Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardts kleine Polizeistation auf dem Darß kommt nicht zur Ruhe. Inzwischen gibt es sieben Leichen und keine wirkliche Spur. Erst als das Ermittlungsteam die bisherige Theorie ignoriert und ganz von vorne denkt, kommt Bewegung in die Sache.

Tom Engelhardt und sein engagiertes Ermittlungsteam stehen vor gleich sieben Rätseln. Handelt es sich bei den Morden wirklich um die Tat eines Serientäters und haben sie überhaupt alle miteinander zu tun? Zu unterschiedlich sind die Lebensläufe der Opfer, zu gering ihre Schnittmengen. Vor allem der Mord an dem obdachlosen Mann, der jahrelang unbehelligt im Wald lebte, passt so überhaupt nicht ins Bild. Die Ermittlungen drohen komplett ins Stocken zu geraten und der Druck durch die Vorgesetzten wird immer größer. Zeit, alle bisherigen Theorien nochmals ganz neu zu denken.
Kann es wirklich sein, dass die geheimen Botschaften, die die Morde wie Serienmorde aussehen lassen, nur den einen Zweck haben: Mascha Krieger, die Kryptologin und Partnerin von Tom Engelhardt, zurück ins Team zu holen? Hat der Mörder oder die Mörderin in Wahrheit eigentlich Mascha im Visier und die vielen Toten sind “nur” Kollateralschaden? Der Verdacht scheint sich zu bestätigen, als Toms kleine Tochter bedroht wird.
Jetzt! Jetzt weiß ich gleich, wer der Mörder ist!
Band neun habe ich wieder sehr zügig gelesen, weil ich endlich die Lösung des Rätsels erfahren wollte. Ich wurde in dieser Trilogie auf so viele falsche Spuren gelockt, dass ich dem neuen Band förmlich entgegengefiebert habe. Bei jedem Umblättern dachte ich: Jetzt! Jetzt gleich weiß ich es ganz bestimmt. Und wusste es dann von Kapitel zu Kapitel doch nicht. Vielleicht fand ich Verloren deshalb nicht ganz so faszinierend wie die vorherigen Bände. Vielleicht geht Karen Sander ja irgendwann die Luft aus beim auf die Folter spannen. 🙂
Was ich aber wieder toll fand, war die familiäre Atmosphäre, die die Autorin vermittelt. Die Liebe zwischen Tom und Mascha, die Freude von Toms kleiner Tochter über eine Ersatzmama, der wertschätzende Umgang der Mitglieder des Ermittlungsteams miteinander. Ok, ausgenommen natürlich Holger, Maschas Bruder und ein ausgemachter Kotzbrocken. Bei Karen Sander menschelt es halt kräftig, was für Thriller ja nicht unbedingt an der Tagesordnung ist. Ich mag das sehr.
Band neun ist nicht der letzte
Endlich ist der nächste Band aus Karen Sanders Reihe “Engelhardt & Krüger ermitteln” da. Der neunte inzwischen. Wie jedes Mal, wenn ich einen zu Ende gelesen habe, warte ich ungeduldig auf die nächste Ausgabe. Ich dachte, nach Die Tiefe – Verloren würde es keine Fortsetzung geben, aber dann kam die “Erlösung”. Auch Band Nummer neun endete mit dem berühmten Cliffhanger von Karen Sander. Das heißt, nur die aktuelle Trilogie ist abgeschlossen und nicht die gemeinsame Arbeit von Tom Engelhardt und Mascha Krieger. Ich glaube, meine Freude darüber ist Empfehlung genug für Karen Sanders Die Tiefe – Verloren! Auch wenn ich diesen Band zugegebenermaßen schwächer fand als die bisherigen. Aber lest gerne selbst. Ihr müsst die vorherigen Bände nicht gelesen haben, um Band neun zu lesen, aber vieles erschließt sich leichter, wenn ihr zumindest die beiden Vorgänger gelesen habt. Wer schon mal stöbern möchte, kann das in meinen Rezensionen gerne tun.
Ich jedenfalls freue mich jetzt schon auf den nächsten Band.
Karen Sander
Karen Sander arbeitete als Übersetzerin und unterrichtete an der Universität, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Sie hat über die britische Thriller-Autorin Val McDermid promoviert. Ihre Bücher wurden in verschiedene Sprachen übersetzt und haben allein bei Rowohlt eine Gesamtauflage von über einer halben Million Exemplaren. Mit ihrem Mann lebt sie sechs Monate im Jahr in ihrer Heimatstadt Düsseldorf. Die anderen sechs Monate reist sie durch die Welt und schreibt darüber auf ihrem Blog.
Buchinfo: Die Tiefe – Verloren von Karen Sander, erschienen bei Rowohlt, 15.05.2026, Taschenbuch mit Klappenbroschur (auch als E-Book und Hörbuch), 352 Seiten, € 14,00, ISBN 978-3-499-01612-7. Danke für das Leseexemplar.

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