journalist hat bereits mehrere Thriller veröffentlicht; außerdem schreibt er regelmäßig Sachbücher und arbeitet als Drehbuchautor.

Buchinfo
Serum von R. Scott Reiss, erschienen bei Ullstein, Juni 2011, 464 Seiten, € 8,99, ISBN 978-3-548-28217-6