Max Zadow: Mordkater plus Gewinnspiel

Ich mag ja Überraschungen. Kürzlich hatte ich wieder eine im Briefkasten. Ein großer, brauner, ganz normaler Umschlag. Kein Absender. Inhalt von außen tastbar: Ziemlich sicher zwei Bücher.

MordskaterAn und für sich keine Seltenheit, aber im Normalfall anders verpackt und mit Absender. Ich war neugierig.

In der Wohnung angekommen, wurde der Umschlag sofort aufgerissen. Immer noch nicht schlauer. Jedes Buch, inzwischen war ich mir selbst da nicht mehr ganz sicher, einzeln in weißes Kopierpapier gewickelt. So kam noch kein Buch vom Verlag.

Vorsicht: Cat Content!

Papier von Paket eins abgerissen. Grinsen im Gesicht. Elvis, der Mordskater, schaut mir entgegen. Letztes Jahr im Herbst bin ich ihm zum Opfer gefallen und habe den “Butzelmann” mit viel Genuss verschlungen. Ein bisschen habe ich mich dafür geschämt. Katzenbücher… so weit ist es mit mir schon gekommen. Trotzdem bin ich heimlich, still und leise immer mal wieder über die Facebookseite von Max Zadow, dem Autor, geschlichen, um zu sehen, wann Nachschub kommt. Jetzt hatte ich ihn in den Händen. Einfach so und gleich in doppelter Ausfertigung. Den doppelten Elvis quasi.

Aber warum gleich zwei Exemplare? Weiß der Autor, dass ich manchmal etwas schusselig bin und Dinge verlege? Wenn ja, wer hat es ihm verraten? Oder hat er gleich Hundert selbst gekauft und weiß nun nicht wohin damit?

Eins für mich, eins für Dich

Alles falsch. Max Zadow dachte sich: Wenn ihr das Buch gefällt, kennt sie vielleicht noch jemanden, dem es gefallen könnte. Also hat er beide Bücher mit einer persönlichen Widmung* versehen. Meines personalisiert, deines neutral. Schließlich weiß er nicht, wer du bist. Und ich weiß es auch noch nicht.

Ehe ich dir verrate, wie du den Mordskater für dich gewinnen kannst, gibt es einen kleinen Einblick in die neuesten Abenteuer des kleinen Glückskaters.

Glücklich aber unfruchtbar

Dreifarbige Katzen, schwarz-weiß-rot, nennt man im Volksmund Glückskatzen. Und meist sind es auch wirklich Katzen. Dreifarbige Kater sind äußerst selten und fast immer unfruchtbar. Ein Wissen, das männliche Besitzer vielleicht nicht so ganz einfach verschmerzen können. Aber so ist es nun mal. Entweder Rarität oder fruchtbar. Was Elvis im Grunde aber völlig egal sein kann. Er soll eh keine Babys…. Aber lassen wir das.

Wie schon in Elvis hat das Gebäude verlassen, spielen Herr und Frau Dr. Hiller, die Balkon-Nazis von nebenan, wieder eine tragende oder vielmehr dramatische Rolle. Ihr Graupapagei Goethe ist in seinem Käfig aufs Brutalste gemeuchelt worden. Klar, dass Dr. Hiller Elvis die Schuld in die Schuhe schieben will. Aber nicht mit Max und seiner Freundin Laura. Wozu ist diese schließlich Staatsanwältin?

Goethe ist tot

Eine spannende und amüsante Jagd nach dem Täter beginnt. Die heimliche Obduktion des Mordopfers bringt schließlich Licht ins Dunkel und wie in jedem guten Krimi, ist am Ende alles ganz anders, als ursprünglich vermutet.

Eines der Highlights auch in diesem wieder: Jupp Boor, der Kölsche Hausmeister, der redet, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Kölsch eben**. Und natürlich Kevin, sein Klingonenkater.

Auch das zweite Buch von Max Zadow habe ich wieder mit sattem Grinsen im Gesicht gelesen. Allerdings fand es ich es nicht ganz so locker flockig wie das Erstlingswerk. Und Kartoffelgabeln werde ich lange Zeit nicht mehr wertfrei betrachten können. Zum Glück verwende ich keine.

Trotzdem bin ich jetzt schon gespannt, wie es mit Elvis, Lisa und Max weitergeht. Ich vermute mal, in der nächsten Folge wird ein Bernhardiner eine nicht unwichtige Rolle spielen. Woher ich das weiß? Lest doch selbst nach!

Und jetzt bist du dran

Wie bereits oben erwähnt, hat mir Max Zadow zwei Exemplare von Mordskater zukommen lassen. Eines davon ist schon für dich signiert.

Und so kommt es zu dir:

  • Hinterlasse ab sofort bis spätestens 17.07.2016 unter diesem Blogpost einen Kommentar.
  • Beantworte darin die folgende Frage: Was war deine spannendste/witzigste/dramatischste Geschichte mit (d)einer Katze? Vielleicht inspirierst du ja Max Zadow damit zu seinem nächsten Buch?!
  • Verlost wird  ein signiertes Exemplar des o.g. Buches. Danke dafür an den Autor.
  • Die Verlosung erfolgt bis spätestens 20.07.2016.
  • Der oder die Gewinnerin wird zur Ermittlung der Versandadresse von mir per E-Mail kontaktiert, also gebt bitte eine E-Mail-Adresse an. E-Mail- und Versandadresse werden von mir ausschließlich zum Versand des Buches verwendet.
  • Gib keine Adressen in den Kommentaren an (Datenschutz!).
  • Versendet wird ausschließlich an Adressen in Deutschland.

Viel Glück und viel Spaß mit Elvis!

* gut, dass der Buchdruck erfunden worden ist und wir auf Manuskripte verzichten können😉
** keine Sorge, es gibt ein umfassendes Glossar für alle Nichtkölner.

Max Zadow

Max Zadow, geboren 1986, hat Geographie studiert und lebt in der Nähe von Köln. Seit Sommer 2012 ist er eher unfreiwilliger Katzenbesitzer. Trotz aller Meinungsverschiedenheiten zwischen Kater und Autor ist der allabendliche Spaziergang Pflichtprogramm für die beiden Herren.

Buchinfo: Mordskater von Max Zadow, erschienen bei Ullstein, 17.06.2016, 224 Seiten, € 9,99, ISBN-13 978-3-548-28670-9. Vielen Dank für das Leseexemplar.

Rudolf – Der Kaffee aus Schorndorf

Ich gestehe: Ein Morgen ohne meine heißgeliebte Latte Macchiato ist ein schlechter Morgen. Ehe das Notebook aufgeklappt wird, muss der erste Schluck genüsslich geschlürft sein. Das ist der große Luxus, den man als Cloudworkerin von daheim aus arbeitet.

Foto 1Mein Vollautomat mahlt die frisch geröstete Bohne meiner Wahl im perfekten Mahlgrad und der für mich passenden Stärke. Die Milch für die Latte Macchiato wird frisch aufgeschäumt. Dann fließt der Kaffee langsam auf auf den fluffigen Schaum und hinterlässt ein appetitliches Muster auf der Oberfläche (ok, das ist gelogen, ich bin keine Barista, aber es klingt lecker). Langsam bilden sich die typischen drei Schichten aus:

  • warme Milche
  • leckerer Kaffee
  • reichlich luftiger Milchschaum

Als überzeugter Fan regionaler Produkte bin ich im Winter 2015 über den Kaffee der Firma Rudolf in Schorndorf gestolpert. Klar können auch die in unseren Breiten keinen Kaffee anbauen, aber sie rösten ihn besonders schonend im Langzeitröstverfahren. Dann wird jede Bohne doppelt handverlesen. Eine Arbeit, die ich mir vor einigen Tagen anschauen konnte.

Die Guten in Töpfchen, die Schlechten in Kröpfchen

In atemberaubender Geschwindigkeit wandern die frisch gerösteten Bohnen über ein Band und genauso flink sortiert Herr Rudolf kleine Steinchen und zu schwach oder zu stark geröstete Bohnen aus. Wichtig dabei: Gleichbleibendes Licht. An einem wolkigen Tag wie bei meinem Besuch muss der Arbeitsraum abgedunkelt und mit künstlichem Licht gearbeitet werden, um gleichbleibende Qualität zu garantieren.

Auf meine Frage, wie lange man braucht, bis man beim Sortieren eine solche Geschwindigkeit erreicht, schmunzelt Herr Rudolf

Ich habe den Beruf richtig gelernt und mache das jetzt seit rund 45 Jahren…

Beim Zusehen genieße ich einen der besten Espressi, die ich seit langer Zeit getrunken habe. So richtig voll und rund im Mund. Samtig, schwer zu beschreiben. Da kratzt nichts, da ist keine bittere Note, keine Säure. Einfach nur guter Espresso. Und das von der Hausmarke, also eigentlich ein Allrounder für den Vollautomaten. Den nehme ich auf jeden Fall mit. Er sollte perfekt sein, wenn Besuch kommt. Stark genug für meine Latte Macchiato, weich und vollmundig genug für die klassische Tasse Kaffee.

Foto 3

 

 

In meinen Einkaufskorb wandert auch ein Espresso Oro Nero, ein feiner, kräftiger Espresso mit sehr dunkler Röstung. Darauf bin ich auch schon sehr gespannt.

Die Auswahl ist groß

Wer in die schlichte Halle kommt, die neben der Produktion auch dem Verkauf auch die Fertigung beherbergt, sollte sich vom ersten Eindruck nicht täuschen lassen. Schlichte Ausstattung bedeutet in diesem Fall die Reduktion auf das Maximum. Das Maximum an gutem Geschmack.

Hier ein Überlick:

  • Arabica: Aus Zentralamerika und Ostafrika, absoluter Spitzenkaffee ohne Säure
  • Schorndorfer Kaffee: Milder Filterkaffee ohne Säure, harmonisch und weich
  • Exquisit: Rudolfs bester Filterkaffee, sehr fein, elegant und weich, feiner Arabica
  • Café Creme: Kräftiger, würziger Kaffee für Vollautomaten und Filter, Arabica und Robusta
  • Schümli: Feiner, milder Einsteiger für den Vollautomaten, Arabica und Robusta
  • Hausmarke: Allrounder für den Vollautomaten, dunkle Röstung, feine Schoko-Note
  • Spezialmischung: Milder, feiner Filterkaffee, Arabica und Robusta
  • Mexiko: Kräftiger, würziger Filterkaffee mit leichter Hasenussnote, Arabica aus Mexico, Honduras und Ostafrika
  • Entcoff: Sehr weich und mild
  • Italienischer Espresso: Typisch italienisch, sehr kräftig
  • Espresso Oro: kräftigster Espresso für DEN Espressoliebhaber, leicht herb, Geschmack nach Bitterschokolade
  • Espresso Oro Nero: feiner, kräftiger Espresso, fein abgestimmt aus Arabica und Robusta
  • Maragogype: auch Elefanten- oder Riesenbohne, mild, samtig, nussig im Geschmack
  • Jamaica Blue Mountains: Sehr edler, voller Geschmack, weicher Charakter mit feinem Schokoduft

Saisonal gibt es auch noch kleine Extras, z.B. Rudolfs Weihnachtsmischung, die ich letztes Jahr verschenkt habe. Auch fair gehandelte Produkte werden angeboten.

Ein tiefer Blick in die Kaffeewelt

Ab 20 Personen kann man sich von Gerhard Rudolf auch ganz individuell in die Geheimnisse der Kaffeewelt einführen lassen. Oder man wartet einfach auf die Umstellung der Uhr auf die Winter- bzw. Sommerzeit. Dann ist bei Kaffee Rudolf Tag der offenen Tür und man kann einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Übrigens, die Rösterei Rudolf gehört zu den wenigen verbliebenen Unternehmen, die noch selbst rösten. Nicht nur für den eigenen Verkauf, sondern auch für diverse Kaffeehändler, die zwar ihre individuelle Hausmarken verkaufen, aber eben nicht selbst rösten.

Wer jetzt Lust auf guten Kaffee aus dem Remstal bekommen hat, der kann entweder Montag bis Freitag von 07:30 Uhr bis 18:00 Uhr, samstags von 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr beim Röstereiverkauf vorbei kommen, im Online-Shop bestellen oder sich in den regionalen Supermärkten umsehen.

Ich verspreche: Es lohnt sich!

Candice Fox: Hades

Marcus und Morgan sollten sterben. Sie waren “nur” ein Kollateralschaden, den Hades Archer, das kriminelle Mastermind von Sidney, ausbügeln sollte. Zwanzig Jahre später tauchen sie als Eric und Eden wieder auf der Bildfläche auf. Als Cops. Cops mit dem gewissen Extra.

HadesHades Archer ist die graue Eminenz der australischen Unterwelt. Auf seiner privaten Mülldeponie verschwindet nicht nur der Wohlstandsmüll der Umgebung. Sie ist auch das Ziel zwielichtiger Gestalten, die die “Opfer” ihrer Aktivitäten auf Nimmerwiedersehen verschwinden lassen wollen. Gegen entsprechende Bezahlung kümmert sich Hades darum. Und er macht seinen Job so gut, dass ihm die Polizei nichts nachweisen kann. Mörder, Vergewaltiger, Kinderschänder sind von heute auf morgen wie vom Erdboden verschluckt.

Hades vernichtet das Böse

An einem regnerischen Abend legt ihm ein Unbekannter ein blutiges Bündel vor die Füße. Der Größe nach kann es sich nur um ein Kind handeln. Er habe gehört, dass Hades Spuren verwischen könne. Sicher könne er doch auch ihm helfen. Ein Überfall sei aus dem Ruder gelaufen, der Kollege haben die Eltern, stadtbekannte Millionäre, in Panik erschossen. Die beiden Kinder, einen Jungen und ein Mädchen, hätten sie erst an Pädophile verkaufen wollen, dann aber eingesehen, dass das wegen der Prominenz der Eltern vermutlich nicht klappen würde. Also hätten sie die Kinder erschlagen. Hades solle sie nun “entsorgen”.

Als er sieht, dass das Bündel sich noch bewegt, greift Hades tatsächlich ein. Allerdings anders, als der kleine Ganove es sich erhofft hat. Die Müllkippe wird das letzte sein, was er in seinem Leben sieht.

Wenn man Mörder versteht

Es gibt Bücher, die packen mich von der allerersten Seite. Hades von Candice Fox gehört ganz eindeutig dazu. Gerne hätte ich es bis zum Schluss nicht mehr aus der Hand gelegt, aber ich musste mich gedulden und wurde auf ganzer Länge belohnt.

Bücher, in denen mehrere Handlungsstränge von Anfang bis Ende parallel laufen, sind eigentlich nicht so mein Ding. In diesem Fall war das anders. Die drei Hauptstränge waren von Anfang an so transparent, dass ich bei keinem Perspektivwechsel grübeln musste, wo ich gerade bin. Candice Fox hat die Übergänge sehr fließend eingebaut.

Aber sie hat noch etwas anderes erreicht. Etwas, was mir bislang erst zwei- oder dreimal passiert ist. Sie hat erreicht, dass ich mich in Eden hineinversetzen, ihr Verhalten verstehen konnte. Selbst dann noch, wenn es darum geht, einen Menschen zu töten.

Diese Bücher hatten alle eines gemeinsam: Sie haben die Entwicklung der Protagonisten sehr schonungslos geschildert. Mit aller Härte, aber auch mit aller Verunsicherung und Verletzlichkeit. Und sie lassen mich immer verwirrt zurück. Wie kann ich Selbstjustiz und eiskalten Mord nachvollziehbar finden? Ganz einfach, weil Autoren wie Candice Fox in Hades es hervorragend verstehen, Emotionen wertfrei zu transportieren.

Ich bin angefixt

Candice Fox hat mich angefixt. Ich bin super neugierig auf die Fortsetzung der Hades-Trilogie. “Eden”, Teil zwei, erscheint im September 2016 ebenfalls bei Suhrkamp. Teil drei, “Fall”, ist für Frühjahr 2017 angekündigt.

Candice Fox

Candice Fox stammt aus einer eher exzentrischen Familie, die sie zu manchen ihrer literarischen Figuren inspirierte. Nach einer nicht so braven Jugend und einem kurzen Zwischenspiel bei der Royal Australian Navy widmet sie sich jetzt der Literatur, mit akademischen Weihen und sehr unakademischen Romanen. Hades ist der erste Teil einer Trilogie, Eden und Fall folgen in den nächsten Monaten.

Buchinfo: Hades von Candice Fox, erschienen bei Suhrkamp, Mai 2016, 341 Seiten, Klappenbroschur, € 14,99, ISBN: 978-3-518-46673-5. Auch als eBook erhältlich. Vielen Dank für das Leseexemplar.

Petra Durst-Benning: Kräuter der Provinz

Theresa liebt ihr Maierhofen, idyllisch gelegen mitten in grünen Wiesen und sanften Hügeln. Trotzdem macht Sie sich als Bürgermeisterin sorgen um ihr Dorf. Die jungen Leute ziehen in die Stadt, Läden schließen. Es gibt einfach zu wenig attraktive Arbeitsplätze. Und auch touristisch ist Maierhofen nicht so außergewöhnlich, dass der Ort davon leben könnte. Das muss sich ändern.

Kräuter der ProvinzTherese ist als Wirtin der Goldenen Rose eine Instanz im malerisch gelegenen Maierhofen. Freundlich, hilfsbereit und engagiert. Aber sie ist auch die Bürgermeisterin und in dieser Funktion alles andere als glücklich was die Entwicklung des Dorfes angeht.

Maierhofen ist nicht attraktiv genug für interessante und interessierte Arbeitgeber und gesellschaftlich ist auch nicht viel geboten. Zumindest nichts, was die jungen Leute davon abhalten würde, ihr Glück in der Stadt zu suchen.

Maierhofen stirbt

Sie braucht sich nur in ihrem eigenen Gasthaus umzusehen, schon hat sie vor Augen, wie sehr die Zeit in Maierhofen stehen geblieben ist. Überall leuchtet ihr noch der 70er Jahre Schick entgegen. Es hilft alles nicht, eine Lösung muss her!

Therese wäre nicht Therese, wenn sie sich nicht zu helfen wüsste. Ein Marktetingprofi muss her. Jemand, der Maierhofen so richtig gut ins rechte Licht setzt.. Auch wenn Therese keine Ahnung hat, wie sie den Auftrag finanzieren soll, die Kassen von Maierhofen sind leer.

Wie so oft in scheinbar ausweglosen Situationen hilft der Zufall auf die Sprünge. Thereses ehemalige Mitschülerin ist eine gefeierte Fachfrau für Imagekampagnen. Sie muss helfen!

Maierhofen ist überall

Mit Maierhofen hat sich Petra Durst-Benning ein Dorf ausgewählt, das überall in Deutschland sein könnte. Läden schließen, Kneipen machen dicht. Senioren wissen nicht mehr, wo sie einkaufen sollen. Junge Leute ziehen den attraktiven Arbeitsplätzen hinterher.

Dabei hat fast jeder Ort seinen ganz eigenen Liebreiz. Seine Besonderheiten, die es hervorzuheben gilt. Maierhofen und seine Bewohner schaffen das auf eine ganz individuelle Art und Weise. So, dass jeder sich und seine Stärken einbringen und Besucher verzaubern kann.

Überall ist Hoffnung

Petra Durst-Benning zeichnet mit “Kräuter der Provinz” ein liebesvolles Portrait eines schwäbischen Dorfes, das sich mit Kreativität, Mut und Engagement aus der Verödungsmisere zieht. Eventuell eine Blaupause für den ein oder anderen Ort? Eine Anregung auf jeden Fall.

Ich habe mich ein bisschen in Maierhofen und seine Einwohner verliebt. Und das liegt nicht nur an den verlockenden Rezepten, die Petra Durst-Benning gleich mitliefert.

Petra Durst-Benning

Petra Durst-Benning wurde 1965 in Baden-Württemberg geboren. Seit über zwanzig Jahren schreibt sie historische und zeitgenössische Romane. Fast all ihre Bücher sind SPIEGEL-Bestseller und wurden in verschiedenen Sprachen übersetzt. In Amerika ist Petra Durst-Benning ebenfalls eine gefeierte Bestsellerautorin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden südlich von Stuttgart auf dem Land.

Buchinfo: Kräuter der Provinz von Petra Durst-Benning, erschienen bei blanvalet, September 2016, 509 Seiten, € 9,99, ISBN: 978-3-7341-0011-6

Neues vom GinYuu

Im November 2014 war ich zum ersten Mal im GinYuu Stuttgart und auf Anhieb sehr angetan. Seit Mai 2016 gibt es eine „revolutionäre Neuerung“ in den geschmackvoll eingerichteten Räumlichkeiten: Der Self-Service ist dem Full-Service gewichen. Für mich hat das Vor- und Nachteile.

IMG_0047Ende 2014 hat das GinYuu Marketing Bloggerinnen und Blogger zum Restauranttest eingeladen. So bin ich auf eines meiner künftigen Lieblingsrestaurants aufmerksam geworden. Denn das tolle Ambiente, die Freundlichkeit der Mitarbeiterinnen und das frisch vor meinen Augen zubereitete, leckere Essen haben mich auf Anhieb überzeugt.

SOS meets GinYuu

Folglich wurde der von mir vor einigen Jahren ins Leben gerufene Stuttgarter Onliner Stammtisch, kurz SOS, gleich mal ins GinYuu verlegt. Mit unterschiedlicher Resonanz. Denn nicht alle fanden die Self-Service Variante gut. Beim Eingang bekam jeder Gast eine Chip- und eine Speisekarte in die Hand gedrückt und konnte an der Theke  bestellen, wann und was er oder sie wollte. Ich habe es gemocht.

Aber es hat auch, und da geben ich den Kritikerin recht, eine ziemliche Unruhe an den Tisch gebracht. Gespräch wurden häufig unterbrochen, je nach „Sitzordnung“ musste aufgestanden werden, wenn jemand raus wollte, usw..

Ab sofort: Full-Service

Das ist seit Mai 2016 im GinYuu Stuttgart Geschichte. Denn dort wird man jetzt ganz klassisch im Full-Service verwöhnt:

  • Hinsetzen
  • Karte studieren
  • bei den Mitarbeitern bestellen
  • warten
  • trinken
  • essen
  • Spaß haben
  • zahlen

Natürlich wird weiterhin live und frisch gekocht. Wer will kann zusehen, wie sein Gericht in den Wok wandert. Er muss es aber nicht mehr.

Ok, der Fairness halber muss man dazu sagen: Beim SOS Stammtisch am 25. Mai lief noch nicht alles so ganz rund, aber ich bin mir sicher, das wird noch. Und als Trostpflaster ging der Kaffee aufs Haus. Für mich, die ich jetzt wirklich schon oft da war und immer tolle Ansprechpartnerinnen hatte, kein Problem.

2 for 1 – 6 to 9

An der Stelle sehe ich einige breit grinsende Gesichter vor meinem geistigen Auge. Nein, ihr Lästermäulchen, das hat nichts mit der ausgiebig genossenen Cocktail Happy Hour zu tun. Ich bin so. Nicht fehlerfrei. Und deshalb dürfen andere auch Fehler machen.😛

Cocktails
Danke für das Foto, Erik!

Dass inzwischen auch die Ausfahrtszeiten im Milaneo Parkhaus verlängert wurden, trägt zudem zur Entspannung bei. Trotzdem empfehle ich unverändert die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (siehe u.a. 2 for 1 – 6 to 9).

GinYuu to go

Mehrfach habe ich den guten Service erwähnt, der mich über das ein oder andere Missgeschick problemlos hinwegsehen lässt. Die Reservierung per E-Mail ist unkompliziert, zuverlässig und bei Wetterwechsel sehr flexibel.

Bestellen kann man per Bestellformular, Telefon und vermutlich auch Brieftaube. Dann holt man entweder selbst ab oder lässt von foodora liefern.

Und wer auf dem Heimweg noch snacken möchte, der nimmt sich einfach was aus der Grab & Go Theke mit.

Ein paar Worte zum Stammtisch

Der SOS – Stuttgarter Onliner Stammtisch ist aus dem Bedürfnis heraus entstanden, auch die persönliche Vernetzung entspannt voran zu treiben. Und das ohne Vorträge, Sessions, Arbeit. Locker bei gemütlichem Essen, Trinken, Quatschen. Nicht auf Größe getrimmt. Nicht auf Fame aus. Nicht reduziert auf ganz bestimmte Gruppen. Willkommen ist, wer die Onlinewelt für sich entdeckt hat. Als Job, als Hobby, als Lustobjekt.

Der nächste Stammtisch ist am 29.06.2016 ab 19:00 Uhr natürlich im GinYuu Stuttgart. Anmeldung bitte über Facebook. Wenn das aus irgendwelchen Gründen nicht geht, dann einfach eine Nachricht an mich schicken.

 

Abidi/Koeseling: Urlaubstraum(a)

Juhu! Endlich! Urlaub! Entspannen, die Seele baumeln lassen. Ein nettes Häuschen am Meer, eine Wohnung in den Bergen oder ein idyllischer Campingplatz. Darauf freut sich jeder. Um dann festzustellen: Mist, so habe ich mir das aber nicht vorgestellt.

UrlaubstraumKaum kommt die Sonne so richtig heraus, steigt die Lust auf Urlaub. Viel Zeit mit der Familie oder den Freunden verbringen. Oder einfach mal abschalten. Kein Wecker, der genau dann klingelt, wenn der Traum am schönsten ist. Kein Streit mit den Kindern, weil die Hausaufgaben immer noch nicht gemacht sind. Und um Balkon und Garten kümmert sich Oma. Herrlich!

Dummerweise läuft aber dann doch nicht alles so glatt. Dass das die unterschiedlichsten Gründe haben kann, zeigen Heike Abidi und Anja Koeseling in 39 Geschichten vom Ferienwahnsinn.

Das Navi spinnt

Johanna und ihr Freund unterwegs in Spanien. Dank deutschsprachigem Navi im Leihwagen sind der Flexibilität keine Grenzen gesetzt. Eigentlich… Denn plötzlich entwickelt das Ding ein Eigenleben und verbündet sich mit Johannas Freund. Gibt es noch eine Chance für den gemeinsamen Urlaub?

Onkel Jo sitzt auf dem Klo!

Ihr kennt die Geschichte vom Hasen und vom Igel? So ähnlich geht es Familie Steinkamp aus Bonn. Mit dem Hund im Kofferraum und den nörgelnden Kindern auf dem Rücksitz, kämpfen sie sich auf der vollen Autobahn Richtung Norden. Dort wartet ein schnuckeliges Ferienhäuschen mit viel Grün für Kinder und Hund und hoffentlich ausreichend Zeit für die Eltern. Doch endlich angekommen, wartet eine Überraschung: Onkel Jo sitzt auf dem Klo!

Mir fahret jetzt nach Ällis Schprings

Seit mehr als 25 Jahren lebe ich jetzt als Rei’g’schmeckte in Schwaben. Da muss ich natürlich die Story der jungen Dame, die es vom beschaulichen Ländle ins heiße Australien verschlägt, ansprechen. Und dort erlebt sie, was vermutlich jeder Schwabe und jetzt Schwäbin schon erlebt hat: Egal, wie weit du wegfährst, die Schwaben sind schon da.

Murphys Urlaub

Familie Knapp hat im Lotto gewonnen. Zeit für Urlaub, endlich! Und weil sie nichts falsch machen wollen, lassen sie sich im Reisebüro ausführlich beraten. Eine gute Entscheidung, denn ihre Glückssträhne scheint nicht abzureißen. Der Mitarbeiter hat eine super Gelegenheit für sie. El Arenal zum Schnäppchenpreis. Urlaub zum absoluten Sonderpreis. Familie Knapp schlägt zu und erlebt ihr blaues Wunder.

Urlaubstraum1
Wenn die Katze vom Urlaub träumt

So genug gespoilert, ich will ja nicht alles verraten. Lest einfach selbst und amüsiert euch. Oder denkt: Boah, ein Glück ist mir so was noch nie passiert!
Urlaubstraum(a) ist das passende Buch für den Urlaub, egal ob daheim oder irgendwo auf der Welt. Je nach Stimmung findet jede und jeder die passenden Geschichten. Grinsen garantiert. Ob zufrieden oder schadenfroh müsst ihr selbst herausfinden. Denn seit heute ist das Buch im Handel.

Die Autoren und Autorinnen

Heike Abidi, Carolina Baum, Ursi Breidenbach, Kerstin Bätz, Volker Bätz, Susanne Böckle, Julia Dombrowski, Akram El-Bahays, Franziska Fischer, Manon Garcia, Christa Goede, Heike Karen Gürtler, Moritz Hampel, Moritz Hampel, Charlotte Hirsch, Anja Koeseling, Olaf Köhler, Verena Napiontek, Petra Plaum, Dr. Andreas Schaale, Heike Eva Schmidt, Heike Schulz, Andrea Schütze, Tina Schrödl, Sebastian Thiel

Buchinfo: Urlaubstraum(a) herausgegeben von Heike Abidi und Anja Koeseling, erschienen bei Eden Books, 17.05.2016, 336 Seiten, € 9,95, ISBN 978-3-959100-62-5

Mehr von Heike Abidi und Anja Koeseling: Oh Scheck, du Fröhliche

 

Herbert Feuerstein: Die neun Leben des Herrn F.

“Wenn ich die Wahl zwischen zwei Übeln habe, wähle ich immer beide.” So fasst Herbert Feuerstein seine Autobiographie zusammen. Und tatsächlich scheint er ein Talent dafür zu haben, sich in schwierige Situationen zu bringen. “Die neun Leben des Herrn F.” – einfach erfrischend offen.

Herbert FeuersteinIch glaube, so richtig bewusst wurde mir Herbert Feuerstein als intelligenter und schlagfertiger Gegenspieler von Harald Schmidt. Ehrlich gesagt, habe ich die Sendung damals wegen Feuerstein geschaut. Ich mag einfach wortgewandten schwarzen Humor. Beeindruckt hat mich außerdem, dass sich “der kleine Mann” für keinen Scherz zu schade war. Selbst als lebende Kanonenkugel: Feuerstein war nie peinlich.

Autobiographie statt Schlammschlacht

Umso spannender liest sich seine Biografie, in der er überraschend offen über seine persönlichen Probleme schreibt. Und sich über seine Lebenspartnerinnen erfreulich bedeckt hält. Das kennen wir zur Genüge anders.

Doch zurück zu Feuerstein. 1937 wird er in Österreich geboren. Für Kinder keine gute Zeit. Sie müssen viel entbehren und leiden oft unter schwierigen Familiensituationen. Der Krieg fordert auch von ihnen ihren Tribut.

Feuerstein lernt früh, dass man sich im Leben behaupten muss und dieses Wissen verhilft ihm letztendlich zum Durchbruch. Geschickt und im passenden Augenblick nutzt er seine Chancen und entwickelt sich mit seinen Aufgaben.

Vom “Theaterdirektor” zum Mozarteum Studenten.
Vom Wiener Kaffeehausliterat und Musikkritiker zum New Yorker Redakteur.
Vom Buchverlagsleiter in Frankfurt zum MAD Macher.

Und ganz nebenbei Film, Fernsehen uns sonstige Trallala wie Theater und Oper.

Ein großartiger “kleiner Mann”

Herbert Feuersteins Autobiographie ist beeindruckend und das ist nicht nur dem abwechslungsreichen Werdegang geschuldet. Ohne sein ausgeprägtes Gefühl für Sprache und seinen manchmal feinen, machmal bissigen Humor und seiner herrlichen Selbstironie würde das Lesen nur den halben Spaß bereiten.

Mich hat “Die neun Leben des Herrn F.” berührt. Manchmal fast zu Tränen, öfter zum Grinsen. Ich habe hinter viele Fassaden blicken und einen Herbert F. fernab von Scheinwerfern und Perfektionismus kennenlernen dürfen. Ein Mensch mit vielen Ängsten und Unsicherheiten und gleichzeitig so viel Mut.

Herr F., ich bin beeindruckt. Meine Hochachtung!

Herbert Feuerstein

Herbert Feuerstein, geboren 1937 in Zell am See (Österreich), ist Journalist, Schauspieler und Entertainer. Für seine Mitgestaltung der TV-Reihe „Schmidteinander“ wurde er 1994 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Er lebt in Erftstadt und in Berlin.

Buchinfo: Die neun Leben des Herrn F. von Herbert Feuerstein, erschienen bei Ullstein, Oktober 2014, 384 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-550-08087-6, € 19,99