#slowfood2016 – Genuss in Hülle und Fülle I

Hach ja, anstrengend war es. Und voll war es. Und toll war es! So viele Anbieter nachhaltig produzierter Lebensmittel auf einem Platz besser gesagt in zwei riesigen Hallen, gibt es in Stuttgart nur einmal im Jahr: Beim Markt des guten Geschmacks der Messe Stuttgart.

Badge slowfood2016Es war meine dritte oder vierte Slow Food Messe und meine zweite oder dritte Teilnahme am Bloggertreffen  der Messe Stuttgart. Und damit kam ich auch wieder in den Genuss spannender Hintergrundinformationen und Diskussionen von und mit Ausstellern, Organisatoren und Initiativen. Danke dafür an die entsprechenden Aussteller, die sich eine Stunde vom Messetrubel los geeist haben, um uns Rede und Antwort zu stehen. Und natürlich, um uns neugierig auf ihre Produkte zu machen.

Wenn die Saarlänner mid de Pälzer ihr Ding mache

Als gebürtige Saarländerin musste ich mich natürlich erst die saarländische „Vertretung“ aufsuchen, die – man mag es kaum glauben – für die Messe ein Joint Venture mit Rheinland-Pfalz eingegangen ist. Ausgerechnet mit den Pälzern… Aber ok, was tut man nicht alles, wenn es um einen guten Zweck, und das ist nachhaltige Ernährung allemal, geht, man spricht auch mit dem Fein. Gell, Herr Wallbillich ;-).

Neben dem Forellenhof Rosengarten war unter anderem die Bliesgau Ölmühle mit ihrem Leindotteröl „angetreten“. Ein faszinierendes, fast vergessenes Gewächs, dieser Leindotter. Und ein sehr spezielles Öl. Irgendwie unglaublich kompakt und mit einem tollen Eigengeschmack, der an Spargel erinnert. Ideal zum Abrunden von Gemüsegerichten.

Das beste Eis der Welt für mich

Vom Öl zum Eis passt irgendwie, dachte ich mir. Deshalb war meine nächste Station Toni Manusé von Gelato Mio. Schon in der Vorstellung hat er eine flammende Rede für mehr Bewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln gehalten. Kein Wunder lautet deshalb sein Philosophie:

Unsere Motivation damals wie heute – das beste Eis der Welt herzustellen

Und sich dabei natürlich den Mitmenschen und der Umwelt gegenüber verantwortlich zu fühlen und den Gedanken eines ganzheitlichen Biokonzeptes im gesamten Herstellungsprozess unserer nachhaltig erzeugten Bioeissorten zu beherzigen.

Ich habe es mit einer Kugel Nocciola getestet. Herrlich. Natürlicher Haselnussgeschmack, kein übertriebenes Haselnussaroma. Cremig-festes Eis in einer leckeren Waffel. Wird Zeit, dass es Gelato Mio auch in Stuttgart gibt.

gelato mio
Bild: Gelato Mio

 

Wie konsequent Herr Manusé in seinem Ansatz ist, konnte man übrigens auch an der Einrichtung seines Messestandes sehen. Coole Pappmöbel und -dekoelemente, die ich mir auch in die Wohnung stellen würde. Wer sich ein Bild davon machen möchte, sollte einen Blick in die Impressionen auf der Website werfen.

So, das war mal ein erster Auftakt meines Messebesuchs. Bleibt dran. Die nächste Folge wird scharf! Versprochen.

 

Advertisements

31.03.-03.04.2016 – Markt des guten Geschmacks in Stuttgart (+Gewinnspiel)

Von 31.03. bis 03.04.2016 steht die Messe Stuttgart zum zehnten Mal im Zeichen des guten Geschmacks. Vier Tage bietet die Slow Food Messe Genießern ein Eldorado des guten und nachhaltigen Geschmacks. Du bist dabei? Dann habe ich die kostenlosen Tickets für dich!

PlacetoBW_13_Bauernhof_012
Neugierig auf die Slow Food Messe? (Bild: Johannes Schlörb)

So ganz genau weiß ich nicht mehr, wann ich zum ersten Mal auf der Slow Food Messe war. Aber was ich noch weiß: Ich war absolut nicht auf das vorbereitet, was mich erwartet hat, sonst hätte ich selbstverständlich auch einen Einkaufskorb dabei gehabt. Leckeres Brot, verführerischer Käse und Wurst nach guter alter Tradition. Ohne unnötige Zusatzstoffe, ohne Antibiotika und Psychopharmaka. So wie früher halt.

Eine Messe nach meinem Geschmack

Auf dem Markt des guten Geschmackes bin ich auch zum ersten Mal über Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall gestolpert. Mit nachhaltigem Erfolg. Inzwischen gibt es bei mir sehr viel seltener Fleisch und Wurst und wenn, dann vom schwäbisch hällischen Landschwein oder vom Hohenloher Rind. Was Obst und Gemüse angeht, bevorzuge ich sowieso saisonal und regional und mein Brot backe ich seit Jahren selbst.

Kein Wunder also, dass die Messe so ganz nach meinem guten Geschmack ist!

Ich mache Dich zum Fan des guten Geschmacks

Damit auch Du Fan des guten Geschmacks wirst und Dich kostenlos von der gesunden und leckeren Vielfalt überzeugen kannst, verlose ich jetzt insgesamt 2 x 2 Ticketcodes für die Messe (Tageskarte).

So geht’s:

  • Hinterlass‘ mir bis spätestens 03.04.2016, 08:00 Uhr einen Kommentar unter diesem Beitrag, in dem du kurz erklärst, warum Dir nachhaltige Lebensmittel wichtig sind.
  • Bitte denk daran, dass ich Deine E-Mail-Adresse brauche, um Dir die Gewinncodes zuzuschicken. Damit kannst du dann gleich online deine Tickets „kaufen“.
  • Mit der Teilnahme erklärst Du Dich einverstanden, dass ich dich zum Zweck der Gewinnübergabe per E-Mail kontaktieren darf. Die Daten werden anschließend von mir gelöscht.

Übrigens, die Tageskarte berechtigt zum Besuch aller Messen der Frühlingsmessen 2016, die am Tag des Besuches stattfinden.

 

 

Slow Food: Hol‘ dir Tickets (gratis) für den Markt des guten Geschmacks

Vom 09. bis 12. April 2015 steht die Messe Stuttgart wieder ganz im Zeichen des guten Geschmacks.  Zum neunten Mal präsentieren Hersteller und Händler ihre nachhaltig und hochwertig produzierten Produkte. Wer sich das nicht entgehen lassen möchte, hat bis zum 23.03.2015 die Chance auf kostenlose Messetickets. Slow Food, Messe, StuttgartEr ist eindeutig eine Sünde wert, der Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe. Auf 21 000 Quadratmetern, also zwei ganzen Messehallen, präsentieren rund 500 Aussteller eine einzigartige Vielfalt regionaler, traditionell handwerklich hergestellter Spezialitäten, die den strengen Qualitätskriterien von Slow Food genügen. Dies bedeutet insbesondere, dass die angebotenen Produkte gemäß dem Slow Food Motto „gut, sauber, fair“ hohe Ansprüche an Geschmack und Qualität erfüllen. Sie werden in traditionell handwerklicher Art, weitgehend frei von Zusatzstoffen sowie umwelt- und ressourcenschonend hergestellt.

Whisky und Bier, Küche und Tafel

Erstmals präsentieren sich in diesem Jahr 3 Sonderbereiche:

  • Continental Whisky Market
    • Hier präsentieren Whisky-Destillerien des Festlandes ihre Produkte, die aus regionalen Rohstoffen gewonnen wurden. Allein in Deutschland erfüllen fast 140 Brennereien diese Kriterien.
  • Marktplatz Brauerhandwerk
    • Auf dem Marktplatz Brauerhandwerk steht Bier mit regionalen Wurzeln im Mittelpunkt. Brauereien, die hier präsentieren, haben sich der Bewahrung der traditionellen Braukunst verschrieben. Das bedeutet: Keine Verwendung von Hopfenextrakt, keine Zusatzstoffe zur Stabilisierung, Konservierung oder Verlängerung der Haltbarkeit sowie keine beschleunigte Gärung.
  • Küche und Tafel
    • Im Sonderbereich Küche und Tafel stellen kleine Manufakturen und Werkstätten handwerklich hergestellte Stücke aus den Bereichen Küchenmöbel und –utensilien sowie gedeckter Tisch vor. Klassische Materialien wie Metall, Glas, Porzellan, Holz und Naturtextilien stehen hier im Mittelpunkt.
Jetzt kostenlose Tickets sichern

Bis einschließlich 23. März 2015, 23:59 Uhr verlose ich unter allen Teilnehmern an meinem kleinen Gewinnspiel 2 x 2 Tagestickets für den Markt des guten Geschmackes in Stuttgart. Die Messe findet im Rahmen der Frühjahrsmessen statt. Mit den Tickets erhalten die Gewinner kostenlosen Zugang zur gesamten Frühjahrsmesse (ohne VVS-Nutzung).

Wer mit der ganzen Familie zur Messe möchte, kommt am besten am Freitag, 10.04.2015 zum Kinder- und Jugendtag. Denn da zahlen Schülerinnen und Schüler mit Schülerausweis keinen Eintritt – Kinder unter sechs Jahren sind sowieso frei – und können ein tolles Rahmenprogramm genießen.

Und so geht es
  • Schreib einen kurzen Kommentar zu diesem Beitrag, was dich an der Slow Food Messe besonders interessiert und warum.
  • Verlost werden 2 x 2 Tagetickets für den Markt des guten Geschmackes (ohne VVS).
  • Vergiss nicht, mir deine E-Mail-Adresse zu übermitteln (nicht in den Kommentar schreiben!), damit ich dich kontaktieren kann, falls du gewonnen hast.
  • Der Gewinncode geht dir dann umgehend per E-Mail zu. Mit ihm kannst du dein Ticket bequem selbst ausdrucken.
  • Die E-Mail-Adresse wird ausschließlich zur Ermittlung des/der Gewinner_in und der Zustellung des Gewinncodes verwendet.
  • Teilnahmeschluss ist der 23. März 2015, 23:59 Uhr
Was ist eigentlich dieses „Slow Food“?

Slow Food ist eine internationale Bewegung mit einem eigenständigen und neuen Ansatz: Verbraucher und Produzenten setzen sich gemeinsam in einer Organisation für die gleichen Ziele ein. Die Non-Profit-Organisation engagiert sich für regionale, saisonale und handwerklich hergestellte Lebensmittel, eine nachhaltige, kleinbäuerliche Landwirtschaft, artgerechte Tierhaltung und die Bewahrung der Arten- und Geschmacksvielfalt. Die Slow-Food-Bewegung entstand in den 1980er Jahren in Italien und hat heute etwa 100.000 Mitglieder in 150 Ländern, davon über 13.000 in Deutschland. Und nun viel Glück!

Edit 24.03.2015
Die Gewinnerinnen sind Heike Andrea Quenzer und YveeB. Herzlichen Glückwunsch!

Und für alle anderen: Ab 23.04. gibt es bei mir richtig viele Bücher zu gewinnen. Also nicht traurig sein, dass es jetzt nicht geklappt hat.

Slow Food: Ahle Wurscht, Bio-Käse und schwäbischer Whisky

Vom 11. bis 14. April hieß es auf den Fildern in Stuttgart wieder: Tore auf für die Frühlingsmessen und damit für das dritte Blogger-Treffen anlässlich der Slow Food Messe. Knapp 40 wissensdurstige Bloggerinnen und Blogger genossen einen Tag mit spannenden Hintergrundinformationen rund um den Markt des guten Geschmacks.

Slow, Food, Messe, Stuttgart
Viel los auf der Slow Food Messe. (Bild: Messe Stuttgart)

Bereits zum dritten Mal trafen sich Bloggerinnen und Blogger auf dem Markt des guten Geschmacks, um hinter die Kulissen der Slow Food Bewegung und ihrer Anhänger zu blicken. Damit das problemlos gelang, hat sich das Presseteam einiges einfallen lassen.

Details zu Messe

Den Auftakt machte die offizielle Begrüßung und ein paar Zahlen zu Messe allgemein:

433 Aussteller, 67 davon aus dem Ausland präsentieren ihren Besuchern auf 15.000 Quadratmetern regionale, saubere und fair gehandelte Produkte. Zum ersten Mal gab es sogar eine Warteliste für Aussteller.

Ergänzt wurden diese Zahlen noch durch Details zur Slow Food Bewegung und schon ging es los zum Rundgang über die sehr gut besuchte Messe. Mit rund 40 Bloggerinnen und Blogger war das so ähnlich, als wolle man einen Sack Flöhe hüten. Zwischendurch gingen immer mal wieder welche verloren aber am Ende fand man sich doch wieder.

Ahle Wurscht von der Wurstmanufaktur Rohde

Ahle Wurscht, also Alte Wurst, klingt ja erst mal nicht so lecker. Spontan könnten einem Gammelfleischskandale und vergessene Plastikpäckchen im Kühlschrank einfallen. Dass diese Assoziation völlig falsch ist, davon überzeugt uns Dieter Rohde, Inhaber der Wurstmanufaktur Rohde und Mitglied des Fördervereins Nordhessische Ahle Wurscht e.V., in kürzester Zeit.

Slow, Food, Messe, Stuttgart
Ahle Wurscht, von Meister Rohde persönlich kredenzt. (CC-BY-NC-SA)

Authentisch handwerklich, das ist die Philosophie der Wurstmanufaktur Rohde. Gemeint ist damit:

  • Alle Arbeitsschritte in der Fertigung laufen völlig transparent ab. Was verarbeitet wird, stammt von ausgewählten Partnerbetrieben. Alle sind persönlich bekannt. Anonyme Fleisch-Zukäufe gibt es nicht.
  • Es kommen keine gentechnisch veränderten Vorprodukte zum Einsatz.
  • Warmverarbeitung konserviert den Geschmack. Die Wurst wird unmittelbar nach der Schlachtung produziert. Dadurch bleibt das Muskel-Eiweiß  unverbunden und kann mehr Wasser zwischen den Molekülen speichern. Das wiederum gewährleistet eine gleichmäßige Fetteinlagerung und sorgt für einen aromatischen Geschmack. Bindemittel wie Nitrate und Citrate werden überflüssig.
  • Keine unnötigen Zusatzstoffe. Durch die Verwendung geschmacklich hochwertigen Fleisches sind Geschmacksverstärker überflüssig. Die Verwendung von normalem Haushaltszucker verlängert den Reifeprozess zwar,  lässt dadurch aber der Ahle Wurscht die Zeit zum Reifen.
  • Individuelle Würzmischungen geben der Rohde-Wurst ihren ganz eigenen Geschmack weit weg von den industriellen Einheitswürzmischungen.

Bei der anschließenden Verkostung überzeugte die Wurst auf ganzer Länge.  So kenne ich das von früher. Lecker!

Und da sich traditionelle Handwerkskunst und moderner Vertrieb nicht ausschließen müssen, kann man die leckere Wurst von Rohde auch im Online-Shop beziehen.

Alles Bio-Käse oder was?

Ebenso traditionell geht es an der Käsetheke zu, zumindest bei der Bio-Käserei Zurwies, die von Lissy Holzinger und ihrem Vater Anton geleitet wird. Am Rande von Wangen im Allgäu werden täglich einige Tausend Liter Biomilch in Emmentaler-Qualität von Biobauern (Bioland und Demeter) aus dem Umland zum Zurwieser, zum gepfefferten Ärschle und zu Antons Liebe rot verarbeitet. Artgerechte Haltung und der absolute Verzicht auf Düngemittel sorgen für gutes Futter – im Sommer auf der Weide, im Winter über Heufütterung – und beste Milchqualität. Ein Zukauf von Futter ist nur in Ausnahmefällen in Bioqualität mit Zustimmung der Käserei gestattet. Damit es nicht nur den Kühen sondern auch ihren Bauern gut geht, bekommen sie neben dem reinen Milchpreis Qualitätszuschläge.

Slow, Food, Messe Stuttgart
Alles Käse, aber megalecker!

Seit über 100 Jahren wird in Zurwies gekäst, seit 1990 durch die Käsermeister Anton Holzinger und Richard Kurzweil. Sie bauten das vorhandene Käsereilokal für die Produktion verschiedener Weichkäse um. 2006 stieg Anton Holzingers Tochter Luise in die Geschäftführung mit ein und leitet das Unternehmen heute gemeinsam mit ihrem Vater.

16 Mitarbeiter machen 7 Tage die Woche ganz schön viel Käse

Wer sich selbst ansehen möchte, was die 16 Mitarbeiter Leckeres aus der Milch, die täglich – auch sonn und feiertags –  direkt bei den Bauern abgeholt wird, zaubern, kann ihnen gerne auf die Finger schauen. Die Produktion ist transparent und für Besucher durch ein großes Fenster einsehbar. Am meisten zu sehen gibt es gehen zehn Uhr am Morgen.

Und natürlich kann man sich dann im Hofladen gleich versorgen und den heimischen Kühlschrank mit Spitzenkäse und leckerstem Joghurt füllen. Wir haben beides testen dürfen. Es lohnt sich!

Online gibt es das gepfefferte Ärschle, Antons Liebe rot oder den Zurwieser natürlich auch.

Suebisch Whisky und mehr

Kurz erwähnen möchte ich auch noch den Schwäbischen Whisky. Dass es ihn gibt, wusste ich. Noch zu meiner Tübinger Zeit habe ich mich mal daran versucht und war wenig überzeugt. Umso verblüffter war ich, als ich den eigenen Stand dafür auf der Messe – nach langer Suche – fand.

Slow, Food, Messe, Stuttgart
Die Schwaben brennen Whisky – und das nicht mal schlecht. (Lizenz: CC-BY-NC-SA)

Überwältigt von der Auswahl ging ich nach dem Etikett. Und da „Suebisch“ so ähnlich klingt wie „hübsch“, habe ich spontan danach gegriffen. Ich muss sagen, es wird mal wieder Zeit für eine schwäbische Whisky Verkostung. Da scheint sich in den letzten Jahren einiges getan zu haben.

Mehr von der Slow Food Messe:
Slow Food oder wie man auf den richtig guten Geschmack kommt

Slow Food oder wie man auf den richtig guten Geschmack kommt

Wissen was man isst und woher es kommt, dieser Philosophie verschreibt sich die Slow Food Bewegung weltweit. Die Non Profit Organisation war auch 2013 wieder ein wesentlicher Bestandteil der Stuttgarter Frühjahrsmessen. Vom 11. bis zum 14. April begrüßten 433 Aussteller auf 15.000 Quadratmetern unzählige kulinarisch interessierte Besucher und konnten mit ihren Produkten überzeugen.

Slow, Food, Messe, StuttgartAntibiotika im Geflügel, falsch deklarierte Eier, Schimmel in der Milch und auf der Tiefkühl-Lasagne will ich gar nicht erst rumreiten. Die Zahl der Lebensmittelskandale wäschst scheinbar von Jahr zu Jahr. Vermutlich liegt diese Wahrnehmung aber eher daran, dass sich die Informationen über eine Aufdeckung schneller verbreiten.

Wer sich vor diesen – teilweise sehr ekligen – Vorfällen schützen will, muss selbst aktiv werden. Die Vegetarier- und Veganerszene nimmt deutlich an Fahrt auf, umgeht damit aber im Wesentlichen nur die Fleischskandale.

Slow Food – Ernährung mit Tradition

Einen völlig anderen und in meinen Augen sinnvolleren Weg wählt die Slow Food Bewegung. „Ich möchte die Geschichte einer Speise kennen. Ich möchte wissen, woher die Nahrung kommt. Ich stelle mir gerne die Hände derer vor, die das, was ich esse, angebaut, verarbeitet und gekocht haben.“, so das Statement von Carlo Petrini, dem Gründer von Slow Food.

Gegründet wurde die Non-Profit-Organisation 1989 als Gegenpol zu Fast Food und Fast Life. Ziel war und ist es, die Menschen wieder stärker für lokale Traditionen und für ihre Ernährungsgewohnheiten zu sensibilisieren. Slow Food setzt sich aber auch für biologische Vielfalt ein So entstand 1996 die „Arche des Geschmackes“ mit dem Auftrag, „fast vergessene traditionelle Lebensmittel, die in Gefahr sind, völlig zu verschwinden, zu katalogisieren und bekanntzumachen, nach dem Motto: Essen, was man retten will. Denn was nicht gegessen wird, wird nicht nachgefragt, kann also nicht verkauft werden und wird deshalb nicht hergestellt.“

Slow, Food, Messe, Stuttgart
Wenn es um guten Geschmack geht, darf natürlich auch ein guter Tropfen nicht fehlen. Wer es noch nicht wusste: Die Schwaben können auch Whisky. (Lizenz: CC-BY-NC-SA)
Die Arche ist leider noch lange nicht voll

Zu den aktuell über 1000 „Passagieren“ der Arche gehören unter anderem:

  • das Filder-Spitzkraut: Obwohl es vom Geschmack den runden Kohlköpfen überlegen ist, ist es wegen seiner Form schwieriger zu verarbeiten.
  • die Bamberger Hörnla: Viele kennen sicher die leckeren Mini-Kartoffeln. Leider fallen sie wegen ihrer geringen Größe durch die automatisierten Erntemaschinen und sind deshalb für die Industrie uninteressant
  • der Weißlacker-Käse: Er kommt nur im Allgäu vor
  • die nordhessische Ahle Wurscht: Sie wird nach alter traditioneller Fleischerhandwerkskunst hergestellt und ist ohne Zusatzstoffe Monate haltbar.

Aber die Slow Food Organisation will nicht nur lokale Traditionen bewahren, sie will auch Erzeuger und Händler zusammen bringen. Auf den Stuttgarter Frühjahrsmessen 2013 konnten 433 Aussteller – so viele, wie noch nie zuvor – die Chance nutzen ihre Produkte auf 15.000 Quadratmetern einem breiten Publikum zu präsentieren. Wiederholungstäter unter den Besuchern erkannte man übrigens unschwer an den mitgebrachten Körben oder fahrbaren Einkaufswägelchen, die auf dem Heimweg randvoll Genuss waren.

Empfehlenswerte Produkte vom Blogger-Rundgang:
Slow Food: Ahle Wurscht, Bio-Käse und schwäbischer Whisky