Kate O’Hara: Tal der Illusionen

Kalifornien, Anfang des 20. Jahrhunderts. In einem kleinen Ort in den Hügeln bei Los Angeles sammeln sich Künstler und Visionäre aller Art und leben ihren Traum. In kürzester Zeit machen sie Hollywood zum Dorado für alle Filmfans. Frank Maynard gehört zu den Erfolgreichen der Branche.

Noch immer hat Frank Maynard nicht mit seinem Schicksal abgeschlossen. Das große Erdbeben in San Francisco 1906 hat ihm alles genommen, was ihm wichtig war. Seine Frau starb in den Trümmern ihres Hauses während er mit Harriet, seiner großen Liebe zusammen war. Seine Lichtspieltheater liegen in Schutt und Asche, die Versicherung weigert sich zu zahlen. Seit Monaten zieht er mit seinem Lastwagen durchs Land und führt mal hier, mal da seine Filme vor. Ein Großteil der Erlöse fließt in Alkohol. Doch der Schmerz lässt sich auch damit nicht betäuben.

Das Blatt wendet sich, als er in einem unscheinbaren kleinen Ort namens Hollywood auf einen der großen Visionäre der aufstrebenden Filmbranche trifft. Mit seinem Enthusiasmus steckt er Frank Maynard an und bringt ihn dazu, sich wieder nach vorne zu orientieren. Mit sicherem Gespür sucht er sich die für ihn richtigen Nischen und wird zu einem der führenden Produzenten in Hollywood.

Gibt es noch eine Chance für Harriet und Frank?

Zur gleichen Zeit in San Francisco. Auch Harriet kann mit der Vergangenheit nicht abschließen. Obwohl sie eine ruhige und harmonische Ehe führt und ihr Sohn sicher und behütet aufwachsen kann, vermisst sie die bedingungslose Hingabe, die sie mit Frank Maynard erlebt hat. Ausgerechnet zu einer Zeit, zu der für Harriet ein Schicksalsschlag auf den nächsten folgt – ihr Vater stirbt, ihr Onkel drängt sie aus der Reederei, dann stirbt auch noch ihr Mann – sehen sich Harriet und Frank wieder. Und noch immer ist die gegenseitige Anziehung ungebrochen.

Während Kate O’Hara in Band eins ihrer Caldwell-Saga den Fokus auf Harriet Caldwell legte, wird Tal der Illusionen, also Band zwei der Saga, von Franks Entwicklung dominiert. Tatsächlich habe ich wirklich eine Weile gebraucht um mich einzufinden. Die ersten Seiten waren mir etwas langatmig, aber das hat sich bald gelegt. Zu spannend waren die Erzählungen aus den frühen Jahren der Filmindustrie Hollywoods.

Auch Harriets Leben bleibt spannend. Unvorhersehbare Schicksalsschläge und Intrigen belasten ihren Alltag, zeigen aber auch, wie stark diese ungewöhnliche junge Frau ist.

Ich bin gespannt auf Band drei

Und seien wir ehrlich, wenn es eine Saga gibt, Band eins von der verhängnisvollen Liebe zweier Menschen handelt, dann müssen sich die beiden auch in Band zwei wieder begegnen. Tatsächlich ist das auch der Fall, aber ich fürchte wir werden mindestens bis Band drei warten müssen, ehe wir wissen, ob es für beide doch noch eine gemeinsame Zukunft gibt. Ich würde es mir wünschen. Aber lest lieber selbst.

Auch wenn man Band zwei verstehen kann, ohne Band eins gelesen zu haben, empfehle ich, mit Band eins zu starten. Mit der tiefen emotionalen Verstrickung aus Stadt der Träume im Hintergrund bekommt Tal der Illusionen eine ganz andere Intensität.

|| Ich würde mich übrigens freuen, wenn ihr euch – bei Interesse – dieses Buch im regionalen Buchhandel bei euch vor Ort bestellt. Damit steigen die Chancen, dass wir Buchfans auch in Zukunft noch gelegentlich dort bummeln und stöbern können.||

Kate O’Hara

Aufgewachsen in Deutschland, studierte Kate O’Hara Germanistik sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft. Nach dem Studium war sie als freie Journalistin für den Rundfunk sowie für Tageszeitungen und Zeitschriften tätig. Sie veröffentlichte zahlreiche Kurzgeschichten und Reportagen als Reiseschriftstellerin und wanderte in den 90er Jahren in die USA aus, wo sie heiratete und die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm. Sie arbeitete viele Jahre als Musik- und Reisejournalistin für Printmedien und den Rundfunk, bevor sie sich dem historischen Roman widmete.

Buchinfo: Tal der Illusionen von Kate O’Hara, erschienen bei Knaur, 13. Januar 2020, 496 Seiten, € 10,99, ISBN 978-3-426-52328-5. Danke für das Leseexemplar.

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