Cornelia Mohrmann: Grenzverkehr

Der Besuch von Kommissar Ivo Golob bei den Bregenzer Festspielen entwickelt sich ganz anders als geplant. Statt spektakulärer Bühnenshow zieht ein Leichenfund alle Aufmerksamkeit auf sich. Dass diese Leiche erneut zu einer Zusammenarbeit mit Kriminalhauptkommissar Emmeran Vilsmayr aus Altötting führen wird, kann er noch nicht ahnen.

Kommissar Ivo Golob kann es kaum erwarten, wieder in seine Heimatstadt Wien zurückversetzt zu werden. Auch wenn das bedeutet, dass er seine Lebenspartnerin dadurch seltener sehen kann. Unmittelbar vor seiner Abreise erhält er einen Brief von der Frau eines alten Freundes. Der ist unheilbar an Krebs erkrankt und hat einen letzten Wunsch: Er möchte mit Golob die Bregenzer Festspiele besuchen. Ein Wunsch, den Ivo Golob nicht abschlagen kann. Doch der Abend läuft ganz anders als geplant. In der Pause “stolpern” die beiden Männer über eine Leiche, die mit einbetonierten Füßen im Bodensee versenkt worden war. Alles sieht nach einer Mafia-Tat aus.

Altötting. Kriminalhauptkommissar Emmeran Vilsmayr hat unerwartet viel Freizeit. Aus politischen Gründen möchte sein Vorgesetzter ihn gerne vorübergehend aus dem Fokus der Öffentlichkeit nehmen. Da kommt ihm das Buchprojekt seiner Frau Luitgard gerade recht. Hinter seinem Rücken hat sie beschlossen, die traditionellen Rezepte ihrer Großmutter als Buch herauszubringen. Doch seit einiger Zeit kann sie “ihren” Verleger Thomas Stephan nicht mehr erreichen. Dabei hat sie bereits 5.000 Euro an ihn überwiesen. Emmeran und Luitgard nehmen die Ermittlungen auf.

Ausgerechnet der verschwundene Verleger führt Ivo Golob und Emmeran Vilsmayr, die sich von einem früheren Fall kennen, wieder zueinander. Denn er ist es, der mit “Betonschuhen” aus dem Bodensee gefischt wurde.

Komplexe Story mit viel Lokalkolorit

Cornelia Mohrmann hat auf 320 Seiten einen komplexen Krimi entwickelt, denn die Suche nach Thomas Stephan ist nicht das einzige, was die beiden Polizisten beschäftigt. “Nebenbei” muss auch noch eine Schleuserbande dingfest gemacht werden, die eiskalt über Menschenleben geht. Alles in allem also genug Material für viel Spannung.

Für mich hat der ständige Wechsel zwischen den unterschiedlichen Erzählsträngen die Spannung leider ausgebremst. Wenn alle drei Seiten oder sogar weniger wieder ein anderes Thema im Vordergrund steht, habe ich persönlich immer das Gefühl, dass die Story nicht vorangeht. Deshalb wurde ich mit Grenzverkehr nicht so richtig warm, obwohl die Story gut ist und durch den lokalen Charme einen zusätzlichen Reiz bekommen hat.

Also lest selbst, meine Probleme sind ja vermutlich nicht eure.

Cornelia Mohrmann

Cornelia Mohrmann lebt und arbeitet in der Nähe von Frankfurt am Main. Nach ihrem Debüt »Grenzfälle«, legt sie mit »Grenzverkehr« ihren zweiten Kriminalroman vor.

Buchinfo: Grenzverkehr von Cornelia Mohrmann, erschienen bei Spielberg-Verlag – Riccardi-Books 2024, 320 Seiten, Paperback, ISBN 978-3-95452-784-7, 17,90 €. Danke für das Leseexemplar.


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