Adrian Schmelzenbart: Lilly Red Corvette – Serienmorde in Wien

Eine Mordserie hält Wien in Atem. Die Opfer: durchweg Männer, die Frauen gequält, misshandelt und/oder vergewaltigt haben. Kein Wunder also, dass es durchaus Sympathien für den Täter gibt. Auch bei der Polizei.

Chefinspektorin Elisabeth Navratil – Rufname Betty – und ihr Kollege Chefinspektor Charly Wurzinger sind die leitenden Ermittler der Mordserie, die eine blutige Spur durch Wien zieht. Der Druck auf beide ist enorm, denn die Wahl der Opfer sorgt für breites mediales Interesse. Viele sind der Meinung, dass man den Toten, die alle Frauen Gewalt angetan haben, keine Träne nachweinen muss. Dass es eigentlich die Aufgabe der Polizei wäre, die Frauen zu schützen. Dementsprechend ist wenig Unterstützung aus der Bevölkerung zu erwarten. Als ein Mord genau in der Kneipe passiert, in der Betty und Charly den Abend privat verbringen, eskaliert die Situation. Und in Betty keimt ein schlimmer Verdacht: Haben sie es mit einer Serienmörderin zu tun? Suchen sie eine Frau und keinen Mann?

Lilly, die liebreizende Mörderin?

Einige Wochen zuvor. Betty ist beim Einkaufen, als eine bezaubernde junge Frau mit ihrem Einkaufswagen in sie hinein fährt. Zur Wiedergutmachung will Lilly, so heißt die stürmische “Rennfahrerin”, Betty auf einen Kaffee einladen. Die Polizistin kann sich dem Charm der Jüngeren nicht entziehen und lässt sich auf sie ein. Eine verhängnisvolle Affäre beginnt. Bis mitten in der Nacht eine fremde Frau auf Bettys Anruf reagiert. Was hat sie an Lillys Handy verloren? Und warum kann Betty die ausweichenden Erklärungen ihrer Geliebten nicht wirklich glauben?

Sympathie mit der Mörderin

So richtig gut habe ich mich in Lilly Red Corvette von Adrian Schmelzenbart nicht hineingefunden, was vermutlich am reichlich gestreuten Wiener Schmäh lag. Für meine deutschen Ohren klang einiges schon recht derb. Aber die Story klang halt einfach spannend und nicht nach Mainstream.

Und siehe da, ab dem zweiten Drittel las sich das Buch komplett anders. Sehr flüssig und schnell vorwärts gehend, keine ständigen Wechsel der Erzählstränge und astreines Hochdeutsch. 😉 Für dieses Durchhalten wurde ich eindeutig belohnt. Immer wieder gab es Wendungen, die für mich nicht wirklich vorhersehbar waren. Und dann kam das furiose Finale. Wahrhaft großes Kino!

Lilly Red Corvette von Adrian Schmelzenbart ist ein spannender Thriller der für Krimifans Abwechslung vom Krimi-Mainstream bringt. Tatsächlich hatte ich deutliche Sympathien oder zumindest etwas Verständnis für Lilly Morden. Lest selbst.

Adrian Schmelzenbart

Adrian Schmelzenbart ist ein passionierter Bergsteiger. Deswegen hat er für seinen Debütkrimi Tod am Traunstein auch eine Kulisse gewählt, die ihm gut bekannt und vertraut ist. Lilly Red Corvette, sein neuer Krimi, spielt in Wien.

Buchinfo: Lilly Red Corvette von Adrian Schmelzenbart, erschienen bei federfrei, 10. November 2026, 370 Seiten, Taschenbuch, € 14,90, ISBN 978-3-99074-349-2. Danke für das Leseexemplar.


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