Blogger schenken Lesefreude: Die Würfel sind gefallen

Bis einschließlich Freitag, den 26.04.2014, konnte im Rahmen der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ kommentiert werden, was das Zeug hielt. Der Gewinn: „Die Illusion des Getrenntseins“ von Simon Van Booy. 44 Menschen waren an dem Titel interessiert. Jetzt hat die Losglück entschieden.

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44 potenzielle Gewinner und Gewinnerinnen

Alle wanderten in den Losbeutel und wurden ordentlich durchgeschüttelt.

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Es wird spannend!

And the winner is…..

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Die Entscheidung ist gefallen.

Ich gratuliere Fiona zum Gewinn von: Die Illusion des Getrenntseins und wünsche viel Spaß beim Lesen!

Die entsprechende Benachrichtung müsstest du bereits in deinem Posteingang finden. Bitte lass mir schnellstmöglich deine Anschrift zukommen, damit ich das Buch nächste Woche verschicken kann. 🙂

Und alle anderen: Danke für die Teilnahme! Ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut, dass mein Buch auf so großes Interesse gestoßen ist. Vielleicht klappt es ja bei einer anderen Aktion. Ansonsten lesen wir uns vermutlich spätestens nächstes Jahr zum Welttag des Buches wieder.

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Simon van Booy: Die Illusion des Getrenntseins

Martin ist schon fast alt genug für die Schule, als ihm seine Eltern erzählen, dass ihnen in den Kriegswirren ein Fremder ein Baby in den Arm gedrückt hat: ihn selbst. Es dauert Jahre, bis es Martin gelingt, seine Herkunft zu verstehen und es dauert fast sein ganzes Leben, bis er den Mann findet, der ihn damals vor dem sicheren Tod gerettet hat.

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(Cover: Insel Verlag)
Martin, Los Angeles 2010

Im Starlight Retirement Home ist Martin der Mann für alle Fälle. Früh morgens, wenn alle noch schlafen, füllt er seinen Eimer und wischt er mit Kiefernseife über die Flure. Dabei kann er in aller Ruhe über sein Leben nachdenken. Die Bewohner, viele davon ursprünglich aus der Filmbranche, nennen ihn Monsieur Martin, wegen seines französischen Akzentes. Manchmal fährt er zum Santa Monica Pier. Vor sehr langer Zeit hat er dort einer Frau einen Heiratsantrag gemacht.

Mr. Hugo, Frankreich, 1944

Am Nachmittag fliegt ein Bombergeschwader über ihn hinweg. A läuft weiter und kommt zu einer brennenden Scheune. Auf dem Boden die verkohlten Überreste einer Frau, den Eimer noch in den Händen. Im Haus ist es kühl und schattig. Er findet ein paar Zwiebeln, einen Korb und einige welke Selleriestängel. Außerdem einen Krug Milch mit einer dicken Sahneschicht, einige rechteckige Stoffstücke, ein paar große Sicherheitsnadeln. Im Schlafzimmer dann die Überraschung: aus einem Haufen Decken blinzeln ihn kleine Äuglein an.

Wie eng Martins und Mr. Hugos Leben miteinander verbunden sind, ahnt keiner der beiden, als sie zufällig im Starlight Seniorenheim aufeinander treffen. Der Tod lässt ihnen auch keine Zeit, es herauszufinden, denn Mr. Hugo stirbt noch am Tag seines Einzuges.

Unser Leben – nur ein Zufall?

Welchen Einfluss hat das, was unsere Vorfahren getan und erlebt haben, auf unser eigenes Leben? Wie sehr beschäftigt uns die Frage nach der Vergangenheit? Simon Van Booy macht uns am Schicksal seiner Charaktere in “Die Illusion des Getrenntseins” deutlich, wie häufig Zufälle über unser Schicksal entscheiden. Und er zeigt, dass man auch in der größten Grausamkeit noch auf Menschlichkeit hoffen kann. Dabei gelingt es Simon Van Booy auch größte Brutalität aus der neutralen Beobachterperspektive zu betrachten. Effekthascherei oder Stimmungsmache sucht man in seinem Buch vergeblich. Gerade dieser ruhige, elegante Schreibstil nimmt uns mit in die Welt der Protagonisten, die alle auf mehr oder weniger direkten Wegen miteinander verbunden sind.

Ein wunderschönes Buch für alle Leser, die sich einlassen können und wollen. Es lohnt sich!

Hol’ Dir “Die Illusion des Getrenntseins”

Im Rahmen der Aktion “Blogger schenken Lesefreude” verlose ich ein Exemplar dieses wunderschönen Buches. Mehr dazu erfahrt ihr hier.

Danke an den Insel Verlag, die mir das Buch zur Verlosung zur Verfügung gestellt haben. Diese Tatsache steht nicht im Zusammenhang mit der positiven Rezension. Diese ist ausschließlich dem Können Simon Van Booys “geschuldet”.

Simon Van Booy

Simon van Booy, geboren und aufgewachsen in Wales, lebt mit seiner Frau und Tochter in Brooklyn. Er ist der Autor von zwei Erzählungsbänden und zwei Romanen sowie drei Philosophiebüchern und schreibt u. a. für die New York Times, den Guardian und die BBC. Sein Werk wurde in vierzehn Sprachen übersetzt.

Buchinfo: “Die Illusion des Getrenntseins” von Simon Van Booy, erschienen beim Insel Verlag, 14.04.2014, 207 Seiten, gebunden, € 18,95, ISBN: 978-3-458-17592-6 | Deutsche Übersetzung: Claudia Feldmann

 

Frances Greenslade: Der Duft des Regens

In den Weiten der kanadischen Wälder wachsen Maggie und ihre Schwester Jenny frei und glücklich auf. Ihre Eltern sorgen für eine ruhige und behütete Kindheit. Das ändert sich schlagartig, als ihr Vater bei einem Unfall ums Leben kommt. Künftig muss ihre Mutter Geld verdienen, um ihnen ein bescheidenes Leben finanzieren zu können. Als sie die Mädchen – vorübergehend – bei Bekannten unterbringt, ahnen diese noch nicht, dass sie an einer verhängnisvollen Wendung ihres Lebens angekommen sind.

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Cover: Insel Verlag

Gemeinsam mit ihrem Vater streift Maggie stundenlang durch die kanadischen Wälder. Er zeigt ihr, wie man Unterstände aus Ästen baut, wie man fischt und Feuer macht. Mit ihrer Mutter und ihrer Schwester sammelt sie Beeren und Pilze. Zur Abkühlung springen sie in kleine Teiche mitten im Wald und sonnen sich anschließend auf den warmen Felsen am Ufer. Abends spielen sie alle gemeinsam Karten und erzählen sich Geschichten.

Ein traumhaftes Leben für ein kleines Mädchen. Eigentlich. Denn als ein Arbeitsunfall den Vater das Leben kostet, bricht die Welt von Maggie und Jenny aus ihren Fugen.

Ihr einsam gelegenes Haus verfällt zusehends, das Geld wird knapp. Um sich und die Kinder über Wasser zu halten, sucht Maggies Mutter mit den Kindern Unterschlupf bei einer Freundin. Alles geht gut, bis es eines Nachts zu einem schlimmen Streit zwischen den Freundinnen kommt. Völlig überstürzt packen sie ihre Sachen und verlassen ihre zuflucht. Das Auto und die eilig hinein geworfenen Kleidungsstücke sind alles, was sie besitzen.

Plötzlich alleine

Zuflucht finden sie in der Stadt bei Bekannten ihres Vaters. Dort lässt die Mutter die Mädchen zurück. Vorübergehend, wie sie sagt. Aus Tagen werden Wochen, aus Wochen Monate. Schließlich bleiben auch die Zahlungen für ihren Unterhalt aus. Maggie beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen. Die Suche nach ihrer Mutter wird ein Weg zurück an die Orte ihrer Kindheit.

Ich gebe zu, “Der Duft des Regens” habe ich mit gemischten Gefühlen begonnen. Selbst gekauft hätte ich mir das Buch nach den Klappentexten vermutlich nicht. Und hätte damit einen wirklich schönen, sanften und gleichzeitig lebendigen Roman verpasst. Maggie beschreibt aus ihrer Sicht die traumhafte Kindheit in der kanadischen Wildnis. Eltern, die ihren Kindern viel Raum für eigene Entwicklung und Selbstständigkeit ließen. Eine Erfahrung, die sie dringend brauchen, nachdem der Vater verstorben und die Mutter verschwunden ist. Die Mädchen rücken enger zusammen, wohl wissend, dass sie sich gegenseitig Halt geben müssen, wenn sie ihr Leben im Griff behalten wollen.

Eine Reise durch ein zauberhaftes Wunderland

Während mich Maggie zu Beginn des Buches mitgenommen hat in ihr zauberhaftes Wunderland, wo ich den Duft des Waldes fast riechen konnte, die unvergleichlichen Farben des Kanadischen Herbstes vor Augen hatte, habe ich auf der Suche nach ihrer Mutter ihre Verzweiflung und ihre Angst gespürt. Das Besondere daran: Frances Greenslade erzählt diesen Teil der Geschichte ohne Vorwürfe, ohne Anklage. Sie erzählt ihn so, wie ihn ein junges Mädchen vermutlich wahrnehmen würde. Mit einer Mischung aus Trauer und dem Wunsch, das Verhalten der Mutter und ihr dunkles Geheimnis verstehen zu wollen.

Für mich ist “Der Duft des Regens” ein wunderschönes, sehr gefühlvolles und liebevolles Buch, weit entfernt von der depressiven Grundhaltung, die sonst bei ähnlichen Familientragödien im Vordergrund stehen. Deshalb ein Danke an den Inselverlag, der mir das Leseexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Frances Greenslade

Frances Greenslade, geboren 1961 in Ontario, Kanada, wuchs mit fünf Geschwistern auf der Niagara-Halbinsel auf. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Penticton, British Columbia, wo sie am Okanagan College Englisch lehrt. Der Duft des Regens ist ihr erster Roman.

Buchinfo: Der Duft des Regens von Frances Greenslade, erschienen bei Suhrkamp/Insel, Oktober 2013, 366 Seiten, ISBN: 978-3-458-35955-5, € 9.99