Die Tote im Main: Niemand kennt ihr Gesicht

Am Main-Staukraftwerk wird eine grausam entstellte Mädchenleiche angespült. Hauptkommissar Winter setzt alles daran, den Fall aufzuklären. Als seine Kollegin, Hilal Aksoy, im Laufe der Ermittlungen feststellt, dass Winters Tochter die Tote kannte, spitzt sich die Situation für Winter zu. Handelte es sich womöglich um einen Ritualmord? Und ist Winters Tochter ebenfalls in Gefahr?

Hauptkommissar Andreas Winter ist genervt. Sein langjähriger Kollege lässt sich versetzen und ihm wird die nervtötend politisch korrekte Kollegin Hilal Aksoy zur Seite gestellt. Ihre übersprudelnden Ideen, die sie jedem unter die Nase reiben muss, gehen ihm gewaltig gegen den Strich. Mit seinem alten Kollegen lief einfach alles reibungslos Hand in Hand. Dazu kommt noch der Stress daheim. Seine 16-jährige Tochter schwänzt die Schule und hat einen dubiosen Freund, den die Eltern noch nie zu Gesicht bekommen haben.

Wer ist das Mädchen ohne Gesicht?

Bei kaltem Nieselregen auf der Staustufe herum zu klettern, um mit Aksoy nach Spuren zu suchen, die den Fall des gesichtslosen Mädchens aufklären könnten, fehlte ihm da gerade noch. Und wie nicht anders zu erwarten, bringt ihn die übereifrige neue Kollegin mit ihren ständig wechselnden Theorien von einem Fettnapf in den anderen.
Als der Fall zu den Akten gelegt werden soll, taucht an der gleichen Stelle eine neue Leiche auf. Hat Winters Tochter etwas mit den Toten zu tun? Sie wurde am Vorabend an der Staustufe gesehen und kannte auch das erste Opfer. Winter muss sich aus dem Fall zurückziehen und sich auf Kollegin Aksoy verlassen.

Auch deutsche Krimis haben ihre Stärken

Ich lese gerne deutsche Krimis. In aller Regel kommen sie ruhiger und weniger actiongeladen daher, als ihre amerikanischen “Kollegen”. Und das muss überhaupt nicht nachteilig für die Story sein. Wenn dann aber noch mit zahlreichen falschen Fährten und diversen Nebenschauplätzen, wie zum Beispiel die private Problematik Winters, gearbeitet wird, kann das der Spannung Abbruch tun.
Bei Staustufe ist das leider passiert. Eine eigentlich wirklich gute Story wird so lange verwässert, bis man kurz davor ist, aufzugeben. Was überaus schade wäre. Denn zum guten Schluss nimmt der Fall eine wirklich unerwartete Wendung.

Autorenportrait:
Alex Reichenbach studierte Amerikanistik und Politologie und lebt und schreibt in Frankfurt am Main. «Staustufe» ist der erste Band in der Reihe um Hauptkommissar Andreas Winter und seine türkische Kollegin Hilal Aksoy.

Buchinfo
Staustufe von Alex Reichenbach, erschienen bei rororo, September 2011, 384 Seiten, €8,99, ISBN 978-3-499-25539-7

Veröffentlicht von

Ulrike

Ich verstehe analoge Bedenken und kann digitalen Mut machen. Und ich übersetze zwischen beiden Welten. In Unternehmen, bei MitarbeiterInnen, im Dienstleistungsumfeld, im Privatleben, auf meinen Blogs. Das ist meine Leidenschaft.

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