Brunoldi/Santoro: Im Zeichen der Reliquie

Italien, Anfang des 13. Jahrhunderts. Dem gelehrten Mönch Bonaventura wird zugetragen, dass sein Mentor, Franz von Assisi entführt wurde. Von wem und wohin ist unklar. Gemeinsam mit weiteren Anhängern macht er sich auf den Weg, den charismatischen Prediger zu finden.

Im Zeichen der Reliquie von Pierpaolo Brunoldi

Wer sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts im christlichen Italien mit Medizin und Naturwissenschaften beschäftigt, lebt gefährlich. Schnell ist man der Ketzerei beschuldigt und damit dem sicheren Tod geweiht. Trotzdem lässt sich der wissbegierige Mönch Bonaventura nicht von seinem Forscherdrang abhalten. Vielen päpstlichen Vorschriften steht er kritisch gegenüber. Warum soll ein Mensch sterben, wenn es längst Medikamente gegen sein Leiden gibt. Das kann nicht Gottes Wille sein.

Auf dem Sterbebett vertraut ihm einer seiner Patienten an, dass der berühmte Franziskus von Assisi, Bonaventuras Mentor, an einen geheimen Ort entführt wurde. Doch ehe Bonaventura weitere Details erfragen kann, verstirbt der Mann. Wer hat es auf Franziskus abgesehen? Und warum wurde er entführt? Waren seine Predigten zu fortschrittlich? Sieht die Kirche in ihm eine Gefahr? Bonaventura beschließt, sich auf die Suche nach seinem Mentor zu machen.

Ich habe längere Zeit keinen richtigen “Historienschinken” mehr gelesen und mit Im Zeichen der Reliquie einen absoluten Glücksgriff gelandet. Temporeich geht es quer durch Italien, gut nachverfolgbar durch die historische Landkarte im vorderen Deckblatt.

Mord und Totschlag, Spannung und Witz

Spannend bis amüsant auch die Begleiter des Mönches. Was hat es mit Fleur, dem jungen Mädchen auf sich, dem Franziskus in seinem Kerker im Traum erschienen ist? Und welche Bewandtnis hat es mit dem Medaillon, das sie seit ihrer Kindheit trägt und das zahlreiche Begehrlichkeiten weckt? Wer ist der geheimnisvolle Ritter mit der Maske, der Pilger auf ihrer Reise beschützen soll? Was verbindet ihn mit Fleur? Und dann sind da noch die beiden jungen Mönche, die sich mehr oder weniger freiwillig der Mission angeschlossen haben. Kann sich Bonaventura im Notfall auf sie verlassen?

Im Zeichen der Reliquie von Pierpaolo Brunoldi und Antonio Santoro hat das Zeug zu einem opulenten Mittelalterdrama auf der großen Leinwand. Da wird gefochten und enthauptet, was die Degen hergeben. Das Blut fließt in Strömen und der Sieg ist immer mit den Guten. Wie auch immer sie sich zufällig zum exakt passenden Zeitpunkt in völlig ausweglosen Situationen wiederfinden, nachdem sie vorher getrennte Wege gegangen sind. Beim Lesen war mir das völlig egal, weil die Story einfach total spannend erzählt wurde.

Von mir bekommen Im Zeichen der Reliquie eine klare Leseempfehlung. Tolles Buch!

|| Ich würde mich übrigens freuen, wenn ihr euch – bei Interesse – dieses Buch im regionalen Buchhandel bei euch vor Ort bestellt. Damit steigen die Chancen, dass wir Buchfans auch in Zukunft noch gelegentlich dort bummeln und stöbern können.||

Pierpaolo Brunoldi

Pierpaolo Brunoldi ist ausgebildeter Tierarzt und machte danach einen Master im Fach „Drehbuchschreiben“. Seit vielen Jahren arbeitet er als Drehbuchautor für Fernseh- und Kinoproduktionen. Außerdem schreibt er Theaterstücke und hat Erzählungen in mehreren Anthologien veröffentlicht.

Antonio Santoro

Antonio Santoro, geboren 1974, arbeitet seit vielen Jahren als Regisseur, Schauspieler und Autor am Theater. „Im Zeichen der Reliquie“ ist der erste zusammen mit Pierpaolo Brunoldi verfasste historische Roman.

Aus dem Italienischen von Verena von Koskull.

Buchinfo: Im Zeichen der Reliquie von Pierpaolo Brunoldi und Antonio Santoro, erschienen bei C. Bertelsmann, 30. September 2019, 384 Seiten gebunden mit Schutzumschlag, € 20,00, ISBN: 978-3-570-10375-3. Danke für das Leseexemplar.

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