Offener Brief an den Nikolaus

Gestern Abend, kurz vor 23 Uhr. Die letzte Social Media Night für 2012 ist gerade zu Ende gegangen. Das Wetter war mies und eigentlich war mir sehr nach meinem Bett. Bis… ja bis ich in einer Ecke der Eingangstür etwas liegen sah.

Nikolaus, Stiefel, Weihnachten
Sauber! Kein Stiefel vor der Tür und trotzdem Bescherung

Konnte eigentlich nicht für mich sein. Das Kind kam mir nicht bekannt vor und Nikolausi hatte bislang meine Tür auch geflissentlich übersehen. Da ich aber Frau bin und damit per Definition neugierig sein darf, habe ich die Karte nach kurzem Zögern umgedreht. Selbstverständlich NUR, weil ich das Geschenk dann vor die passende Wohnungstür IM Haus stellen wollte. Nicht dass die guten Stücke noch verloren gehen…

Auf der Rückseite dann die Überraschung:

Nikolaus, Weihnachten
Post vom Nikolaus persönlich

Der Nikolaus entschuldigt sich bei mir, dass er mich in den letzten Jahren so sträflich vernachlässigt hat. Und er hat, glaube ich, sogar ein Kinderfoto von sich für meine Post verwendet. Wo er nur meine Adresse her hatte, schließlich bin ich in den letzten Jahren ja umgezogen.

Aber hey, pfeif auf den Datenschutz. Eine tolle Überraschung von ihm, die ich natürlich nicht unkommentiert lassen kann. Da ich seine Postanschrift leider nicht habe, folgt die Antwort eben auf diesem Weg. Dieses Social Media Zeugs schafft es ja überall hin. Auf Facebook ist er auch, allerdings unter Pseudonym.

Lieber Nikolaus,

eigentlich wollte ich Dir ja auf immer böse sein, weil Du mich all die Zeit so sträflich vernachlässigt hast. Und früher, als ich noch auf Deiner Liste stand, war es sooo prickelnd auch nicht. Selten kam was, was ich mir wirklich gewünscht hatte.

Ok, das mag jetzt undankbar klingen, aber mal ehrlich. Glaubst Du wirklich, ich wäre ohne Dich nicht an Omas Plätzchen, die Äpfel und Mandarinen gekommen?

Aber ich habe mich niemals beschwert. Nie! Wie auch? Deine Telefonnummer hatte ich nicht. Deine Adresse auch nicht. Da musste erst dieses dusselige Facebook kommen, damit wir beide das wieder gerade gerückt bekommen.

Klar, ohne den Holzi und seinen Adventskalender und vor allem ohne die Familie Sommer, die mitten im Winter ein paar Sonnenstrahlen weitergeben wollte, hätte das vermutlich nie geklappt. Aber wir wissen ja inzwischen alle, was ein gutes Netzwerk wert ist. Auch für Dich, den Nikolaus.

Jedenfalls, die Sommer-Sonnenstrahlen sind wohlbehalten angekommen und haben mich sehr gefreut. So sehr, dass ich Dich jetzt auch wieder lieb habe, lieber Nikolaus. Nächstes Jahr stelle ich auch wieder meinen Stiefel raus, damit alles seine Ordnung hat. Aber die Tasse Milch und den Keks holst Du Dir besser persönlich ab. Hinterm Haus sind zu viele Katzen unterwegs.

Bis nächstes Jahr.

Deine Ulrike

P.S. Das Christkind war übrigens auch etwas knauserig die letzten Jahre. Vielleicht kannst Du ihm ja den Tipp geben, dass die Sommers meine Adresse haben. Nur für den Fall, dass irgendwo Weihnachtsgeschenke übrig sind. Wäre doch schade, wenn die dann verkommen würden.

Veröffentlicht von

Ulrike

Ich verstehe analoge Bedenken und kann digitalen Mut machen. Und ich übersetze zwischen beiden Welten. In Unternehmen, bei MitarbeiterInnen, im Dienstleistungsumfeld, im Privatleben, auf meinen Blogs. Das ist meine Leidenschaft.

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