Beate Maxian: Tödliche Marillenzeit – Skrupellose Pläne in der Wachau

Lou Conrad, Ex-Polizistin und jetzt Inhaberin eines exquisiten Feinkostladens in der Wachau, will bei ihrer Lieferantin die bestellten Marillen (Aprikosen) abholen. Als auf ihr Klingeln niemand öffnet, geht sie ums Haus. Im Marillengarten findet sie die Bäuerin. Sie liegt erschlagen unter einem ihrer Bäume.

Lou Conrad ist nervös. Die Marillenbäuerin Marta hat ihr Nachschub für ihr Feinkostgeschäft versprochen. Sie wollte sie tagesfrisch pflücken und bis spätestens neun Uhr bei ihr vorbeibringen. Und eigentlich ist Marta immer zuverlässig. Als sie bis halb elf noch nicht da ist und auch nicht an ihr Telefon geht, beschließt Lou, zum Hof zu fahren. Irgendwas scheint nicht zu stimmen. Was sie vorfindet, ist viel schlimmer als befürchtet. Marta liegt tot in ihrem Garten. Auf den ersten Blick sieht alles nach einem Unfall aus, aber Lou sieht als ehemalige Polizistin sofort, dass das nicht sein kann. Wäre sie gestolpert und gefallen, müsste sie ganz anders liegen. Lou ruft die Polizei und verständigt auch gleich ihre frühere Vorgesetzte über ihre Vermutungen.

Obwohl Lou klar ist, dass sie sich eigentlich nicht in die Ermittlungen einmischen darf, kann sie ihre Füße nicht stillhalten. Sie hat im Ort gute Kontakte und ihr erzählen die Leute mehr, als der Polizei, die eh nicht willkommen ist. Schließlich ist touristische Hochsaison. Negative Schlagzeilen können da doch nur schaden.

Was hat Martas Ex zu verbergen?

Schnell gerät Martas geschiedener Mann Rainer in den Fokus der Ermittlungen. Er hat noch nicht verdaut, dass sich seine Frau von ihm getrennt hat, weil er eine Affäre nach der anderen hatte. Lange hat Marta das schweigend ertragen. Bis die beiden Kinder erwachsen waren. Dann hat sie den endgültigen Schlussstrich gezogen.

Auch bei Lou steht Rainer ganz oben auf der Liste, aber dann häufen sich die Ungereimtheiten. Wieso waren Martas Marillen plötzlich pestizidbelastet? Warum verhalten sich die Koschinskys, Nachbarn des großen Marillengartens, den Marta gepachtet hat, so seltsam? Und was hat es mit den Leuten auf sich, die dort mit Bauplänen gesehen wurden?

Krimi-Genuss in der Wachau

Was soll ich sagen? Beate Maxian hat einen Krimi wie eine Rosamunde Pilcher Verfilmung geschrieben. Es gibt zarte Romantik, Anregung für den nächsten Urlaub, Lust auf kulinarische Genüsse und das alles, ohne dass die Spannung darunter leidet. Selbst dann nicht, wenn man – wie ich – schon recht früh auf der richtigen Spur war. Denn auf der richtigen Spur zu sein, heißt ja noch lange nicht, das WARUM verstanden zu haben.

Sehr liebenswert ist die Figur der Lou Conrad, die ihre Füße einfach nicht still halten kann, wenn sie Witterung aufgenommen hat. Dazu ist sie im Herzen einfach viel zu viel Ermittlerin und viel zu intensiv in ihrer österreichischen Heimat verwurzel.

Tödliche Marillenzeit von Beate Maxian ist wirklich kurzweilige Krimiunterhaltung.

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Beate Maxian

Beate Maxian lebt mit ihrer Familie in der Nähe des Attersees und in Wien und zählt zu den erfolgreichsten Autorinnen Österreichs. Ihre Wien-Krimis um die Journalistin Sarah Pauli stehen dort regelmäßig an der Spitze der Bestsellerliste. Auch »Ein tödlicher Jahrgang« und »Tödliche Marillenzeit«, die ersten beiden Bände ihrer Krimireihe um die Feinkosthändlerin Lou Conrad, wurden auf Anhieb Bestseller.

Buchinfo: Tödliche Marillenzeit von Beate Maxian, erschienen bei Goldmann, 18.09.2023, 336 Seiten, Klappenbroschur, € 17,00, ISBN 978-3-442-49591-7. Danke für das Leseexemplar.


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