Jean Prévost: Das Salz in der Wunde

Wie ein geprügelter Hund flüchtet Dieudonné Crouzon aus Paris. Gedemütigt und zu Unrecht als Dieb gebrandmarkt, strandet er in der französischen Provinz. Die Schande brennt wie Salz in einer Wunde. Doch dann erwacht sein Kampfgeist. Crouzon deutet die Zeichen der Zeit richtig und kehrt triumphierend nach Paris zurück.

9783717523383_CoverEigentlich kann sich Dieudonné Crouzon nicht beschweren. In Paris genießt er im Kreis seiner Freunde ein bequemes Leben. Nicht so komfortabel, wie er es sich vielleicht wünschen würde, aber durchaus akzeptabel.

Das ändert sich schlagartig, als ihn ein Freund des Diebstahls beschuldigt. So entschieden Dieudonné Crouzon dem widerspricht und seine Unschuld betont, es nutzt nichts. Man schenkt dem einflussreicheren Freund einfach mehr Glauben. Crouzon sieht keinen Ausweg, als die Stadt zu verlassen.

Wer seine Chance nutzt, wird belohnt

Kaum ist der erste Zorn verraucht, erwacht jedoch der Kampfgeist in Dieudonné Crouzon. Mit dem Mut der Verzweiflung und einem sicheren Instinkt für erfolgreiche Geschäftsideen packt er jede sich bietende Chance beim Schopf und schafft den großen Durchbruch.

“Das Salz in der Wunde” von Jean Prévost ist wieder mal eines der Bücher, deren Schönheit ich erst nach einigen Seiten erkannt habe. Still, emotional ohne langweilig zu sein. Zu verdanken ist dies Prévosts Umgang mit Sprache. Nach dem holprigen Start hat mich der Stil einfach fasziniert und jede freie Minute wurde zum Weiterlesen genutzt.

Danke dafür!

Fazit: “Das Salz in der Wunde” ist kein Buch für Mainstream-Leser aber eines, das sich definitiv zu lesen lohnt.

Jean Prévost

Jean Prévost (1901–1944) arbeitete als Politik- und Kulturjournalist, für seine Doktorarbeit erhielt er den Großen Literaturpreis der Académie française. Er entdeckte Saint-Exupéry und war mit Hemingway befreundet, dem er beim Boxen den Finger brach. Der glühende Verfechter der französischen Republik fiel als Résistancekämpfer in den westlichen Alpen.

Buchinfo: Das Salz in der Wunde von Jean Prévost, erschienen bei Manesse, 11.05.2015, 288 Seiten, gebunden, Leinen mit Schutzumschlag, 24,95 €, ISBN 978-3-7175-2338-3. Vielen Dank für das Leseexemplar.

Edit: Beim Lesen des Buches musste ich oft an meinen Blogpost „Wo andere ein Hindernis sehen, sehe ich die Chance“ auf Ulrike kommuniziert denken. Die Geschichte um Dieudonné Crouzon zeigt, dass es sich lohnt, mit Hindernissen zu arbeiten, statt sich von ihnen aufhalten zu lassen.

Veröffentlicht von

Ulrike

Ich verstehe analoge Bedenken und kann digitalen Mut machen. Und ich übersetze zwischen beiden Welten. In Unternehmen, bei MitarbeiterInnen, im Dienstleistungsumfeld, im Privatleben, auf meinen Blogs. Das ist meine Leidenschaft.

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