Ein Teilnehmer einer großen Drückjagd wird ermordet aufgefunden. Was auf den ersten Blick nach einem Jagdunfall klingt, entwickelt sich schnell zur hoch komplexen Mordermittlung. Erst eine zweite Leiche bringt die Ermittelnden auf die richtige Spur.

Kommissarin Carla Seidel wird ins Wendland abgeordnet. Sie soll die Mordermittlung in einem brutalen Mordfall leiten. Der Teilnehmer einer privaten Jagdgesellschaft in aristokratischen Kreisen wurde erstochen aufgefunden. Die sieben Stiche, teilweise sogar nach dem Tod ausgeführt, deuten auf eine Beziehungstat hin, aber alle Verdächtigen haben scheinbar perfekte Alibis. Erst eine zweite Leiche bringt die Ermittelnden auf eine erste Spur, doch auch die scheint im Sande zu verlaufen.
Als wäre das nicht schon kompliziert genug, hat Carla auch mit privaten Problemen zu kämpfen. Lana, ihre Tochter wird in einigen Tagen 18 Jahre alt und kann dann – wenn sie es möchte – Kontakt zu ihrem Vater aufnehmen. Der renommierte Chirurg hat Carla mehrfach schwer misshandelt, bis sie endlich reagiert, sich getrennt und ein Kontaktverbot erwirkt hat. Das galt auch für Lana, aber mit ihrer Volljährigkeit läuft es aus. Und tatsächlich möchte Lana ihren Vater treffen.
Weniger ist manchmal mehr
Insgesamt drei brutale Morde, zwei selbstgefällige Vorgesetzte, die die Ermittlungsarbeit behindern, eine Teenagertochter mit autistischen Zügen, die zudem in den Sohn eines Verdächtigen verliebt ist, die Selbstfindung der Kommissarin – ganz schön viel Stoff für einen einzigen Krimi.
Mir waren das zu viele Nebenschauplätze, auch wenn das aktuell scheinbar ein Trend ist. Ich mag es fokussierter und damit schneller und packender. Deshalb hat mich Der Wolf im dunklen Wald von Sia Piontek nur bedingt gefesselt. Schade eigentlich, weil die Story als solche durchaus spannend und interessant ist. Sie zeigt, wie wichtig es ist, Verletzungen früh zu klären, ehe sie sich in unstillbaren Hass mit tödlichen Konsequenzen verwandeln können.
Insofern: Stilistisch nicht meins, aber inhaltlich grundsätzlich gut. Und was den Schreibstil angeht, sind die Geschmäcker ja glücklicherweise völlig unterschiedlich.
Sia Piontek
Sia Piontek ist das Pseudonym einer ehemaligen Verlagsprogrammleiterin, die bereits mehrere Romane veröffentlicht hat. “Die Sehenden und die Toten” ist der Auftakt ihrer im Wendland angesiedelten Kriminalromanreihe um die Ermittlerin Carla Seidel. Wenn sie nicht gerade schreibt, arbeitet Sia Piontek als Schreibcoach und freie Lektorin. Sie lebt mit ihrer Tochter in Hamburg und im Wendland.
Buchinfo: Der Wolf im dunklen Wald von Sia Piontek, erschienen bei Goldmann, 19.03.2025, 448 Seiten, Klappenbroschur, € 17,00, ISBN 978-3-442-20663-6. Danke für das Leseexemplar.

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