Alex Pohl: Eisige Tage

Leipzig im Winter. Kommissarin Hanna Seiler und ihr Kollege Milo Novic werden zu einem Mordfall gerufen. Was auf den ersten Blick wenig spektakulär aussieht, zieht das Ermittlerteam tief in die Abgründe von Menschenhandel und Pädophilie.

Eisige TageAm Elster-Saale-Kanal wird ein Mann erschossen in seinem Auto aufgefunden. Die Waffe: eine alte, russische Makarow. Der Tote war in der Vergangenheit als Anwalt für die Russenmafia aktiv. Ist er hier in Ungnade gefallen? Aber was hat es dann mit den Fotos leichtbekleideter, minderjähriger Mädchen in eindeutigen Posen auf sich, die in seinem Nachlass gefunden werden? Eines der Mädchen wurde erst wenigen Tagen zuvor vermisst gemeldet.

Kann die Russenmafia helfen?

Hanna Seiler beschließt, ihre Kontakte zu Iwanow, dem Chef der Russenmafia, zu nutzen, um schnellstmöglich Licht ins Dunkel zu bringen. Doch was sie erfahren, macht den Fall nur noch komplizierter. Und verwirrt Milo Novic, der spürt, dass Iwanow und Seiler ein ganz besonderes Verhältnis zueinander haben.

Eisige Tage von Alex Pohl ist ein klug konstruierter Krimi, der die Aufmerksamkeit seiner Leserinnen und Leser fordert. Im Wechsel zwischen Rückblick und Gegenwart erzählt er nicht nur eine Geschichte, sondern mindestens zwei. Denn nicht nur der Mord bleibt bis kurz vor Schluss mysteriös, auch im Leben von Milo Novic scheint es dunkle Geheimnisse zu geben, von denen seine Kollegin nichts weiß.

Mich haben diese Wechsel in den beiden Erzählsträngen nur ganz zu Beginn kurz irritiert.

Auch die Ermittlungen im eigentlichen Mordfall verlaufen nicht streng chronologisch. Ab und an musste ich kurz zurückblättern und nach dem Datum schauen, mit dem jeder neue Gedankengang startet. Das fand ich aber nicht schlimm.

Verstörend emotionslos

Schlimm sind die Hintergründe der Geschichte. Auf welche perfide Art und Weise das Vertrauen junger Mädchen oder kleiner Jungs erschlichen wird, um sie dann an reiche, skrupellose Russen zu verschachern, ist erschreckend. Wie aussichtslos muss die Lage der Menschen sein, die sowas unterstützen und sich daran beteiligen? Oder wie emotionslos müssen sie sein?

Egal, wie oft ich Krimis, Thriller oder Sachbücher zu dieser Thematik lese, ich bin immer wieder fassungslos. Fassungslos, wie viele Menschen wegschauen und schweigen. Fassungslos, wie sehr viele Kinder leiden müssen.

Eisige Tage von Alex Pohl hat mich gefesselt aber nicht verschlungen. Von mir gibt es dennoch eine Leseempfehlung für die komplexe Story.

Alex Pohl

Alex Pohl hatte jede Menge Jobs, bevor er mit seinen Bestsellern das große Publikum eroberte. Heute erreichen seine unter dem Pseudonym L.C. Frey verfassten Thriller regelmäßig Auflagen in sechsstelliger Höhe. Nun tritt Alex Pohl zum ersten Mal unter seinem Klarnamen als Autor in Erscheinung: »Eisige Tage« ist der Auftakt einer neuen Krimireihe rund um den Tatort Leipzig – seiner Heimatstadt.

Buchinfo: Eisige Tage von Alex Pohl, erschienen bei Penguin, 11. Februar 2019, Taschenbuch mit Klappenbroschur, 432 Seiten, € 10,00, ISBN: 978-3-328-10323-3

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Veröffentlicht von

Ulrike

Ich verstehe analoge Bedenken und kann digitalen Mut machen. Und ich übersetze zwischen beiden Welten. In Unternehmen, bei MitarbeiterInnen, im Dienstleistungsumfeld, im Privatleben, auf meinen Blogs. Das ist meine Leidenschaft.

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