Martin Kintrup: Food for Future

Mit unserem Einkauf können wir viel bewegen. Regionale Produkte ersparen lange Transportwege. Sorgfältige Planung verhindert, dass noch Essbares weggeworfen werden muss. Hier setzt Martin Kintrup mit seinem restlos guten Kochbuch an.

Food for Future von Martin Kintrup

Ich kaufe viel regional und genieße den Vorteil, auf zahlreiche Hofläden, Winzer, Brennereien zurückgreifen zu können. Dazu kommen saisonal noch Privatpersonen, die vor ihrem Haus die Überschüsse aus dem eigenen Garten verkaufen.

Das tolle Angebot hat aber auch einen großen Nachteil. Manchmal kann ich mich nur schwer bremsen und kaufe mehr wunderschönes Obst und Gemüse, als ich essen beziehungsweise verarbeiten kann. Einfrieren ist bei meinem kleinen Gefrierschrank auch nur bedingt eine Lösung.

Zur Beerensaison koche ich aus Beerenresten eine Grütze, fülle sie heiß in kleine Schraubgläser, stelle sie zum Abkühlen auf den Kopf. Im Kühlschrank halten sie sich dann problemlos einige Tage. Ähnlich verfahre ich mit Gemüseresten, die ich mit Brühe püriere. Dann ist schnell eine leckere Suppe parat.

Mit der Küchenausstattung fängt es an

Mit Food for Future geht Martin Kintrup noch deutlich weiter. Er gibt Tipps für

  • plastikfreien Einkauf
  • richtiges Aufbewahren
  • nachhaltiges Gärtnern von eigenem Gemüse und leckeren Kräutern
  • langlebige und effiziente Küchenausstattung
  • und natürlich schmackhaftes Essen, regional, saisonal und bio

Natürlich wird kaum jemand seine komplette Kücheneinrichtung entsorgen und sich neu, nachhaltig und energieeffizient ausstatten. Es ist zu bezweifeln, dass damit irgendwas gewonnen wäre. Aber Martin Kintrups Buch hilft dabei, bewusst Teile nachzukaufen, wenn Altes den Geist aufgibt. Und es hilft natürlich Menschen, die ihre erste eigene Wohnung einrichten.

Was wächst wann

Ich weiß noch, was wann Saison hat. Wir hatten früher daheim einen großen Garten und auch diverse Obstbäume. Wer sowas nicht erlebt hat, tut sich beim Einkauf unter Umständen schwer. Wir sind ja gewohnt, fast ganzjährig alles in den Supermarktregalen zu finden. Aber muss man wirklich im April Trauben aus Südafrika kaufen, wenn zeitgleich vor unserer Tür die ersten Erdbeeren wachsen? Damit diese Entscheidung leichter fällt, gibt es in Food for Future einen umfangreichen Saisonkalender.

Alles gut und schön und wichtig. Was mich an Food for Future jedoch am meisten begeistert, sind die Rezepte zur Resteverwertung. Die Armen Ritter sind ja manch einem noch ein Begriff. Aber auch aus welken Blaubeeren lässt sich noch ein leckerer Crumble zaubern. Gemüsereste schmecken prima auf einem schnell gekneteten Flammkuchen.

Eat me, I’m tasty!

Und dann sind da noch die sogenannten Abfälle. Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen, aus Kohlrabistielen eine Soße zu kochen. Die habe ich immer zur Freude der Kunden, die Hasen haben, im Laden gelassen. Oder vom Blumenkohlstrunk ein Carpaccio zu machen.

Und was selbst dafür ungeeignet ist, aus dem kocht Martin Kintrup eine leckere, hausgemachte Brühe.

Ich bin wirklich begeistert von diesem tollen, zeitgemäßen Buch. Durch unseren Einkauf und unser Konsumverhalten können wir so viel bewirken. Wer sich ständig auf die Politik beruft, die es richten soll, redet sich raus. Wenn ich Billigfleisch nicht kaufe, wird weniger davon verkauft. Wenn ich im Winter keine Erdbeeren nachfrage, sinkt der Druck auf die Ladeninhaber, welche aus Südamerika zu importieren. Das müssen wir uns immer wieder bewusst machen. Food for Future von Martin Kintrup hilft dabei. Danke dafür!

Martin Kintrup

Martin Kintrup lebt auf einem Bauernhof am Stadtrand von Münster. Die Liebe zur Natur bekam er als Sohn eines begeisterten Gärtners schon in die Wiege gelegt. Während des Landschaftsökologie-Studiums entdeckte er seine zweite große Liebe: Das Kochen! In einem Restaurant in Münster kochte er mehrere Jahre mit großer Freude und begann Kochbücher zu schreiben. Seit rund 16 Jahren arbeitet er nun schon erfolgreich als Autor, inzwischen auch als Foodstylist. In dieser Zeit sind von ihm fast 50 Bücher erschienen – teils vegetarisch, teils mit Fleisch, häufig mit nachhaltigen Themen, immer richtig lecker. Mit seinen Büchern vereint Martin seine zwei großen Passionen und beweist, dass nachhaltige Lebensweise und grenzenloser Genuss kein Widerspruch sein müssen.

Buchinfo: Food for Future von Martin Kintrup, erschienen bei südwest, 27. April 2020, 192 Seiten, Hardcover, € 22,00, ISBN: 978-3-517-09899-9. Danke für das Leseexemplar.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s