Blogger schenken Lesefreude: Gut Brot will Weile haben (Gewinnspiel)

Der 23. April ist Tag des Buches und damit Tag der Aktion „Blogger schenken Lesefreude“. Ich verschenke zu diesem Tag „Gut Brot will Weile haben“ von Günther Weber und Dieter Ott. Ein wunderschönes Buch über die Liebe zu gutem Brot und Backwerk.

Brot, selbst backen, SauerteigSeit gut zwei Jahren backe ich mein Brot selbst. Hauptauslöser war der fast beliebig austauschbare Geschmack gekaufter Brote. Nur selten hatte ich eines, das mir so richtig geschmeckt hat. Ich mag sehr roggenlastige Sauerteigbrote. Neben dem fehlenden Geschmack war es aber auch die Haltbarkeit des Brotes, die mir zu denken gab. Es wurde so schnell trocken und gerne auch mal schimmelig. Ja, ich spreche von Bäckerbrot, nicht von Discounterware. Das war mir ehrlich gesagt das Preis-Leistungsverhältnis nicht mehr wert.

Der erste Weg führte mich über Backmischungen aus dem Supermarkt. Aber auch hier hat mich wenig überzeugt und schnell kam die Überlegung: Wenn ich diese Backmischung anrühre und backe, kann ich doch gleich RICHTIG Brot backen. Dank Google gibt es eine schier unerschöpfliche Auswahl an Rezepten, Empfehlungen, ultimativen Tipps. Viele davon klingen sehr aufwändig und haben mich sofort abgeschreckt. Bis ich auf ein idiotensicheres Sauerteigrezept der „Berliner Küche“ gestoßen bin. Und schwupp war ich mit dem Sauerteig-Virus infiziert.

Das Buch muss ich verlosen!

Deshalb war schnell klar, dass „Gut Brot will Weile haben“ von Günther Weber und Dieter Ott, DAS ideale Buch für meine Aktion Blogger schenken Lesefreude zum Welttag des Buches wäre. Netterweise war der Hädecke Verlag auch sofort bereit, meinen Wunsch mit einem Verlosungsexemplar zu unterstützen. Das Buch wird dem Gewinner oder der Gewinnerin druckfrisch vom Hädecke Verlag zugeschickt werden.

Vorab konnte ich mir das Objekt meiner Begierde schon mal ansehen und ich bin begeistert. Mein Instinkt hat mich wieder nach dem richtigen Titel greifen lassen, denn „Gut Brot will Weile haben“ ist viel mehr als ein Rezeptbuch. Es ist die Geschichte von Menschen, die gutes Brot lieben und mit Hingabe backen. Die Geschichte der Bäckerfamilie Weber aus Winnenden bei Stuttgart und gleichzeitig auch die Geschichte des Brotbackens in den vergangenen rund 100 Jahren. Längst haben in vielen Bäckereien standardisierte Backmischungen Einzug gehalten. Der Preiskampf mit Supermärkten und Discountern zwingt vermeintlich zu immer stärkeren Zugeständnissen. Zusatzstoffe aus dem Chemielabor sorgen für die perfekte Kruste, gleichmäßige Poren, ideales Verhalten bei industrieller Produktion. Dabei braucht gutes Brot nicht mehr als Mehl, Wasser, Salz und ein Triebmittel, Hefe oder Sauerteig oder beides.

Handverlesene Qualität auf dem Lorettohof

Günther Weber hat sich dieser „Askese“ auf dem Lorettohof bei Zwiefalten verschrieben. Hochwertige Zutaten werden im Steinofen in traditioneller Handarbeit zu schmackhaftem Brot verarbeitet. Natürlich gibt es auch Kuchen und „süße Stückle“ im Angebot.

Brot, selbst backen, Sauerteig
Loretto-Wecken bestechen durch Vielfalt (Foto: Hädecke Verlag)

Einige seiner besten Rezepte hat der passionierte Bäcker in „Gut Brot will Weile haben“ aufgeschrieben. Auf keinen Fall fehlen darf dabei natürlich das gute schwäbische Bauernbrot und der saftige Hefezopf. Aber auch Emmerleinbrot, ein Brot aus Emmer, einer Urgetreideart, die bereits in Funden aus der Zeit von 8000 vor Christus nachgewiesen werden konnte, Dinkelvollkornseelen und Käsekuchen sind am Start. Dabei fordert Weber stets auf, sich nicht sklavisch an seine Rezepte zu halten, sondern zu variieren, Neues zu erproben. So lange, bis man sein ganz persönliches Lieblingsrezept gefunden hat.

Mit der Art, wie Weber seine Leser an die Teigzubereitung heranführt, ist es leicht, sich auf Tests einzulassen.  Beachtet man ein paar Grundregeln, kann eigentlich nicht viel schief gehen. Je länger man bäckt, desto besser kann man die Teigbeschaffenheit beurteilen. Fehler werden immer unwahrscheinlicher. Eine Erfahrung, die ich inzwischen auch gemacht habe.

Ich finde „Gut Brot will Weile haben“ ein tolles Buch für alle, die wirkliche Leidenschaft fürs Backen haben!

Will ich haben!

Du willst „Gut Brot will Weile haben“ haben? Kannst du. Indem du mir im Kommentar unter diesem Beitrag – und nur da! – dein liebstes Brotrezept verrätstUnd dann brauchst du natürlich noch etwas Glück.

Bitte beachte dabei folgende Punkte:

  • Hinterlasse ab sofort bis spätestens 30.04.2015 unter diesem Blogpost einen Kommentar mit deinem liebsten Brotrezept.
  • Verlost wird ein Exemplar des o.g. Buches.
  • Die Verlosung erfolgt bis spätestens 04.05.2015.
  • Der oder die Gewinnerin wird zur Ermittlung der Versandadresse von mir per E-Mail kontaktiert, also gebt bitte eine E-Mail-Adresse an. E-Mail-Adressen werden von mir ausschließlich zur Benachrichtigung des/der GewinnerIn und zur Ermittlung der Versandadresse verwendet.
  • Gib keine Adressen in den Kommentaren an (Datenschutz!).
  • Das Buch wird dir direkt vom Verlag druckfrisch zugeschickt. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel erklärst du dich einverstanden, dass ich deinen Namen und deine Anschrift zu Versandzwecken an den Hädecke Verlag weiterleiten darf.
  • Versendet wird ausschließlich an Adressen in Deutschland.

Und jetzt viel Glück und viel Spaß mit dem Buch!

Es kommt noch mehr

Bis zum 23.04.2015 werde ich hier und auf meinem zweiten Blog ulrikekommuniziert.com jede Woche ein neues Buch vorstellen, das du im Rahmen der Aktion „Blogger schenken Lesefreudegewinnen kannst. Darunter Fachliteratur für digital Schaffende, Bücher rund um das Thema „New Work“, etwas für Menschen mit Laktoseintoleranz, usw.  Dank der Unterstützung diverser Verlage kann sich so bereits im dritten Jahr wieder richtig viel Lesefreude verschenken.

Werbeanzeigen

Brot backen mit oder ohne Gärkörbchen

Seit gut einem Jahr backe ich jetzt mein Brot selbst. Jetzt habe ich zum ersten Mal in Gärkörbchen investiert und muss sagen: Es lohnt sich. Das Brot wird nicht nur höher sondern innen auch lockerer. 

Brot, Sauerteig, selbst, backen, Roggen, Gärkorb, Gärkörbchen
Mit Gärkörbchen gebacken sieht es aus wie vom Bäcker. Bild: CC-BY-NC-SA

Vor knapp einem Jahr habe ich den ersten Blogbeitrag zum Thema „Brot selbst backen“ veröffentlicht. Auslöser war unter anderem eine erneute Erhöhung der Brotpreise. Klar kostet gutes Handwerk, nur schmecken mir eben die meisten Brote überhaupt nicht mehr. Selbst bei meinem Bäcker hier im Ort nicht, der keiner großen Kette angehört.

Kein Respekt mehr vor Sauerteig

Da ich wirklich Respekt vor der Sauerteigherstellung und der Backaktion hatte, habe ich mich erst an Backmischungen versucht. Allerdings war habe ich auch da nur eine oder zwei gefunden, die wirklich so geschmeckt haben, wie ich das haben wollte. Irgendwann war es mir zu doof. Das musste doch auch anders gehen.

Dem Internet sei Dank, habe ich alles gefunden, was ich brauchte. Fachliches Knowhow kombiniert mit genialen Anfängertipps. Und so sah mein erstes Roggen-Mischbrot mit Sauerteig vor dem Backen aus:

Brot, Sauerteig
So sehen die Brote vor dem Backen aus. Bild: Lizenz CC-BY-NC-SA

Nicht schlecht für den Anfang. Allerdings konnte ich die Brote nach dem Formen nicht mehr lange gehen lassen, weil sie in die Breite statt in die Höhe gingen. Meist waren die Brote dann recht flach und relativ fest aber  trotzdem sehr sehr lecker und gut genießbar.

Immer wenn es darauf ankam!

Leider war es aber auch so, dass die Sache etwas unberechenbar war. Immer dann, wenn ich jemandem ein Brot als Geschenk mitnehmen wollte, wurden die Brote garantiert suboptimal. Also habe ich mich entschieden, doch mal Gärkörbchen zu testen.

Sauerteig, Brot, Roggen, Mischbrot, selbst, backen, Gärkörbchen, Gärkorb
Gärkörbchen aus Peddigrohr (Bild: CC-BY-NC-SA)

Diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Aus Peddigrohr, Holz oder Kunststoff. Der Gärkorb aus Peddigrohr sorgt ganz nebenbei für die Längsrillen, die man auch vom Bäcker kennt.

Nachdem der Teig angerührt und durchgeknetet wurde und über Nacht ruhen und aufgehen durfte, wird er aus der Schüssel auf eine bemehlte Fläche gekippt und mit etwas Mehl bestreut. Ich teile das oben verlinkte Rezept immer in drei Portionen. Zwei davon friere ich nach dem Backen gleich ein. Aufgetaut schmeckt das Brot wie frisch.

Peddigrohr sorgt für die bekannten Längsrillen auf dem Brot

Doch zurück zu den Gärkörbchen. Ich hatte ein ovales und ein rundes, was eigentlich ein normales Brotkörbchen ist. Das ovale aus Peddigrohr (s.o.) wurde nur mit Mehl eingestäubt. Das Brotkörbchen habe ich mit einem sauberen, glatten Geschirrtuch ausgelegt und bemehlt. Die Teigstücke werden grob auf die Form der Körbchen gebracht. Eines habe ich wie immer ohne Korb gehen lassen.

Sauerteig, Roggen, Brot, Mischbrot, selbst, backen, Gärkorb, Gärkörbchen
Ab ins Gärkörbchen mit dem Teig. (Bild: CC-BY-NC-SA)

In beiden Körben ist das Brot sehr gut aufgegangen. Zum gehen habe ich sie einfach in eine Plastiktüte geschoben, damit die Oberfläche nicht austrocknet. Die kleinen Löcher an der Oberfläche ließen mich auf eine sehr lockere Krume hoffen. Den dritten Teigling habe ich auf Backpapier gelegt (vorher mit etwas Mehl bestäuben), das ich oben gefaltet habe, um die „Seitwärtswanderung“ einzudämmen. Manche Brotbäcker legen den Teig auch zwischen zwei Wasserflaschen, damit er beim Gehen in die Höhe gezwungen wird. Ich selbst habe das nie probiert.

Daumen hoch für die Gärkörbchen

Ist der Ofen aufgeheizt, werden die Teiglinge aus den Gärkörben nur noch auf das heiße Blech oder den Backstein gekippt und los geht es.

Brot, Sauerteig, selbst, backen, Roggen, Gärkorb, Gärkörbchen
Mit Gärkörbchen gebacken sieht es aus wie vom Bäcker. Bild: CC-BY-NC-SADass sich die Investition gelohnt hat, kann man anhand des Bildes vielleicht erahnen. Im Vergleich zu dem Brotlaib, der auf Backpapier gegangen ist, sind die beiden Brote aus den Gärkörbchen innen deutlich lockerer und feinporiger und außen unverändert knusprig. Bei mir werden die Körbchen künftig immer zum Einsatz kommen.

Dass sich die Investition gelohnt hat, kann man anhand des Bildes vielleicht erahnen. Im Vergleich zu dem Brotlaib, der auf Backpapier gegangen ist, sind die beiden Brote aus den Gärkörbchen innen deutlich lockerer und feinporiger und außen unverändert knusprig. Bei mir werden die Körbchen künftig immer zum Einsatz kommen.

Brot backen mit Leselustich.com:

Und wer unter einer Glutenunverträglichkeit leidet, findet im Buch Glutenfreies Fünf-Minuten-Brot leckere Anregungen.

Sauerteig reaktivieren: So geht es

Seit Anfang des Jahres backe ich mein Brot selbst. Nach den ersten Gehversuchen mit Backmischungen, bin ich schnell auf hausgemachten Sauerteig aus Roggenmehl umgestiegen. Wie man sein Anstellgut, also einen Teil des fertigen Sauerteiges für die nächste Back Session im Kühlschrank „überwintert“, wie er vor der Reaktivierung aussieht und was mit der Zeit so passiert, zeigt dieser Blog.

Zum hausgemachten Roggensauerteig hat mich die Berliner Küche mit ihrem narrensicheren Rezept gebracht. Fünf Tage lang ein bisschen Mehl und Wasser verrühren kann so schwer nicht sein, dachte ich mir und wagte den Versuch. Mit Erfolg. Meine ersten Roggenmischbrote mit Sauerteig waren echte Prachtstücke. Optisch und geschmacklich.

Ist mein Anstellgut überhaupt noch in Ordnung?

Jetzt hole ich das Versprechen nach, meine Erkenntnisse zur Reaktivierung des Anstellgutes zu teilen. Beim ersten Backen habe ich vor lauter Begeisterung natürlich gleich mal vergessen, einen Rest Sauerteig zurück zu halten. Egal, musste ich eben rechtzeitig daran denken, neuen zu machen, wenn ich wieder backen wollte. Und dieses Mal habe ich nicht vergessen, gleich einen Teil in einem sauberen Glas mit nur aufgelegtem Schraubverschluss in den Kühlschrank zu packen.

Und so sah er dann aus, als ich ihn nach zirka drei bis vier Wochen wieder herausnahm:

Sauerteig, Roggen, Brot
Mein Sauerteig als Anstellgut. Von oben sieht es ja gut aus. (CC-BY-NC-SA)

Von der Seite sah es weniger gut aus. Der Teig hatte sich deutlich sichtbar in unterschiedliche Phasen getrennt:

Sauerteig, Roggen, Brot
Soll das so aussehen oder ist mein Sauerteig schlecht geworden? (CC-BY-NC-SA)

Ich hatte im Vorfeld viel Widersprüchliches gelesen, wie man den Teig korrekt „überwintert“ und dann beschlossen, mich an Pöt vom Sauerteigforum zu orientieren, der meinte, Sauerteig sei sehr robust. Also habe ich bis zum zweiten Einsatz nicht gefüttert und zweifelte nun, ob mein Anstellgut noch gut sei oder nicht. Also musste die Riechprobe entscheiden. Ok, es roch sehr alkoholisch, aber alkoholische Gärung ist ja ok. Nach dem Umrühren sah es auch völlig ok aus. Also habe ich es probiert. Im schlimmsten Falle hätte ich etwas Mehl und Wasser verschwendet.

Versuch macht klug

Also etwa 500 Gramm Roggenmehl mit etwa 500 Milliliter Wasser verrührt – der Teig sollte eine ähnliche Konsistenz wie Waffelteig haben – und das aufgerührte Anstellgut dazu. Diese nehme ich immer schon einige Stunden früher aus dem Kühlschrank, damit es Raumtemperatur hat.

Sauerteig in Roggenmehl Pampe - Es gibt viel zu tun (CC-BY-NC-SA)
Sauerteig in Roggenmehl Pampe – Es gibt viel zu tun (CC-BY-NC-SA)

Kräftig durchrühren und warten, bis es in der Schüssel lebendig wird. Achtung: Eine große Schüssel nehmen. Je älter der Sauerteig wird, also je öfter damit gebacken wurde, desto heftiger geht die Post ab und umso mehr Platz braucht er.

Sauerteig, Roggen, Brot
Noch herrscht Ruhe in der Teigschüssel (CC-BY-NC-SA)

Aktuell bin ich noch am Austesten, wie ich den Ansatz am besten zeitlich plane. Gerade jetzt, wo es wärmer wird, überrollen mich die Ereignisse gelegentlich etwas. Mein Versuch, den Ansatz über Nacht im Kühlschrank zu „bremsen“, war nämlich wenig erfolgreich beziehungsweise eigentlich das Gegenteil. Er war sehr erfolgreich. Ich musste nämlich den halben Kühlschrank von Sauerteig befreien. Der war nämlich über die Schüsselränder gequollen.

Perfektes Timing

Dieses Mal hat es geklappt. 12 Stunden später bei Raumtemperatur sieht mein Sauerteig so aus:

Sauerteig, Roggen, Brot
Der Ansatz hat 12 Stunden bei Raumtemperatur gearbeitet (CC-BY-NC-SA)

Jetzt kann es losgehen. Aber nicht vergessen, wieder Anstellgut für den nächsten Backtag abzunehmen. Ich nehme immer etwa 100 Gramm. Für das Brot orientiere ich mich dann wieder an der „Berliner Küche“. Für weitere Rezepte und Tipps rund um den Sauerteig empfehle ich Pöts Sauerteigforum.

So starte ich meinen Sauerteig neu

Roggen-Mischbrot mit Sauerteig

Ich liebe saftige Roggenbrote und den herzhaften Geschmack, der nur durch Sauerteig entsteht. Nach drei oder vier Versuchen mit Fertigmischungen habe ich mich kürzlich an mein erstes komplett selbst gemachtes Roggenbrot herangewagt. Mit Erfolg.

Meine erste Backmischung war ein Glücksgriff. Das „rustikale Landbrot“ von Aurora schmeckte genau so, wie ich es mag. Ok, vielleicht ein wenig zu fest, weil ich so ungeduldig war und nicht warten konnte. Aber der Geschmack: lecker!

Während ich mich an weiteren Mischungen probierte, habe ich gleichzeitig,  das Netz durchkämmt. So schwer konnte es doch nicht sein, ein leckeres Roggenmischbrot komplett selbst zu machen. Den letzten Kick gab mir die Berliner Küche mit einem narrensicheren Sauerteig Rezept.

Der Sauerteig

Brotbacken mit Sauerteig muss geplant werden. Setzt man den Sauerteig selbst an, braucht er mit dem Rezept der „Berliner Küche“ fünf Tage Zeit, bis man sich ans Backen machen kann. Eine Investition, die sich aber auf jeden Fall lohnt. Nicht nur wegen des leckeren Brotes anschließend, sondern auch, weil man für die nächste Backrunde gleich Sauerteig zur Seite stellen kann.

Brot, Sauerteig
Der Sauerteig ist fertig, wenn er richtig schön blubbert. Bild: CC-BY-NC-SA

Tag 1: 100 g Roggenmehl mit 200 ml Wasser gut verrühren. Tipp: Gefäß groß genug wählen. Gut ein Liter sollte reinpassen. Umrühren geht gut mit einem Teigschaber mit Stiel. Der lässt sich besser  am Rand abstreichen als ein Löffel.

Nach 12 Stunden etwa kräftig umrühren. Der Sauerteig braucht reichlich Sauerstoff.

Tag 2, 3, 4, 5: 100 g Roggenmehl und 100 ml Wasser  zum Ansatz geben, kräftig unterrühren. Nach 12 Stunden durchrühren. Tipp: Ich habe nicht abgewogen, sondern 4 leicht gehäufte Esslöffel Mehl und ca. 100 ml Wasser genommen.

Der Teig muss immer dickflüssig sein, ähnlich wie Waffelteig. Ehe es ans Backen geht, nimmt man ca. 100 Gramm Sauerteig zur Seite, füllt ihn in ein hohes Glas, legt den Deckel lose auf und stellt es für die nächste Backsession in den Kühlschrank.

Jetzt geht es ans Backen.

Nach Recherchen auf diversen Blogs und bei Der Sauerteig bin ich hier etwas von dem „Berliner Küche“ Rezept abgewichen. Nachdem ich die 100 Gramm für den Kühlschrank umgefüllt hatte, waren noch ca. 950 Gramm übrig.

Brot, Sauerteig
So sehen die Brote vor dem Backen aus. Bild: Lizenz CC-BY-NC-SA
Der Teig
  • ca. 950 g Sauerteig
  • ca. 550 g Roggenmehl
  • ca. 400 g Weizenmehl
  • 1 EL Salz
  • 10 g frische Hefe mit einem ganz kleinen bisschen Zucker in ca. 50 ml lauwarmem Wasser aufgelöst (warten, bis es bizzelt). Hefe wurde nur dazu gegeben, weil der Sauerteig noch ganz „jung“ war. Je öfter der Rest aus dem Kühlschrank reaktiviert wird, desto kräftiger wird er. Hefe wird dann überflüssig.
  • ca. 450 ml lauwarmes Wasser (habe ich nach Gefühl dazu gegeben)

Roggen-, Weizenmehl und Salz in einer sehr großen Schüssel (Teig geht auf!) gut mischen. In die Mitte eine Mulde drücken. Den Sauerteig hineingießen, das Hefewasser und die Hälfte des Wassers dazu geben. Mit den Knethaken des Mixers etwa fünf Minuten kneten. Nach und nach Wasser zugeben. Genaue Angaben kann ich hier nicht machen. Ich habe aufgehört, als sich der Teig realtiv gut vom Rand gelöst hat.

Die Schüssel mit dem Teig habe ich zum Gehen ca. 3 Stunden (bis sich das Volumen ca. verdoppelt hat) in eine saubere Plastik-Einkaufstüte geschoben. Ein Tipp, den ich bei meinen Recherchen immer wieder gelesen habe und der wirkungsvoll das Austrocknen auf der Teigoberfläche verhindert. Die Tüte habe ich um die Schüssel locker umgeschlagen, so dass mindestens an einer Stelle noch Luft an den Teig kommt. Alternativ kann man den Teig auch über Nacht im Kühlschrank gehen lassen. Habe ich selbst aber noch nicht probiert.

Brote formen

Etwas Mehl auf die Arbeitsfläche streuen. Den Teig mit einem Teigschaber oder mit bemehlten Händen aus der Schüssel befördern. Da er etwas klebrig ist, habe ich die Gesamtmenge erst in drei Teile geschnitten, ehe ich sie geformt habe. Natürlich kann man auch ein sehr großes oder zwei große Brote backen. Ich mag aber lieber kleinere.

Jedes Drittel nochmal kurz durchkneten und zum Brot formen. Je nach Geschmack lang oder rund. Auf ein Backblech legen, mehrfach mit einem scharfen Messer ca. zwei cm tief einschneiden. Das Blech nochmals ca. 30 Minuten in die Plastiktüte schieben und gehen lassen.

So lecker sieht das Ergebnis aus. Bild: Lizenz CC-BY-NC-SA
So lecker sieht das Ergebnis aus. Bild: Lizenz CC-BY-NC-SA
  • Den Ofen auf 220°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
  • Den Rost auf die unterste Schiene schieben.
  • Eine hitzebeständige Schale mit heißem Wasser füllen. Auf den Boden des Backofens stellen.
  • Die Brote mit kaltem Salzwasser einpinseln oder einsprühen.
  • Das Blech (natürlich ohne Tüte) in den Ofen schieben.
  • 10 Minuten bei 220°C backen, danach 10 min bei 200°C, dann 40 min bei 180°C fertigbacken.

Das Brot ist fertig,, wenn es beim Daraufklopfen hohl klingt.

Brot gut auskühlen lassen. Fertig.

Brot, Sauerteig
Und so hat mein Erstlingswerk innen ausgesehen: Feinkrumig, lecker, saftig und außen -knusprig. Bild: Lizenz CC-BY-NC-SA
Wie wird eigentlich aus Wasser und Mehl Sauerteig?

Bakterien und andere Mikroorganismen aus der Luft machen sich über die Stärke im Roggenmehl her. Erst startet die Milchesäuregärung, dann schlägt die Essigsäure zu. Den Schluss machen die Hefepilze. Mein Eindruck war, dass der Ansatz tatsächlich am letzten Tag deutlich anders aussah (dicke Schicht in hellerer Farbe mit größeren Blasen) und auch hefiger roch.

Wie muss das Verhältnis von Sauerteig zu ungesäuertem Mehl aussehen?

Hier verweise ich wieder auf Pöt von Der Sauerteig, der diese Frage für unterschiedliche Mehlmischungen besser erklärt, als ich es könnte.

Wie wird der Sauerteig aus dem Kühlschrank reaktiviert?

Dazu kann ich im Moment noch nichts sagen bzw. verweise auf die angegebenen Blogs. Nach meiner Recherche gehen die Meinungen auseinander. Mehr dazu, wenn ich es getestet habe.

Wer auf glutenfreie Bäckereien angewiesen ist, findet bei Leselustich auch leckere Anregungen.