Lea Stein: Alte Schuld

Seit einem Jahr ist Ida Rabe jetzt Mitglied der weiblichen Polizei in der Davidwache in Hamburg. Jetzt steht ihr beruflicher Durchbruch bevor. Als einzige Frau ist sie für eine Weiterbildung angemeldet. Doch dann sieht es so aus, als würde die Währungsreform alles verderben.

Seit einem Jahr arbeitet Ida Rabe jetzt bei der weiblichen Polizei auf der Davidswache. Und noch immer ist sie fassungslos, wie gering der Wert von Frauen im Nachkriegs-Hamburg immer noch eingeschätzt wird. Beinahe täglich werden übel zugerichtete weibliche Leichen im Schutt der Kriegsruinen gefunden, doch kaum ein Mord wird aufgeklärt, viele nicht mal verfolgt.

Als eine völlig verstörte junge Frau in ihrem Büro steht, weil sie leut eigener Angabe verfolgt wird, wittert Ida Rabe ihre Chance. Sie will der verzweifelten Frau helfen. Doch die überlegt es sich plötzlich anders und weigert sich, Anzeige zu erstatten. Den Mann, der sie verfolgte, kann sie nicht beschreiben. Und plötzlich läuft sie eilig wieder aus der Wache. Aber damit hat sie die Rechnung ohne Ida Rabe gemacht.

Wieder ein toller Blick auf die Frauenrechte in den 50ern

Wie auch schon bei Band eins der Ida-Rabe-Reihe bin ich begeistert von den Einblicken, die mir Lea Stein in die Welt der Frauen nach dem Ende des zweiten Weltkrieges gibt. Wie sehr sie eingeschränkt wurden. Wie wenig man ihnen zugetraut und gestattet hat. Und wie engagiert sich die Mutigen unter ihnen ihren Weg gebahnt haben.

Ein klarer Sympathieträger ist erneut Heinrich, der schrullige, intelligente Nachbar von Ida Rabe, er auch in der schweren Nachkriegszeit mit Keksen und Kaffee aufwarten kann. Und der rund um die Uhr ein offenes Ohr für die junge Polizistin hat. Mit seiner Hilfe und seinen guten Kontakten kann sie auch diesen Fall lösen.

Ich bin schon sehr gespannt, wie es mit Ida Rabes Karriere weitergehen wird und feiere Lea Stein für ihr großes Talent, Krimi und Geschichte virtuos zu verflechten.

Man muss Band eins übrigens nicht gelesen haben, um Band zwei genießen zu können.

Lea Stein

Lea Stein ist das Pseudonym der Autorin und Journalistin Kerstin Sgonina, die bereits mehrere Romane veröffentlichte. Als sie mit 18 nach Hamburg zog, verliebte sie sich sofort in die Stadt. Nach dem Abitur schlug sie sich auf der Reeperbahn als Türsteherin und Barfrau durch. Heute lebt sie mit ihrem Mann, den beiden Kindern und ihrem Hund in Brandenburg. Die Romane um Polizistin Ida Rabe sind ihre erste Krimi-Reihe.

Buchinfo: Alte Schuld von Lea Stein, erschienen bei Heyne, 11. Januar 2024, 448 Seiten, Klappenbroschur, € 16,00, ISBN: 978-3-453-42607-8. Danke für das Leseexemplar.


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