Buddha Brezel, Nägele, Silberburg

Buddha Brezel: Skurriles und Launiges aus Schwaben

Einmal Schwabe, immer Schwabe? Oder kann der Schwabe an sich auch mal seinem Alltag entfliehen? Olaf Nägele jedenfalls versucht es. Mehr oder weniger erfolgreich. Aber dafür mit reichlich Situationskomik.

Buddha Brezel, Nägele, Silberburg“Ja wia? Sen ihr scho wieder do? War koi guats Wetter auf Kreta?”, ruft der Nachbar den Nägeles zu, als sie eine Woche zu früh aus ihrem Urlaub zurück sind. Wie erklärt man jetzt, was passiert ist, ohne sich zu blamieren. Wetter, Pension, Essen war ja alles prima. Wäre da nicht die Beach-Volleyball-Damenmannschaft aus Hildesheim gewesen. Olaf wollte ja nur helfen. Aber nein, seine Lebensgefährtin musste ja quer schießen und überstürzt die Koffer packen. Und er? Er kann sich jetzt überlegen, wie er das den Nachbarn erklärt, ohne das Gesicht zu verlieren.

Doch Nägele bringt uns nicht nur in den Genuss der „Original-Nägele-Storys“, die Buddha Brezel ist auch noch mit zwei weiteren Zutaten belegt:

“Em Vorbeilaufa” gibt es kurze Streiflichter zu Stillleben, Scherzkeksen und Tafelfreuden.  Mit “Do guck na” protestieren Enten mit Bürzel hoch gegen die “Tieferlegung” des Max-Eyth-Sees und die Mona Fiesa entpuppt sich als Wischi-Waschi-Gemälde.

Skurriles aus Schwaben

Kurzum, “Buddha Brezel” ist eine kunterbunte Sammlung an skurrilen Geschichten und Geschichtchen mit schwäbischem Lokalkolorit. Mein persönliches Highlight: Das schwäbische Navigationsgerät von Kurt-Eberhard Schraidle. Ich denke, das könnte der Verkaufsschlager auf schwäbischen Schwarzmärkten werden.

Wer Schwaben mag, wird “Buddha Brezel” lieben.

* Für Nicht-Schwaben sei erklärt: Wenn es sie in Schwaben mal nach einem mit Butter bestrichenen Laugengebäck in Brezelform gelüsten sollte, bestellen Sie keine Butterbrezel, bestellen Sie eine “Buddha Brezel”. Sie werden mit offenen Armen in den Kreis der Eingeweihten aufgenommen werden, denn Sie sprechen den beliebten Schwabensnack perfekt aus.

Olaf Nägele

Olaf Nägele, 1963 in Esslingen geboren, hat nach langjährigen Aufenthalten in München, Stuttgart und Hamburg den Weg in seine Heimatstadt zurückgefunden. Dort feilt der freiberufliche Kommunikationswirt (KAH) an PR- und Werbetexten für seine Auftraggeber und verfasst als Journalist Artikel für diverse Zeitungen. Die Lust am Fabulieren und der Spaß, Geschichten zu erzählen, haben ihm zahlreiche Beiträge in Anthologien eingebracht, Hörspiele für den SWR folgten. Für seine Kurzgeschichte »Die Sache mit Gege« erhielt er den Literaturpreis der Akademie Ländlicher Raum in Baden-Württemberg; sie ist in dem Buch »Feste feiern auf dem Land« erschienen. Auch durch seine satirisch angehauchten Lesungen hat Olaf Nägele sich beim Publikum einen Namen gemacht.

Buchinfo: Buddha Brezel von Olaf Nägele, erschienen bei Silberburg, Oktober 2014, 160 Seiten, gebunden, 14,90 €, ISBN 978-3-8425-1354-9

Mehr Schwäbisches auf Leselust: Bring mich zu den Schwaben!

Veröffentlicht von

Ulrike

Ich verstehe analoge Bedenken und kann digitalen Mut machen. Und ich übersetze zwischen beiden Welten. In Unternehmen, bei MitarbeiterInnen, im Dienstleistungsumfeld, im Privatleben, auf meinen Blogs. Das ist meine Leidenschaft.

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