Desserts roh und vegan (raw vegan)

Vegane Ernährung und richtig coole Süßigkeiten und Desserts sind ein Widerspruch? Stimmt nicht. Das gilt auch für roh vegane Ernährung – wenn man weiß, wie. Desserts roh & vegan von Anja Stadelmann zeigt es.

Wie einfach und lecker vegane Torten und veganes Eis sein können, habe ich schon mehrfach dokumentiert. Deutlich gewöhnungsbedürftiger wird es hingegen bei roh veganer Ernährung (raw vegan). Schließlich fallen nicht nur Eier, Butter, Sahne und Milch weg, es wird auch nichts gebacken sondern bei maximal 40 ° C getrocknet.

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(Cover: FONA)

Auch die Zutaten für die raw veganen Naschereien sind nicht in jeder Küche zu finden. Ob Birkenzucker, Chiasamen, Dattelmus oder Nusstrester, für die meisten unter uns, wäre erst einmal ein Einkauf angesagt. Wobei sich vieles selbst herstellen lässt. Anja Stadelmann erklärt in ihrem Buch, wie es geht.

Tolle Leckereien für Raw Veganer_innen

Was dann aber gezaubert werden kann, ist beeindruckend:

  • Beerenmousse aus Beeren und Mandelmus
  • fruchtige Haselnussschnitten (Snack)
  • Kiwitörtchen mit Schlagrahm
  • Petit Fours
  • fruchtige Pralinen
  • Lebkuchen
  • Linzertorte oder
  • Schoko-Vanille-Eistorte

Die ganzseitigen Fotos lassen nicht nur Raw Veganer_innen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und die teils wirklich einfachen Rezepte machen den Start leicht.

Tolle Highlights für Süßschnäbel

Mir gefällt die raw vegane Dessertküche zum Anschauen zwar sehr gut, zum “Nachkochen” ist es mir persönlich aber zu „Hardcore“. Dazu bin ich – was Desserts und Süßigkeiten angeht – noch zu sehr in der „klassischen“ Geschmacksvorstellung verhaftet. Deshalb werde ich selbst diesem Buch nicht gerecht. Allen “eingefleischten” Raw Veganer_innen kann ich es aber nur wärmstens ans Herz legen. Die “Süßschnäbel” werden begeistert sein.

Anja Stadelmann

Anja Stadelmann besucht den Vorkurs an der Schule für Gestaltung Aarau und ernährt sich seit einiger Zeit vegan und vollwertig. Ihre Experimente im Bereich der Rohkosternährung haben sie zu diesem Dessertbuch inspiriert, ganz nach dem Motto: Süsses kann auch für den Körper eine Wohltat sein, nicht nur für die Seele.

Buchinfo: Desserts roh & vegan von Anja Stadelmann, erschienen bei FONA, 112 Seiten, Hardcover, 28 ganzseitige Foodfotos von Andreas Thumm, € 19,90, ISBN: 978-3-03780-562-6. Vielen Dank für die Bereitstellung des Leseexemplares.

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Schoko-Himbeer-Kuchen nach Nigel Slater

Kürzlich habe ich von Nigel Slaters “Küchentagebuch” geschwärmt, das in meinen Augen viel mehr ist, als ein Kochbuch. Es ist eine Einladung in Nigel Slaters Küche. Kaum war es im Haus, habe ich das erste Backrezept leicht abgewandelt umgesetzt.

Schokoladen-Zwetschen-Kuchen stand bei Nigel Slater am 29. August auf dem Plan. Eine Kombination, die meinen Gaumen alleine beim Gedanken daran zum Tropfen brachte. Dummerweise war Sonntag und keine Zwetschgen im Haus. Auch die diversen Rohrzuckerarten, die im Originalrezept verwendet werden, hatte ich nicht.

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Zwetschen-Schoko-Kuchen ohne Zwetschgen (CC: by-sa-nc)

Dafür hatte ich frische, leckere Himbeeren, ein paar frische Mirabellen. Die kräftig schmeckenden Himbeeren konnte ich mir auf Anhieb gut in einem saftigen Schokoladenkuchen vorstellen. Mirabellen weniger, aber auch das wollte ich probieren. Leider war nur die gute alte Blockschokolade im Haus, aber die würde es für den ersten Test tun.

Die Zutaten (für 8 Personen)

  • 250 g dunkle Schokolade
    250 g Butter
    3 Eier
    knapp 200 g Zucker (Slater nimmt 125 g Muscovado-Zucker und 125 g braunen Zucker)
    60 g Mehl
    eine Prise Backpulver
    2 EL ungesüßtes dunkles Kakaopulver
    250 g frische Himbeeren (die Mirabellen waren nicht der Hit, deshalb hier nur Himbeeren)

Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Eine quadratische oder Kastenform mit Backpapier auslegen (sehr zu empfehlen, da das Schokoladenträumchen sehr sehr zart ist).

Los geht’s

  • Schokolade in Stücke brechen und über dem Wasserbad schmelzen (Vorsicht: nicht zu heiß werden lassen)
    Butter zur Schokolade geben und ebenfalls unter Rühren schmelzen
    Eier trennen
    Eigelbe mit dem Zucker hell und schaumig schlagen
    Geschmolzene Schokoladenbutter sanft, aber gründlich unterrühren
    Mehl, Backpulver und Kakao vorsichtig zur Mischung geben
    Eiweiß zu steifem Schnee schlagen
    Vorsichtig unter die Teigmischung heben, nicht zu stark rühren
    Masse in der Form verteilen
    Himbeeren auf den Teig geben und mit einer Gabel leicht nach unten drücken

Ca. 50 min Backen. Backzeit hängt immer vom Ofen ab. Stäbchenprobe!

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Der schmeckt auch traumhaft, wenn er in der Mitte noch nicht durchgebacken ist. 😀

Viel Spaß mit diesem traumhaften Hüftschmeichler nach Nigel Slater.

Originalrezept aus „Das Küchentagebuch“ von Nigel Slater, erschienen bei Dumont, August 2014, 532 Seiten, Hardcover, € 39,99, ISBN 978-3-8321-9477-2.

Meine Meinung zum Buch hier im Blog: Das Küchentagebuch von Nigel Slater

Nachgekocht: Gefüllte Tomaten (vegan)

Boskop Zeit: Apfel-Mandel-Napfkuchen

Herbstzeit ist Apfelkuchen Zeit. Und was gibt es Leckereres, als mit Boskop zu backen. Mit seiner kräftigen Säure sorgt er für reichlich Apfelaroma im Kuchen. Jetzt ist der Winterapfel wieder frisch auf den Märkten zu haben. Kombiniert mit Mandel, Rosinen, Vanille und etwas Rum wird jeder Kuchen zum Geschmackserlebnis.

Der Boskop gehört nicht zu den glatten, neutralen Modeäpfeln und ist deshalb auch nicht in jedem Regal zu finden. Wer sich aber die Mühe macht, nach ihm zu suchen, wird mit herrlichen Apfelaroma belohnt. Durch seine kräftige Säure ist der Winterapfel, der im Oktober vom Baum kommt, hervorragend als Koch- und Backapfel geeignet.

Schmeckt deutlich besser, als dieses Bild ahnen lässt. Da der Blogpost zur Backzeit noch nicht geplant war, gab es nur den Zufallsschnappschuss.
Schmeckt deutlich besser, als diese Bilder ahnen lassen. Da der Blogpost zur Backzeit noch nicht geplant war, gab es nur den Zufallsschnappschuss.

Doch genug zum Apfel, hier kommt das Kuchenrezept.

Die Zutaten:

  • 250 g Butter
  • 200 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker (ich nehme lieber „richtige“ Vanille oder Vanille-Back von Schwartau)
  • 4 Eier
  • 250 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 200 g gemahlene Mandeln (helle)
  • 4 Boskop (mittlere Größe)
  • ca. 75 g Rosinen (Rosinenhasser lassen sie einfach weg und parfümieren die Äpfel mit etwas Rum)
  • Rum (es geht auch ohne, aber der Rum passt schon gut)
  • Zimt

Die Zubereitung:

  • Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen und klein schneiden. Ich kaufe die Boskop im Hofladen, also ohne „genormte EU-Größe“. Die unterscheidet sich beim Boskop  je nach Erntejahr beträchtlich. Gemeint sind fünf Äpfel zirka durchschnittlicher Größe, aber solange ihr noch mehr Teig habt als Äpfel, kommt es auf etwas mehr oder weniger nicht an.
  • Rosinen unter die Äpfel mischen
  • Zimt nach Geschmack darüber streuen
  • einen guten Schuss Rum darüber geben
  • Apfel-Rosinen-Mischung zur Seite stellen und bis zum „Einsatz“ ziehen lassen
  • Zucker, Eier und Vanille dick schaumig rühren
  • geschmolzene Butter einrühren
  • Mehl, Backpulver und Mandeln mischen und löffelweise unterrühren
  • Apfel-Rosinen-Rum-Mischung inklusive noch vorhandener Flüssigkeit einarbeiten 
  • Spring- oder Gugelhupfform einfetten und vor allem am Boden mit etwas Weizengrieß oder Semmelbrösel bestreuen.
  • Teig gleichmäßig in der Form verteilen, glatt streichen und bei 180° C 60 bis 70 Minuten backen. Die Holzstäbchenprobe gibt Auskunft, wann der Kuchen raus kann.

Vor dem Stürzen mindestens 30 Minuten ruhen lassen, sonst reißt der Kuchen schnell mal, wenn irgendwo ein Apfelstückchen festklebt.

Entweder abgekühlt mit Puderzucker bestreuen oder aber schon lauwarm genießen. Letzteres empfehle ich.

Der Kuchen kann übrigens prima portionsweise eingefroren werden.

Mein Apfel-Mandel-Napfkuchen ist übrigens aus Ferdis russischem Apfelkuchen entstanden. Der ist auch sehr lecker, hat aber fast schon zu viele unterschiedliche Aromen.

Ferdis russischer Apfelkuchen

Man nehme Äpfel, Rosinen, Rum, Zimt, Zucker, Eier, Butter, Mehl, Haselnüsse und gehackte Bitterschokolade, rühre alles zusammen und fertig ist er, der russische Apfelkuchen, mit dem mein ehemaliger Kollege Ferdi uns immer zu seinem Geburtstag verwöhnt hat. Da Ferdi ein so lieber Mensch und der Kuchen so lecker war, muss das Rezept in meinen „Erinnerungsblog„.

Saftiger kann ein Rührkuchen kaum sein

Wer wirklich saftige Rührkuchen mag, wird Ferdis russischen Apfelkuchen lieben. Auch wenn  oder gerade weil die Zutatenliste für einen Apfelkuchen recht umfangreich und nicht Standard ist.

Die Zutaten:

  • 250 g Butter
  • 250 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker (ich nehme lieber „richtige“ Vanille oder Vanille-Back von Schwartau)
  • 4 Eier
  • 250 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 200 g gemahlene Haselnüsse
  • 100 g gehackte dunkle Schokolade (oder Schokotröpfchen) alternativ 2 El guten Backkakao (kein Nesquick oder Kaba). Ich finde das Geschmackserlebnis mit Schokoladenstückchen „spannender“
  • 4-5 Äpfel (Boskop)
  • 75 g Rosinen (Rosinenhasser lassen sie einfach weg und parfümieren die Äpfel mit etwas Rum)
  • Rum (es geht auch ohne, aber der Rum passt schon gut)
  • Zimt
Kuchen, Apfel
Ferdis russischer Apfelkuchen – super saftig und lecker. (Bild: Ulrike Rosina CC-BY-NC-SA)
Los geht’s

Möglichst am Abend vorher die Rosinen in ein kleines Schraubglas geben und mit Rum begießen, bis sie fast bedeckt sind. Immer mal wieder schütteln, damit sich alle Früchte vollsaugen können.

Die Zubereitung:

  • Äpfel schälen, Kerngehäuse entfernen und klein schneiden. Zum Backen geht für mich nichts über den Boskop, einen etwas derben Apfel, der beim Kochen und Backen herrlich mürbe wird und ordentlich Geschmack bringt. Ich kaufe sie im Hofladen, also ohne „genormte Euro-Größe“. Die unterscheidet sich beim Boskop  je nach Erntejahr beträchtlich. Gemeint sind fünf Äpfel zirka durchschnittlicher Größe, aber solange ihr noch mehr Teig habt, als Äpfel, kommt es auf etwas mehr oder weniger nicht an.
  • Äpfel mit etwas (wenig) Zucker und Zimt bestreuen, gut mischen
  • Rumrosinen mit dem Rest Rum hinzugeben, gut mischen
  • Äpfel zur Seite stellen und bis zum „Einsatz“ ziehen lassen
  • Zucker, Eier und Vanille dick schaumig rühren
  • geschmolzene Butter einrühren
  • Mehl, Backpulver und Haselnüsse mischen und löffelweise unterrühren
  • gehackte Schokolade untermischen
  • Apfel-Rosinen-Rum-Mischung inklusive noch vorhandener Flüssigkeit einarbeiten
  • Springform einfetten und vor allem am Boden mit etwas Weizengrieß oder Semmelbrösel bestreuen.
  • Teig gleichmäßig in der Form verteilen und bei 180° C 60 bis 70 Minuten backen. Die Holzstäbchenprobe gibt Auskunft, wann der Kuchen raus kann.

Vor dem Stürzen mindestens 30 Minuten ruhen lassen, sonst reißt der Kuchen schnell mal, wenn irgendwo ein Apfelstückchen festklebt. Für meinen Geschmack ist der Kuchen am zweiten Tag besser, weil dann die Aromen Zeit hatten, sich zu „mischen“.

Wer mag, kann den abgekühlten Kuchen auch noch mit Schokolade überziehen. Mir persönlich wird das aber zu süß und zu mächtig.

Aber bitte mit Sahne?

Ferdis Apfelkuchen kann wahlweise in flacher Tortenform – dann wird der Schokoladenüberzug einfach – oder mit Einsatz gebacken werden. Habe ich zwar selbst noch nicht probiert, aber ich glaube, ein wenig frisch geschlagene, ungesüßte Sahne passt prima zu diesem Kuchen.

Zum Schluss noch eine typische Ferdi-Anmerkung im O-Ton: „Tscha, eigentlich ist das ein Kuchen, der überhaupt nicht misslingen kann. Selbst in quasi matschiger Konsistenz überzeugt der Geschmack.“

In diesem Sinne, ran an den Mixer!