Ursula Neeb: Das Geheimnis der Totenmagd

In der Nach von Allerseelen 1509 beobachtet der Frankfurter Totengräber Heinrich Sahl ein dunkles Ritual auf dem Friedhof. Am Morgen danach findet er im Beinhaus die Leiche einer jungen Frau. Doch keiner glaubt dem als Trunkenbold verrufenen Mann seine Geschichte. Er wird festgenommen und soll hingerichtet werden. Für seine Tochter Katharina beginnt der Wettlauf mit der Zeit. Sie sucht den wahren Mörder und gerät immer tiefer in den Sog einer Bruderschaft, die “Meister Tod” verehrt.

Waren Teufelsanbeter am Werk?

Was liegt näher, als einen Totengräber des Totenkults zu beschuldigen? Dieser Meinung ist zumindest der Inquisitor, der das Werk von Teufelsanbetern aufklären soll, die auf bizarre Weise eine jungen Frau getötet haben. Die Einzige, die zu dem Verurteilten hält, ist seine Tochter, die Totenmagd Katharina. Als sie die Tote wäscht, fallen ihr Verletzungen auf, die sie wenige Wochen zuvor bei einer anderen jungen Toten gesehen hat. Treibt etwas ein Serienmörder in der Stadt sein Unwesen?

Doch niemand schenkt ihr Aufmerksamkeit. Für die Obrigkeit ist längst ein Schuldiger gefunden und das ist das einzige, was zählt. Erst als Katharina Anna, die Schwester der Toten, kennenlernt, stößt sie auf offene Ohren. Über alle Standesgrenzen hinweg freunden sich die geächtete Totenmagd und die angesehene Patriziertochter an. Sie setzen alles daran, die wahren Mörder zu finden und geraten dabei selbst in große Gefahr. Denn eine tödliche Bruderschaft setzt alles daran, dass ihre dunklen Machenschaften nicht ans Licht kommen. Können Katharina und Anna verhindern, dass weitere junge Frauen in den Sog der Bruderschaft geraten?

Solide, historische Leselust

“Das Geheimnis der Totenmagd” ist solide, historische Leselust. Auch wenn das Schema vertraut ist – engagierte junge Frau nimmt allen Mut zusammen und klärt in einer Männergesellschaft ein Verbrechen auf – ist Ursula Neeb ein spannender Roman gelungen. Bis zur letzten Seite bleibt viel Zeitraum für Spekulationen, wer der wirklich Schuldige ist.

Von mir eine klare Leseempfehlung.

Ursula Neeb hat Geschichte studiert. Aus der eigentlich geplanten Doktorarbeit entstand später ihr erster Roman Die Siechenmagd. Sie arbeitete beim Deutschen Filmmuseum und bei der FAZ. Heute lebt sie als Autorin mit ihren beiden Hunden in Seelenberg im Taunus.

Buchinfo: Das Geheimnis der Totenmagd von Ursula Neeb, erschienen bei Ullstein, Juli 2011, 432 Seiten, € 8,99, ISBN 978-3-548-28281-7

Veröffentlicht von

Ulrike

Ich verstehe analoge Bedenken und kann digitalen Mut machen. Und ich übersetze zwischen beiden Welten. In Unternehmen, bei MitarbeiterInnen, im Dienstleistungsumfeld, im Privatleben, auf meinen Blogs. Das ist meine Leidenschaft.

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