Julia Corbin: Nadelherz

Tessa war über ein Jahr in den Händen eines perversen Entführers. Ihr Befreiung bezahlten zwei andere Frauen mit dem Leben. Jetzt ist sie wieder daheim und hüllt sich in Schweigen. Das Grauen kehrt zurück, als ihr ein Unbekannter ein Paket schickt. Der Inhalt: Ein mit Nadeln gespicktes menschliches Herz.

Seit Tessa den Fängen ihres sadistischen Peinigers entkommen ist, gleicht ihre Wohnung einer Festung. Fenster und Türen sind verriegelt, die Wohnung kameraüberwacht. Ein intensiver Selbstverteidigungskurs soll ihr helfen, sich nach der langen Gefangenschaft in einem Keller auf der Schwäbischen Alb wie frei zu fühlen. Wie fragil ihr Schutzwall ist, spürt Tessa, als sie ein grausiges Paket erhält. Der Inhalt: Ein menschliches Herz, das mit Nadeln gespickt ist.

Eine blutige Inszenierung

Es dauert nicht lange bis die zugehörige Leiche gefunden wird. Ein Frauenkörper mit unzähligen Schnittwunden, aufgespießt auf Stangen, im geöffneten Brustkorb fehlt das Herz. Als wäre das nicht genug, leuchtet die Leiche auch noch in einem schwachen Grün. Kommissarin Alexis Hall und ihre Kollegen stehen vor einem Rätsel. Von Karen Hellstern, der Kriminalbiologin, erhoffen sie sich die Aufklärung des Phänomens.

Während das Team noch dabei ist, sich einen ersten Überblick zu verschaffen, wird die zweite Leiche gemeldet. Wieder die gleiche Inszenierung. Ein grünlich leuchtendes, makabres Kunstwerk. Zur gleichen Zeit bekommt Tessa erneut ein Paket mit blutigem Inhalt. Alexis Hall ahnt, dass die Zeit knapp wird. Mit Hochdruck sucht sie nach Fehlern bei der Aufklärung von Tessas Entführung. Hatte der Täter einen Komplizen? Oder hat der Medienrummel um die Befreiung einen Nachahmer auf den Plan gerufen?

Schon wieder mitten ins Herz!

Nadelherz ist das dritte Buch von Julia Corbin, das mich fesselt. Thriller dürfen für mich ja durchaus blutig sein. Julia Corbin trifft mit ihren Büchern bei mir ins Schwarze, weil sie nicht nur für den notwendigen Thrill sorgen, sondern auch meine naturwissenschaftlich geprägt Seele streicheln.

Ich freue mich jetzt schon auf Fortsetzung!

Übrigens, auch wenn die Geschichte um Alexis Hall und Karen Hellstern fortgeschrieben wird, muss man nicht die Vorgänger gelesen haben, um das aktuelle Buch flüssig lesen zu können.

|| Ich würde mich übrigens freuen, wenn ihr euch – bei Interesse – dieses Buch im regionalen Buchhandel bei euch vor Ort bestellt. Damit steigen die Chancen, dass wir Buchfans auch in Zukunft noch gelegentlich dort bummeln und stöbern können.||

Julia Corbin

Julia Corbin, geboren 1980, studierte Biologie in Heidelberg. Die Arbeit als Biologin inspiriert sie zu ihren Thrillern um das erfolgreiche Ermittlerteam Hall & Hellstern. Ihre Leidenschaft für Nervenkitzel lebt die Autorin nicht nur in ihren Büchern, sondern auch bei Sportarten wie Kite- und Windsurfen oder Extrem-Hindernisläufen aus. Sie wohnt mit ihren Hunden im Landkreis Heilbronn und gibt Kurse in Kreativem Schreiben.

Buchinfo: Nadelherz von Julia Corbin, erschienen bei DIANA, 10. Juni 2019, 384 Seiten, € 9,99, ISBN: 978-3-453-35988-8

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Das Spaghetti-Eis wurde in Mannheim erfunden #PlaceToBW

Eines der baden-württembergischen Erfolgsrezepte ist der Erfindergeist. In Mannheim erfand Dario Fontanella einen echten Exportschlager: das Spaghetti-Eis. Echt nur ohne Waffel und mit fein geraspelter weißer Schokolade. Möglich wurde das durch eine andere Erfindung aus dem “Ländle”: Der Spätzlepresse!

Wer in Mannheim ist, muss bei der Eismanufaktur Fontanella vorbei. Nicht nur das Spaghetti-Eis, 1969 von Dario Fontanella persönlich erfunden, auch alle anderen Eisspezialitäten, die die “Maestri Gelatai” mit viel Liebe und Sachkenntnis kreieren, lohnen jeden Umweg.

Die Geschichte der Fontanellas ist typisch für ihre Zeit:

  • 1906 wurde die erste Gelateria Fontanella in Conegliano bei Venedig von Michelangelo Fontanella, Darios Großvater, gegründet.
  • 1931 machte sich Michelangelos Sohn Mario auf den Weg nach Deutschland und eröffnete in Hannover seine erste Eisdiele.
  • 1933 zog es ihn dann nach Mannheim. In dem milden Klima und den umliegenden Weinbergen fühlte er sich am Italien erinnert.
  • In den “engen Planken” entstand das erste Geschäft in der Kurpfalz.
  • Hier lernte Mario auch seine Frau Renate kennen. Mannheim wurde seine zweite Heimat. Die Kinder, Dario, Denise, Enzo und Claudia, wuchsen in einem Umfeld aus deutscher Gründlichkeit in Kombination mit italienischer Kreativität auf.
  • 1970 trat Dario in den elterlichen Betrieb ein, 1985 übernahm er das Geschäft.

Seither wird getüftelt und probiert, geforscht und experimentiert. Wie schon sein Vater, verschreibt sich Dario Fontanella der Tradition des „Gelato artigianale“, also des handwerklich hergestellten Eises. Nüsse aus Piemont, Zitronen aus Sizilien, Safran aus dem Iran, Valrhona Schokolade aus Frankreich stets ist er auf der Suche nach noch besseren Zutaten, die sein Eis zu einem noch größeren Geschmackserlebnis werden lassen.

Beste Zutaten ergeben bestes Eis

Von der Qualität der Zutaten durften wir uns bei einer Führung durch die gläserne Produktion selbst überzeugen. Noch nie zuvor haben ich kandierte grüne Mandeln, also unreife Mandeln probiert. Ein Gedicht! Oder an einer Nussmasse geschnuppert, die sich wie süße Seide auf die Geschmacksknospen legt. Traumhaft.

Doch das ist nur die eine Seite einer guten Eismanufaktur. Die andere heißt Technik. Bei Fontanella wird zum Beispiel jedes Obst vor dem Einsatz mit dem Refraktometer auf seinen Zuckergehalt geprüft. Entsprechend wird die Zuckermenge angepasst um einen gleichbleibenden Geschmack des Endproduktes zu garantieren.

Fontanella Eis hat die Sterneküche erobert

Kein Wunder also, dass Fontanella Eis in aller Munde ist. Neben den eigenen Eiscafés, vier in Mannheim, werden zahlreiche gastronomische Betriebe beliefert. Darunter auch Sterneküchen, für die eigens Kreationen entworfen wurden, z.B. ein Basilikumeis, das mit Tomaten und Mozzarrella serviert wird und der Caprese den ganz besonderen Pfiff gibt.

Tatsächlich ist es Darion Fontanella bei unserem Besuch auch gelungen, mich von Gelato mit herzhaften Zutaten zu überzeugen. Darum habe ich bislang einen Bogen gemacht, aber das Eis mit Olivenstückchen oder Parmesan war ein Gedicht.

Mein Highlight: Aprikose-Lavendel

Doch mein persönliches Highlight war – neben dem legendären Spaghetti-Eis, das genauso schmeckte, wie ich es als Kind geliebt habe – ganz eindeutig das Aprikose-Lavendel-Eis. Fruchtig-frische Aprikose, leicht säuerlich, mit einem Hauch von Lavendel oder wie Dario Fontanella es formuliert hat:

Stellen Sie sich vor, Sie stehen im Sonnenschein vor einem Lavendelfeld und essen reine wirklich reife, saftige Aprikose.

Eis von Fontanella in Mannheim – hach ja, seufz – für mich eindeutig ein #PlacetoBW.

Wer jetzt denkt: Maestro oder Maestra Gelatai würde ich auch gerne werden, der sollte mit Herrn Fontanella Kontakt aufnehmen. Bei ihm gibt es sicher wertvolle Tipps, denn dieser Mann lebt für gutes Eis.

Die Eis Fontanella war eine Station der #PlaceToBW Genusstour vom 07. bis 09. Oktober 2014.

Wer mehr über Baden-Württemberg, das Land, die Leute und die Arbeitsmöglichkeiten wissen möchte, findet auf BW-jetzt und beim Urlaubsland Baden-Württemberg reichlich Anregung und ein offenes Ohr für alle Fragen.