Warum ist dieses Jahr so früh Ostern?

An Ostern feiern die Christen die Auferstehung Jesus‘ von den Toten. Es ist damit der höchste Feiertag im Kirchenjahr. Aber wenn das Fest so wichtig ist, wieso hat es dann keinen festen Termin, so wie zum Beispiel Weihnachten?

Ostern, Datum, Schnee
Schnee an Ostern? Ja und?! (Lizenz: BY-NC-SA)

Vermutlich liegt es an den vielen Beschwerden, es sei doch schon Ostern, warum es dann immer noch schneien würde, dass ich das Bedürfnis habe, ganz oberlehrerhaft zu antworten: Ach Kinder, das ist doch nicht ungewöhnlich! Schließlich ist Ostern dieses Jahr so früh, wie es viel früher kaum geht. Denn Ostern ist ein beweglicher Feiertag, der sich nach den Mondphasen richtet.

Die Kirche geht Ostern nach dem Mond

Was? Kirche und Mondphasen? Ist das nicht so ein bisschen wie Inquisition und Hexen? Wie Jorge und Jorge?

Mag sein. Die Diskussion, ob Ostern auf die germanische Frühlingsgöttin Ostara und damit auf eine heidnische Entsprechung zurückzuführen ist, konnte schließlich nie abschließend geklärt werden.

Vermutlich war es aber Erzbischof Athanasius, der 325 nach Christus auf dem Konzil zu Nicäa den Ostersonntag auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond legte. Damit kann der Termin um bis zu 34 Tage schwanken. Eine Mondphase beträgt 28 Tage. Dazu kommen noch bis zu sechs Wochentage, bis wieder Sonntag ist. Da der Frühlingsanfang auf den 21. März festgelegt, kann sich das Osterfest zwischen dem 22. März und dem 25. April bewegen. Das sind fast fünf Woche, in denen wettertechnisch viel passieren kann. Sollte es am 25. April immer noch schneien, dann können wir meckern.

Frühlingsanfang ist nicht gleich Frühlingsanfang

Übrigens feiern die orthodoxen Christen Ostern nicht nach dem gregorianischen sondern nach dem julianischen Kalender. Damit beginnt der Frühling bei ihnen zwar auch am 21. März, aber eben 13 Tage später. Entsprechend weichen auch die Termine für Ostern und die davon abhängigen Kirchenfeste wie Christi Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam.

Und natürlich für die Narren unter uns nicht zu vergessen: Auch Fasching hängt mit den ersten Frühlingsvollmond zusammen! Schließlich liegt zwischen Aschermittwoch und Karfreitag die 40-tägige Fastenzeit.

Also: Ostereier im Schnee zu suchen ist unangenehm aber keine Seltenheit. Und erst recht kein Anlass für neue Verschwörungs- oder Klimawandeltheorien. Doof sind nur die Autofahrer dran, die sich bezüglich ihrer Winterreifen auf die „von O bis O“-Regel halten. Denn von Oktober bis Ostern ist halt doch eine sehr flexible Angabe.

Wie sieht es eigentlich in anderen Ländern mit den Osterbräuchen aus? Mehr dazu am Ostermontag.

Veröffentlicht von

Ulrike

Ich verstehe analoge Bedenken und kann digitalen Mut machen. Und ich übersetze zwischen beiden Welten. In Unternehmen, bei MitarbeiterInnen, im Dienstleistungsumfeld, im Privatleben, auf meinen Blogs. Das ist meine Leidenschaft.

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