Mit Bohnen gefüllte Tomaten (vegan) nach Nigel Slater

Ich habe es schon erwähnt: Ich bin Nigel Slater Fan. Für mich verkörpert er die moderne Hausmannskost. Lecker, einfach, mit frischen, saisonalen Zutaten. Sein Küchentagebuch lädt zum Spontankochen ein.

Den Schokoladentraum aus Nigel Slaters neuem Kochbuch habe ich bereits hier verbloggt. Selbst als Sonntagsnachmittags-Notlösung war er noch ein Traum. Und brav wie ich bin, habe ich auch gleich Slaters Hinweis befolgt, den bereits heißen Backofen noch anderweitig zu nutzen, zum Beispiel für gefüllte Tomaten mit weißen Bohnen.

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Nachgekocht: Gefüllte Tomaten (CC: by-sa-nc)

Auch hier musste ich – wie beim Kuchen – notgedrungen wieder etwas abwandeln. Fleichtomaten hatte ich keine, mag ich auch nicht so gerne. Dafür hatte ich nur weiße Riesenbohnen, von denen gerade mal drei oder vier in eine Normale Tomate gepasst hätten. Also habe ich mich kurzerhand für eine Dose Chilibohnen entschieden. Da ich es sowieso gerne pikant mag, kam auch noch eine Chilischote ins Spiel.

Die Zutaten (für 4 Personen)

  • Olivenöl
    1 mittelgroße Zwiebel
    2 mittelgroße Karotten
    3 Zehen Knoblauch
    1 Lorbeerblatt
    1 mittelscharfe rote Chilischote (benutzt Nigel Slater nicht)
    8 große normale oder 4 Fleischtomaten
    1 Dose gehackte Tomaten (400 g)
    1 Dose Chilibohnen (400 g) (Nigel Slater nimmt weiße Bohnen)
    1 EL Weißweinessig (Nigel Slater nimmt Rotweinessig, hatte ich keinen)
    2 TL Zucker
    8 große Basilikumblätter

Die Zubereitung

  • Olivenöl in einem mittelgroßen Topf erhitzen
    Zwiebeln fein schneiden und ca. 10 min weich und blassgelb dünsten
    Karotte fein würfeln, dazugeben
    Knoblauch fein schneiden und dazugeben
    Chilischote der Länge nach aufschneiden, Kerne entfernen und in den Topf geben (ich lasse sie immer ganz und nehme sie zum Schluss wieder raus)
    Lorbeerblatt hinzufügen
    Weitere 5 Minuten garen, bis alles duftet
  • Bei den Tomaten oberen Deckel abschneiden, Inneres mit einem Teelöffel herausschaben, den Rand dabei nicht verletzen
    Leere Tomatenschalen auf ein Backblech oder in eine Backform setzen
    Tomatenfleisch hacken und mit den Dosentomaten zu der Zwiebelmischung geben
    Großzügig salzen und pfeffern
    15 min köcheln lassen

Backofen auf 200 °C vorheizen

  • Chilibohnen mit der Flüssigkeit (Nigel Slater gießt die weißen Bohnen ab, aber dann wäre der Chili-Effekt bei den Chilibohnen weg gewesen) unter die Mischung rühren
    Essig, Zucker und gehackte Basilikumblätter zugeben
  • Mischung in die Tomaten löffeln
    Den Rest drumherum verteilen
    Mit Deckel 40 min Backen, bis die Tomaten “am Rand des Zusammenbruchs” stehen

Nigel Slater serviert die gefüllten Tomaten für vier Personen als Hauptgericht. Wenn man zuvor oder danach den göttlichen Schokoladenkuchen hat, mag das passen. Für die Mehrzahl wird eine gefüllte Fleischtomate alleine etwas knapp sein. Das schnelle, einfache Gericht lässt sich aber sehr gut mit etwas Baguette oder zum Beispiel Polentaschnitten oder Reis ergänzen.

Originalrezept aus „Das Küchentagebuch“ von Nigel Slater, erschienen bei Dumont, August 2014, 532 Seiten, Hardcover, € 39,99, ISBN 978-3-8321-9477-2.

Meine Meinung zum Buch hier im Blog: Das Küchentagebuch von Nigel Slater

Nachgebacken: Schoko-Himbeer-Kuchen nach Nigel Slater

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Schoko-Himbeer-Kuchen nach Nigel Slater

Kürzlich habe ich von Nigel Slaters “Küchentagebuch” geschwärmt, das in meinen Augen viel mehr ist, als ein Kochbuch. Es ist eine Einladung in Nigel Slaters Küche. Kaum war es im Haus, habe ich das erste Backrezept leicht abgewandelt umgesetzt.

Schokoladen-Zwetschen-Kuchen stand bei Nigel Slater am 29. August auf dem Plan. Eine Kombination, die meinen Gaumen alleine beim Gedanken daran zum Tropfen brachte. Dummerweise war Sonntag und keine Zwetschgen im Haus. Auch die diversen Rohrzuckerarten, die im Originalrezept verwendet werden, hatte ich nicht.

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Zwetschen-Schoko-Kuchen ohne Zwetschgen (CC: by-sa-nc)

Dafür hatte ich frische, leckere Himbeeren, ein paar frische Mirabellen. Die kräftig schmeckenden Himbeeren konnte ich mir auf Anhieb gut in einem saftigen Schokoladenkuchen vorstellen. Mirabellen weniger, aber auch das wollte ich probieren. Leider war nur die gute alte Blockschokolade im Haus, aber die würde es für den ersten Test tun.

Die Zutaten (für 8 Personen)

  • 250 g dunkle Schokolade
    250 g Butter
    3 Eier
    knapp 200 g Zucker (Slater nimmt 125 g Muscovado-Zucker und 125 g braunen Zucker)
    60 g Mehl
    eine Prise Backpulver
    2 EL ungesüßtes dunkles Kakaopulver
    250 g frische Himbeeren (die Mirabellen waren nicht der Hit, deshalb hier nur Himbeeren)

Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Eine quadratische oder Kastenform mit Backpapier auslegen (sehr zu empfehlen, da das Schokoladenträumchen sehr sehr zart ist).

Los geht’s

  • Schokolade in Stücke brechen und über dem Wasserbad schmelzen (Vorsicht: nicht zu heiß werden lassen)
    Butter zur Schokolade geben und ebenfalls unter Rühren schmelzen
    Eier trennen
    Eigelbe mit dem Zucker hell und schaumig schlagen
    Geschmolzene Schokoladenbutter sanft, aber gründlich unterrühren
    Mehl, Backpulver und Kakao vorsichtig zur Mischung geben
    Eiweiß zu steifem Schnee schlagen
    Vorsichtig unter die Teigmischung heben, nicht zu stark rühren
    Masse in der Form verteilen
    Himbeeren auf den Teig geben und mit einer Gabel leicht nach unten drücken

Ca. 50 min Backen. Backzeit hängt immer vom Ofen ab. Stäbchenprobe!

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Der schmeckt auch traumhaft, wenn er in der Mitte noch nicht durchgebacken ist. 😀

Viel Spaß mit diesem traumhaften Hüftschmeichler nach Nigel Slater.

Originalrezept aus „Das Küchentagebuch“ von Nigel Slater, erschienen bei Dumont, August 2014, 532 Seiten, Hardcover, € 39,99, ISBN 978-3-8321-9477-2.

Meine Meinung zum Buch hier im Blog: Das Küchentagebuch von Nigel Slater

Nachgekocht: Gefüllte Tomaten (vegan)

Nigel Slater: Das Küchentagebuch

Es ist schon ziemlich lange her, dass ich das letzte Kochbuch in den Händen gehalten habe und noch länger, dass ich nach einem Rezept daraus gekocht habe. Nigel Slaters Küchentagebuch hat mich auf Anhieb gepackt. Ansprechendes Cover, sympathische Selbstbeschreibung und bodenständige, saisonale Küche. Das macht Lust auf Nachkochen.

(Cover: Dumont)Ein Ausflug in die Welt der Kochboxen, über den ich demnächst noch näher eingehen werde, hat dazu geführt, nach langer Zeit mal wieder nach Rezept zu kochen. Gute Idee, denn irgendwie zieht eben doch die Gewohnheit ein. Bei den Zutaten, den Gewürzen, der Vielfalt. Insofern kam die Ankündigung von Nigel Slaters neuem Kochbuch “Das Küchentagebuch” zum perfekten Zeitpunkt.

Und gleich auf dem Klappentext empfängt mich schon das erste Rezept: Pistazien-Zitronen-Kekse. Wie könnte man besser auf ein Buch, das sich mit Essen beschäftigt, einstimmen?!

Ehrlich und alltäglich statt protzig und auffällig

Den nächsten Pluspunkt sammelt Nigel Slater mit seinen einleitenden Worten:

Ich koche. Das tue ich an so ziemlich jedem Tag meines Lebens, seit meiner Teenagerzeit. Nichts Protziges oder Auffälliges, nur ehrliche, alltägliche Sachen. Die Art von Essen, für die man nach einem arbeitsreichen Tag gerne nach Hause kommt. Ein paar Wochenendrezepte, ein bisschen Kuchen und Backvergnügen, vereinzelte Einmachgläser und Schlemmereien für Festtage. Aber im Allgemeinen bloß schlichte, unaufdringliche Rezepte, eher zum Austauschen als zum ehrfürchtigen Bestaunen.

In die Hand genommen und losgelegt

Und dann nimmt er uns mit auf einen Streifzug durch seine gesammelten Kochtagebücher und durch die Jahreszeiten. Los geht es am 1. Januar mit “einem bescheidenen Brot und einer Suppe aus Wurzeln”. Das Cidre-Brot spricht mich zwar weniger an, aber die Suppe aus Speck und Sellerie steht bereits auf meiner Todo-Liste, wenn auch vermutlich ohne Speck. Gleiches gilt für das Petersilien-Risotto mit Parmesan-Chips vom 2. Januar und viele andere Rezepte wie zum Beispiel den gefüllten Tomaten und dem Schokoladen-Zwetschgenkuchen vom 29. August. Die letzten beiden habe ich in leichter Abwandlung sofort umgesetzt. Sie waren so lecker, dass ich ihnen jeweils einen eigenen Blogbeitrag widmen werde.

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Nachgebacken: Zwetschen-Schoko-Kuchen ohne Zwetschgen (CC: by-sa-nc)

Nigel Slater macht es einem leicht, sich spontan auf seine Küche einzulassen. Einerseits sorgt der regionale Bezug dafür, dass ich jetzt im August alles problemlos bekomme, was er in seinen Rezepten verwendet. Andererseits weil er in der Wahl der Zutaten – den Zucker mal ausgenommen – so schnörkellos ist. Ich muss nicht erst durch zig Läden, um ausgefallene Zutaten zu besorgen, ich kann sofort loslegen. Oder ich ändere einfach etwas ab, damit es zu meinen Vorräten passt. Slaters entspannter Umgang mit seinen Gerichten lädt dazu ein.

Ein stimmiges Gesamtwerk, auch dank der guten Übersetzung
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Nachgekocht: Gefüllte Tomaten (CC: by-sa-nc)

Für viele meiner Bücher entscheide ich mich nach Bauchgefühl – bei Kochbüchern sicher eine besonders naheliegende Entscheidung. “Das Küchentagebuch” hat mich durch seine “warme” Aufmachung sofort angesprochen. Mit den ruhigen Texten auf Augenhöhe ging es dann weiter. Da werden “süße Rote Bete gebändigt”, das Gefühl für lieb gewordene Küchengeräte so beschrieben, dass man meint, man hat sie selbst in der Hand gehalten. Und beim Streifzug durch den Garten der Freunde, kann man den Duft der Pflaumen fast riechen. Ein großes Lob an dieser Stelle auch an die Übersetzerin Sofia Blind! Die schönen Fotos stammen von Jonathan Lovekin.

Von mir bekommt “Das Küchentagebuch” eine klare Kaufempfehlung. Für seine saisonalen und damit regional umsetzbaren Rezepte. Für den Streifzug durch seine Küche und seinen Garten, auf den er mich mitnimmt.

Nigel Slater

Nigel Slater, geboren 1958 in Wolverhampton, zählt zu den besten Food-Journalisten der Welt. Er ist Autor zahlreicher Bücher und genießt in England nicht nur unter Spitzenköchen Kultstatus. Seit 20 Jahren schreibt er für den “Observer” eine Kolumne zum Thema Essen und drehte diverse Kochsendungen für die BBC.

Hinweis für Vegetarier_innen und Veganer_innen: Da sich Nigel Slater durch die Jahreszeiten kocht, sind doch einige vegetarische Rezepte, beziehungsweise Rezepte, bei denen man einfach Fleisch oder Fisch weglassen kann. Auch einige vegane Gerichte gibt es, zum Beispiel die gefüllten Tomaten. Doch die sind eher selten. Auch hier lässt sich sicher wieder einiges anpassen, aber das ist nicht wirklich Sinn der Sache.

Buchinfo: Das Küchentagebuch von Nigel Slater, erschienen bei Dumont, August 2014, 532 Seiten, Hardcover, € 39,99, ISBN 978-3-8321-9477-2. Danke für die Bereitstellung des Buches zur Rezension.

Nachgebacken: Schoko-Himbeer-Kuchen nach Nigel Slater

Nachgekocht: Gefüllte Tomaten nach Nigel Slater (vegan)