A. K. Turner: Wer mit den Toten spricht

Als Sektionsassistentin in der Pathologie ist Cassie Raven hart im Nehmen. Aber als sie erfährt, dass ihre Eltern nicht bei einem Unfall ums Leben kamen, sondern dass ihr Vater ihre Mutter umgebracht haben soll und im Gefängnis sitzt, gerät ihre Welt aus den Fugen.

Cassie Raven ist bei ihrer Großmutter aufgewachsen. Ihre Eltern sind bei einem Unfall ums Leben gekommen, als sie noch klein war. Zumindest wurde ihr das seit 20 Jahren erzählt. Als die geliebte Großmutter einen leichten Schlaganfall erleidet und Cassie vorübergehend wieder bei ihr einzieht, um sie zu pflegen, beschließt die alte Dame, dass es Zeit ist für die Wahrheit. Cassie ist keine Vollwaise. Ihr Vater ist im Gefängnis, weil er ihre Mutter umgebracht haben soll. Für die junge Frau bricht eine Welt zusammen.

Nachdem sie sich von ihrem ersten Schock erholt hat, macht Cassie das, was sie besser kann als die meisten Menschen in ihrer Umgebung: Sie folgt ihrem Instinkt. Und der sagt ihr, dass der Vater möglicherweise doch nicht der Mörder ihrer Mutter ist. Was sie anfangs für Wunschdenken hält, scheint mit jeder ihrer Nachforschungen wahrscheinlicher zu werden. Offensichtlich ist die Polizei damals keiner anderen Spur nachgegangen. Für sie war Cassies Vater eindeutig der Täter.

Kann Cassie ihrem Vater trauen?

Als ihr Vater plötzlich Kontakt zu ihr aufnimmt, er ist seit zwei Jahren wieder auf freiem Fuß, ist Cassie völlig verunsichert. Denn er hat mehrfach versucht, aus dem Gefängnis Kontakt zu ihr aufzunehmen und immer wieder seine Unschuld beteuert, aber die Großmutter hat alle Versuche abgeblockt. Als sie die Großmutter darauf anspricht, drückt diese ihr die ungeöffneten Briefe ihres Vaters in die Hand. Darunter auch zahlreiche Schreiben ohne Adresse und ohne Absender, die zu Geldgeschenken gehörten, die seit dem Tod ihrer Mutter regelmäßig an Weihnachten und an Cassies Geburtstag im Briefkasten lagen. Von Jahr zu Jahr wurden die Beträge höher.

Von ihrem Vater konnte das Geld nicht kommen. Er hat im Knast nur ein Taschengeld verdient. Cassie ist sich sicher: Der wahre Mörder versuchte, auf diesem Weg sein Gewissen zu erleichtern. Sie beschließt, nicht eher locker zu lassen, bis sie den Menschen gefunden hat, der zwanzig Jahre zuvor ihr Leben zerstört hat.

Coole Protagonistin, gute Story

Mit der flippigen Sektionsassistentin Cassie hat A. K. Turner eine wirklich coole Serienheldin etabliert, wie sie uns ähnlich auch immer mal wieder in Krimiserien begegnet. Klug rollt sie den Fall um den Mord ihrer Mutter neu auf, gerät dabei selbst ins Visier des Mörders oder der Mörderin.

“Nebenbei” klärt sie auch noch die Hintergründe auf, die zum Tod eines Jungen geführt haben und zeigt auch sonst, dass sie in der Pathologie mit herausragender Expertise aufwarten kann. Alles in allem eine gute Story, die mich persönlich trotzdem nicht so richtig gepackt hat. Warum kann ich nicht so genau sagen. Ich fand den Schreibstil zu Beginn etwas schlicht, was mich aber später nicht mehr gestört hat. Vielleicht muss ich eine weitere Folge der Cassie Raven Serie lesen, um mich pro oder contra entscheiden zu können. Ich glaube, ich könnte mich auf den zweiten Blick doch noch verlieben.

A. K. Turner

A. K. Turner, die viele Jahre als Produzentin für die BBC arbeitete, dreht Dokumentarfilme und True Crime-Dokumentationen für das Fernsehen. Sie entwickelte die Figur der Cassie Raven, Assistentin der Rechtsmedizin, ursprünglich für eine BBC Radio-Sendung.

Val McDermid entdeckte die Autorin und lud sie zum Harrogate Crime Festival ein. Ihr erster Roman mit Cassie Raven Tote schweigen nie hat die Leser begeistert. A. K. Turner lebt in London.

Buchinfo: Wer mit den Toten spricht von A. K. Turner, erschienen bei Droemer HC, 01. September 2022, 384 Seiten, Klappenbroschur, € 15,99, ISBN: 978-3-426-28249-6. Danke für das Leseexemplar.

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