Wulf Dorn: Trigger – Das Böse kehrt zurück

Stell dir vor, du bist gerade bei einer Freundin zu Besuch. Es klingelt an der Tür. Und danach ist nichts mehr so, wie es vorher war. Denn das Böse hat dich eingeholt und droht dich zu verschlingen.

Trigger – Das Boese kehrt zurueck von Wulf Dorn

Mark Behrendt hat sich einen Namen als erfolgreicher Psychiater gemacht. Als seine Freundin auf dem Heimweg von einem Auto vorsätzlich überfahren wird und stirbt, gerät sein Leben aus den Fugen. Er ist besessen von der Frage nach dem “Warum”, gibt dafür seine Karriere auf. Sucht Zuflucht im Alkohol, wird abhängig und verliert alles: Warum gibt es da draußen einen Menschen, der ihn so sehr hasst, dass er sein Leben zerstört, ihm alles nimmt: Seine Liebe, seinen Job, seine Zukunft?

Monate später. Die Anonymen Alkoholiker waren Mark Behrendts Rettung. Endlich sieht er wieder klarer, auch wenn die Jagd nach dem Mörder seiner Freundin, das Verstehenwollen ihn nicht loslässt. In Doreen, die er bei den regelmäßigen Treffen kennenlernte, hat er eine zuverlässige Freundin gefunden. Sie hört ihm zu, rückt ihm aber auch den Kopf zurecht, wenn er sich zu sehr in die Vergangenheit verbeißt.

Gerade als Behrendts vorsichtig neue Hoffnung schöpft, tritt der Mörder wieder auf den Plan. Sein Anschlag damals galt dem Psychiater, nicht seiner Freundin. Sie war nur ein “Kollateralschaden”. Und er wird nicht eher ruhen, bis er sich an Behrendts gerächt hat. Daran lässt er keine Zweifel.

Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Perfekt inszenierter Plot

Trigger – Das Böse kehrt zurück von Wulf Dorn fällt unter meine Kategorie: Was sind das für Autoren, die sich in so kranke Storys hineindenken können. Und das meine ich als Lob.

Unglaublich, wie perfekt das Vorgehen des Täters geplant und im Buch umgesetzt wurde. Ganz nebenbei wird auch noch das Thema Dissoziative Identitätsstörung kompetent eingeflochten. Immer, wenn ich dachte “das war es jetzt aber”, hat Wulf Dorn einen neuen Haken geschlagen und mich überrascht.

Wenn ich mir vorstelle, dass es da draußen wirklich psychisch schwer kranke Menschen gibt, die so besessen von ihren Rachegedanken sind, dass sie über Jahre hinweg minutiös auf eine vermeintliche Vergeltung hin arbeiten, wird mir etwas flau im Magen. Und mein Respekt vor den Menschen, die sich beruflich um diese Kranken kümmern, wächst noch mehr.

Ich fand Trigger – Das Böse kehrt zurück als gelungene Mischung aus Spannung und “schon ein bisschen krank”. Solche Bücher muss ich weiterempfehlen.

Wulf Dorn

Wulf Dorn, Jahrgang 1969, schreibt seit seinem zwölften Lebensjahr. Seine Kurzgeschichten erschienen in Anthologien und Zeitschriften und wurden mehrfach ausgezeichnet. Die Faszination für das Unheimliche und Geheimnisvolle führte ihn zunächst in das Horror-Genre, ehe er die Spannbreite des Thrillers für sich entdeckte. Sein 2009 erschienener Debütroman Trigger wurde ein internationaler Bestseller. Auch seine weiteren Romane sind inzwischen in zahlreiche Sprachen übersetzt. Dorn war zwanzig Jahre in einer psychiatrischen Klinik tätig. Dort schulte er zunächst als Arbeitstrainer Patienten in Büroberufen, ehe er in die psychiatrische Versorgungsforschung wechselte und an einem EU-Projekt zur beruflichen Reintegration mitwirkte. Danach vermittelte er als Jobcoach psychisch kranke Menschen ins Berufsleben. Diese Begegnungen mit menschlichen Schicksalen und Dorns Interesse an psychischen Phänomenen spiegeln sich in vielen seiner Geschichten wider.

Buchinfo: Trigger – Das Böse kehrt zurück von Wulf Dorn, erschienen bei Heyne, 08. März 2022, 496 Seiten Klappenbroschur, € 11,00, ISBN: 978-3-453-27095-4. Danke für das Leseexemplar.

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