B. C. Schiller – Targa

Eine eiskalte Winternacht. Auf den Stufen einer Klinik werden zwei Babys abgelegt. Nur eines der Mädchen überlebt. Dreißig Jahre später. Targa Hendricks wird als Undercover-Ermittlerin auf einen Serienkiller angesetzt. Kann sie ihn überzeugen, dass sie seine kranken Träume teilt?

Targa Der Moment bevor du stirbst von BC SchillerSie hat keine Freunde, keine richtige Familie, keinen Partner und vor allem keine Angst. Dazu war Targas Start ins Leben zu brutal. So brutal, dass Ihre Gefühlswelt zu Eis erstarrt ist. Ein Zustand, der sie zur unerbittlichen Jägerin werden lässt.

Hochschuldozent Falk Sandman ist clever, hat Charisma und einen tödlichen Fetisch: Er ist besessen von den letzten Worten Sterbender. Und er verfällt der geheimnisvollen Targa. Der Frau, die so ganz anders ist als alle anderen.

Ein gefährliches Spiel beginnt. Kann Targa es gewinnen?

Spannende Charaktere, hohes Tempo

Targa war ein Buch so richtig nach meinem Geschmack. Dunkel, böse, schwer einzuschätzen. Ich habe es inhaliert.

Fasziniert hat mich Targas Charakter. Die unterkühlte Schönheit, die mit menschlichen Emotionen nichts anfangen kann, ihren Hund aber bis aufs Blut verteidigen würde. Die den Dingen auf den Grund gehen muss, um sie wirklich zu verstehen und damit ihre Umgebung zutiefst irritiert.

Gleichzeitig habe ich mitgelitten, wenn sie durch ihren fehlende Angst sehenden Auges in gefährliche Fallen getappt ist. Ein Hoch an dieser Stelle auf unsere Schutzreflexe! Ich möchte nicht sehen, wie unsere Welt wäre, gäbe es sie nicht.

Fortsetzung folgt! Fortsetzung folgt??

Frustriert hat mich der abrupte Schluss. Ok, Fortsetzung folgt. Aber das war nicht das, was ich lesen wollte. Ich wollte gleich wissen, wie es weiter geht. Jetzt! Sofort!

Das spricht für B. C. Schillers packenden Thriller. Ich wollte ihn nicht aus der Hand legen und warte gespannt auf die Fortsetzung.

B.C. Schiller

B.C. Schiller sind Barbara und Christian Schiller, die zu den erfolgreichsten Selfpublishing-Autoren im deutschsprachigen Raum gehören. Ihre Thriller – darunter mehrere Nr.1-E-Book-Bestseller – haben sich bereits mehr als eine Million Mal verkauft und viele Hunderttausend Leser begeistert. Bevor Barbara und Christian Schiller sich ganz dem Schreiben widmeten, betrieben sie gemeinsam eine Werbeagentur. Sie leben auf Mallorca und in Wien.

Buchinfo: Targa von B. C. Schiller, erschienen bei Penguin, 10.07.2017, 400 Seiten, 10,00 €, ISBN: 978-3-328-10151-2

Candice Fox: Fall

In Sydney ist Jagdsaison. Den Opfern, durchtrainierte, attraktive Joggerinnen, ist eines gemeinsam: Ihr Gesicht wurde brutal zertrümmert. Während alle Welt nach dem ominösen Parkmörder sucht, glaubt Eden Archer von der Mordkommission an eine Frau als Täterin und macht sich auf ihre Art an die Arbeit.

FallWas habe ich ihn herbeigesehnt, Band drei der Trilogie um Eden Archer und Frank Bennett. Band eins, Hades, hat mich sofort gefesselt. Klar, dass ich Teil zwei, Eden, lesen musste. Und wieder war ich begeistert. Unglaublich wie selbstverständlich Candice Fox das Böse skizziert und dafür sorgt, dass man Mörder verstehen und ihr Taten nachvollziehen kann.

Gegen den Keim des Bösen kommst du nicht an

Mit Fall, dem letzten Band der Trilogie, geht Candice Fox einen Schritt weiter. Widerfährt einem jungen Menschen wirklich Schlimmes, geht etwas in ihm unwiederbringlich kaputt. Die Hemmschwelle, andere Menschen sich in den Abgrund zu ziehen, sinkt. Das Leuchten in den Augen erlischt, wie Hades Archer es beschreibt.

So geht es Tara, die von ihrer coolen, attraktiven Mutter so lange gedemütigt wurde, bis sie ihr Leben in die eigene Hand genommen hat. Mit verhängnisvollen Konsequenzen. So ging es Amy, die mit ansehen musste, wie ihre Schwester die Eltern tötete. Doch während Amy einen Beschützer findet, der sie vor dem letzten Schritt bewahrt, zahlt Tara ihre dunkle Vergangenheit mit dem Leben und reißt dabei noch weitere Unschuldige mit sich.

Und kaum denkst du, das war’s jetzt, hat Candice Fox die nächste Überraschung parat

Auch wenn ich Fall als schwächsten der drei Thriller um Eden Archer und Frank Bennett empfunden habe, ist er immer noch hervorragend. Spannend bis zur letzten Seite auch wenn sich ziemlich früh abzeichnet, wer die Joggerinnen auf dem Gewissen hat. Candice Fox’ Gespür für unerwartete Wendungen an der exakt passenden Stelle tut das keinen Abbruch. Sie hat es wieder geschafft, mich so tief in ihren Bann zu ziehen, dass ich froh über das lange Wochenende war, an dem ich das Buch nicht so schnell aus der Hand legen musste.

Liebe Candice Fox, sag, dass das nicht das Ende war!

Im Gegensatz zu Hades und Eden war mir das Ende von Fall aber zu abrupt. Zu viele neue Wege wurden angedeutet, die nach Fortsetzung schreien und ich möchte wetten, dass Candice Fox sie wieder aufgreifen wird. Und seid euch sicher: Ich werde jeden Band davon lesen!

Fall bekommt also von mir eine ganz klare Leseempfehlung! Allerdings würde ich allen Interessierten die gesamte Trilogie ans Herz legen. Aber Vorsicht! Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt, dass ihr ab Band eins angefixt sein werdet!

Candice Fox

Candice Fox stammt aus einer eher exzentrischen Familie, die sie zu manchen ihrer literarischen Figuren inspirierte. Nach einer nicht so braven Jugend und einem kurzen Zwischenspiel bei der Royal Australian Navy widmet sie sich jetzt der Literatur, mit akademischen Weihen und sehr unakademischen Romanen. Für den ersten und zweiten Teil ihrer Trilogie, Hades und Eden, wurde sie 2014 und 2015 mit dem Ned Kelly Award ausgezeichnet.

Buchinfo: Fall von Candice Eden, erschienen bei Suhrkamp, 10.04.2017, 470 Seiten, Klappenbroschur, 15,95, ISBN: 978-3-518-46765-7

Judith Arendt: Sündenbock

Seit einem Jahr setzt sich Ruth Holländer mit mehr oder weniger unschönen Lebensgeschichten auseinander. Dennoch berührt sie der Fall des Rentners Jürgen Dombroschke auf ganz besondere Weise. Er soll seine Frau vergiftet haben doch Ruth ahnt, dass sich nicht alles so abgespielt hat, wie es sich auf den ersten Blick darstellt.

Judith Arendt, SündenbockFür die Schöffin Ruth Holländer beginnt das zweite Jahr ihrer Amtszeit. Als ehrenamtliche Richterin wird sie willkürlich unterschiedlichen Prozessen zugelost. Den Auftakt macht der Fall Jürgen Dombroschke. Der Rentner soll seine an Parkinson erkrankte Frau Margit mit Rattengift getötet haben. Ein Vorwurf, den der alte Herr weder bestätigt noch dementiert. Er gibt nur zu Protokoll, dass er seine Frau auf keinen Fall vorsätzlich getötet habe, dass er aber nicht ausschließen könne, dass das Gift durch eine Verkettung unglücklicher Umstände in ihr Essen gelangt sein könnte. Sein Anwalt plädiert auf Freispruch, schließlich kann seinem Mandanten die Tat nicht nachgewiesen werden. Und niemand anderes scheint ein Motiv zu haben. Ruth Holländer stürzt sich in die Ermittlungen.

Eine Story zum Mitgrübeln

Was eher unspektakulär daher kommt, entwickelt sich zur spannenden Story, die mich hat mitgrübeln lassen. Wollte Herr Dombroschke seiner schwer kranken Frau die Leiden verkürzen? Kaum vorstellbar, denn ganz offensichtlich hat er nie aufgehört, sie zu lieben. So sehr, dass er vermutlich dazu nicht in der Lage wäre, vermutet Ruth Holländer.

Aber ist es wirklich vorstellbar, dass eine Verkettung unglücklicher Zufälle zum Tod der alten Dame geführt hat? Als Leserin bin ich hin und her gerissen, fiebere mit und bin am Ende doch total überrascht über die Lösung.

Ein durchaus spannendes Buch von Judith Arendt.

Judith Arendt

Judith Arendt ist das Pseudonym einer erfolgreichen Krimi-Autorin. Sie schreibt gelegentlich Drehbücher für deutsche Fernsehserien und sieht umso lieber amerikanische. Ihre Leidenschaft gilt dem Kriminalroman, insbesondere dem skandinavischen und britischen. Judith Arendt lebt mit ihrer Familie seit einigen Jahren in der Nähe von München.

Buchinfo: Sündenbock von Judith Arendt, erschienen bei Ullstein, März 2015, 304 Seiten, 9,99 Euro, ISBN 978-3-548-28565-8

Conny Schwarz: Der dunkle See

Immer ist es Thea Dombrowski, der man in der Redaktion die langweiligen Jobs zuschustert. Auf die Jagd soll sie gehen. Mit einem passionierten Jäger. Mitten in der Nacht. Doch was ihr vor die Füße fällt, ist kein kapitaler Bock sondern ein kapitaler Mord. Thea ermittelt.

Conny Schwarz, Der dunkle SeeWidrige Umstände haben Thea Dombrowski zurück in ihre alte Heimat Wartenburg getrieben. Gemeinsam mit ihrer Tochter hat sie bei ihrer Mutter Unterschlupf gefunden. Während sie noch mit der ländlichen Idylle und Stille hadert, überschlagen sich plötzlich um sie herum die Ereignisse. In einem Haus am Waldrand wird ein Mann auf brutale Weise ermordet. Erste Spuren führen in die rechte Szene. Die Stimmung kocht hoch. Ein gefundenes Fressen für “die besorgten Bürger” und ihre sogenannten Montagsspaziergänge.

Als plötzlich auch noch Benjamin, der Nachbarssohn, spurlos verschwindet, gibt es für Thea kein Halten mehr. Engagiert mischt sie sich in die Ermittlungen ein und landet mitten in der Vergangenheit. Was hatte der junge Mann mit der NSU und den Heilbronner Polizistenmorden zu tun?

Aktuelle Thematik

Das Autorenduo Conny Schwarz greift mit seinem Buch “Der dunkle See” aktuelle Strömungen unserer Gesellschaft auf. Während in der NSU-Affäre eine “Panne” nach der nächsten aufgedeckt wird, nutzen rechte Anheizer die Flüchtlingsthematik um aus einfach nur besorgten Bürgern potenzielle Wähler zu machen.

Auch die Story als solche ist eigentlich eine gute Mischung aus Spannung und Komik. Thea Dombrowski scheint eine siebten Sinn für Fettnäpfchen zu haben.

Leseempfehlung trotz leichter Längen

Und trotzdem hat mich “Der dunkel See” nicht wirklich verschlungen. Zwischendurch gab es immer wieder Momente, an denen ich kurz davor war, das Buch wegzulegen. Im Nachhinein bin ich froh, es nicht getan zu haben. Denn insgesamt haben sich Conny Schwarz auf jeden Fall eine Leseempfehlung verdient.

Conny Schwarz

Conny Schwarz ist das Pseudonym des Autorenduos Kristin Uhlig und Martin Maurer. Beide sind in Süddeutschland aufgewachsen, schreiben Drehbücher für Film und Fernsehen und leben, mit einigen Unterbrechungen, seit fast zwanzig Jahren in Berlin. Bei DuMont erschien bislang “Das Mädchen im Feuer” (2014).

Buchinfo: Der dunkle See von Conny Schwarz, erschienen bei Dumont Verlag, 20. Mai 2015, 318 Seiten, Taschenbuch, € 9,99, ISBN 978-3-8321-6309-9

Stefan Ahnhem: Herzsammler

Eigentlich wollte Kommissar Fabian Risk endlich mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Die Entführung des Justizministers macht einen Strich durch seine Rechnung. Risk stürzt sich in die Ermittlungen und wird in einen Sumpf aus Verschwörung und Rache hinein gezogen.

Krimi, Organspende, Mord, Herzsammler, AhnhemStockholm, kurz vor Weihnachten. Fabian Risk hat sich fest vorgenommen, seine Ehe zu retten und mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Ausgerechnet jetzt verschwindet der Justizminister. Kommissar Risk wird mit der Suche beauftragt und ist erfolgreich. Doch leider zu spät. Der Minister wurde brutal niedergemetzelt. Und er ist erst der Anfang eine Mordreihe, die auf den ersten Blick keinen Zusammenhang zu haben scheint. Bis man erkennt, dass jedem der Opfer ein Organ fehlt.

Zur gleichen Zeit in Kopenhagen. Eine junge Frau wird ermordet. Wie die Gerichtsmedizin festellt, fehlt eines ihrer Organe. Dunja Hougaard ermittelt und stößt bald auf die nächste Leiche. Die einzige Übereinstimmung mit dem ersten Fall: Wieder fehlt ein Organ.

Spannend und blutrünstig

Eines vorweg: Für sehr zart besaitete Leserinnen und Leser ist “Herzsammler” vermutlich nicht das passende Buch. Es geht schon recht derb zu.

Doch zur Story. Ein Brief, in den 90ern im Nahen Osten auf den Weg geschickt, löst in Dänemark und Schweden eine Reihe unerklärlicher Morde aus. Da die Ermittlungen unabhängig voneinander laufen, dauert es unnötig lange, bis ein gemeinsamer Nenner gefunden werden kann. Ein Versäumnis, das Risks Kollegin beinahe das Leben kostet.

Aber auch verwirrend

Ich habe “Und morgen du” von Stefan Ahnhem verschlungen. Die Story war zwar sehr speziell und voller Wendungen, aber irgendwie vorstellbar. Neugierig war ich allerdings auf die Vorgeschichte, die zu Fabian Risks Umzug geführt hat und auf die immer wieder angespielt wurde.

Diese liefert Ahnhem jetzt mit Herzsammler. Ein cleverer Schachzug von Autor und Verlag, die Bücher in dieser Reihenfolge zu verlegen. Ich weiß nämlich nicht, ob man mich mit “Und morgen du” noch so stark hätte locken können, hätte ich Herzsammler zuerst gelesen. Dazu war mir die Story etwas zu abstrus und die parallelen Handlungsstränge in Schweden und Dänemark etwas zu verwirrend. Dazu noch die Entführung von Risks schwangerer Kollegin… genug Stoff für zwei Bücher.

Komplexe Stories? Kann Ahnhem!

Was aber nicht heißen soll, dass “Herzsammler” nicht spannend war. Schließlich leben Bücher davon, dass sie nicht unseren Alltag abbilden, sondern komplexe Geschichten. Und das kann Stefan Ahnhem definitiv. Unglaublich fantasiereich konstruiert er seine Stories bis ins kleinste Detail. Dazu noch ein angenehmer Schreibstil. Eine Kombination, die Lust auf mehr macht. Ich jedenfalls freue mich auf den nächsten Ahnhem!

Deshalb: Leseempfehlung! Ob vor oder nach “Und morgen du” bleibt jedem selbst überlassen.

Stefan Ahnhem

Stefan Ahnhem, geboren 1966, ist ein bekannter schwedischer Drehbuchautor, unter anderem für die Filme der Wallander-Reihe. Er lebt mit seiner Familie in Stockholm. Mit seinem DebütUnd morgen du schaffte er auf Anhieb den Sprung auf die Bestsellerliste.

Buchinfo: Herzsammler von Stefan Ahnhem, erschienen bei List, 10.07.2015, 576 Seiten, Klappenbroschur, €14,99, ISBN 978-3-471-35111-6.

 

Stefan Ahnhem: Und morgen Du

Grausam zugerichtet und mit abgesägten Händen wird ein Lehrer tot im Werkraum aufgefunden. Wenig später taucht das nächste Opfer mit zerquetschten Füßen und von Ratten grauenhaft verstümmelt in einem Baustoffhandel auf. Beide waren in der gleichen Klasse und haben gemeinsam über Jahre hinweg einen Mitschüler aufs Übelste misshandelt. Opfer eins mit seinen Fäusten, Opfer zwei durch gezielte Fußtritte.

Krimi, Schweden, Mobbing, Schule, Mord
(Cover: ullsteinbuchverlage.de)

Gerade ist Kommissar Fabian Risk mit seiner Familie in sein idyllisches Heimatstädtchen Helsingborg in Südschweden zurückgekehrt. Es soll ein Neustart für die Liebe werden, die in der Stockholmer Zeit schwer gelitten hat. Doch noch ehe der Umzugswagen ausgeladen ist, holt die gnadenlose Realität seines Berufes Fabian Risk erneut ein. Bei den Mordopfern wird ein Klassenfoto gefunden. Ein Klassenfoto, auf dem auch Fabian Risk in die Kamera lächelt.

Von der Story „eingesaugt“

Und ebenso wie Risk aus dem Urlaub gerissen wird, wird man selbst in die Story “gesaugt”. Schnell ahnt man als Leserin, dass womöglich mehr als nur zwei Namen auf der Liste des Mörders stehen. Des Mörders, der scheinbar das Mobbingopfer aus Schultagen zu sein scheint und der nun grausam Rache übt. An denen, die ihn gequält haben und an denen, die nichts dagegen unternommen haben.

Mir ist es schwer gefallen, das Buch wieder aus der Hand zu legen und ich denke, daran hat die Erinnerung an die eigene Schulzeit ihren Anteil. Auch wenn ich mich nicht an große körperliche Gewalt erinnern kann, Ausgrenzungen und verbale Entgleisungen gehenüber Schülerinnen und Schülern, die nicht “Mainstream” waren, gab es auch in meiner Schulzeit.

Hinzu kamen die zahlreichen Richtungswechsel, die die Story nahm. Ist es Zufall, dass die Mordserie genau dann startet, als Kommissar Risk wieder nach Helsingborg zurückkehrt? Hat er womöglich selbst etwas damit zu tun? Kann die Mordserie rechtzeitig gestoppt werden oder endet sie, ehe alle Mitschüler tot sind?

Von mir bekommt “Und morgen Du” eine klare Leseempfehlung

Ich konnte mich sehr schnell mit der Story identifizieren, der spannende und völlig unvorhersehbare Wandel darin hat mich mit den Ermittlungskräften mitfiebern lassen. Und er hat mich nachdenklich werden lassen. Nachdenklich über den Umgang miteinander und die Konsequenzen, die Misshandlung aber auch Missachtung haben.

Stefan Ahnhem

Stefan Ahnhem, geboren 1966, ist ein bekannter schwedischer Drehbuchautor, unter anderem für die Filme der Wallander-Reihe. Er lebt mit seiner Familie in Stockholm. Und morgen du ist sein erster Roman und der erste Teil einer Krimiserie um den Kommissar Fabian Risk.

Buchinfo: „Und morgen Du“ von Stefan Ahnhem, erschienen bei List, September 2014, 550 Seiten, Hardcover, Klappenbroschur, ISBN 978-3-471-35105-5, € 16,99. Danke für die Bereitstellung des Leseexemplares.

Simon Beckett: Der Hof

Südfrankreich im Sommer. In der brütenden Hitze ist Sean, ein junger Engländer, auf der Flucht vor seiner Vergangenheit. Ein Unfall zwingt ihn zu einem unfreiwilligen Stopp auf einem einsamen Hof. Sean spürt schnell, dass etwas mit dem Anwesen und seinen Bewohnern nicht in Ordnung ist, doch es dauert Wochen, bis er hinter die wahren Abgründe blickt.

(Cover: rowohlt.de)
(Cover: rowohlt.de)

Auf der Flucht vor seiner eigenen Vergangenheit tappt Sean in Südfrankreich im wahrsten Sinne des Wortes in die Falle. Eine Falle, die ein Hofbesitzer auf seinem Gelände ausgelegt hat, um sich vor unliebsamen Besuchern zu schützen. Seine Verletzung ist so schwer, dass er sich auf einen längeren Aufenthalt einrichten muss. Während er anfangs versucht, den unfreiwilligen Aufenthalt so weit wie möglich zu verkürzen, gerät er mehr und mehr in den Bann der seltsamen Atmosphäre auf dem Hof.

Wieso ist Arnaud, der Hofbesitzer, so brutal und gleichgültig? Wieso behandelt er seine älteste Tochter, Mathilda, wie eine Dienstmagd, während er ihrer jüngeren Schwester Gretchen gegenüber so viel nachgiebiger ist? Und wer ist der Vater von Mathildas Tochter, die Arnaud abgöttisch zu lieben scheint?

Seans Fragen stoßen auf eine Mauer des Schweigens

Als Sean versucht, hinter die Geheimnisse der Familie zu kommen, stößt er auf eine Mauer des Schweigens. Im nahegelegenen Dorf reagiert man äußerst aggressiv auf seine vorsichtigen Nachfragen. Warum, versteht er, als er die wahren Abgründe der Familie aufdeckt. Denn die sind grausamer als alles, was er sich vorgestellt hat.

Ich gestehe, ich war anfangs enttäuscht von “Der Hof”. Von Simon Beckett hatte ich zwei Hunter-Bände gelesen und war gedanklich auf etwas anderes eingestellt. Doch dann hat mich die Geschichte von Sean oder vielmehr die von Mathilda in ihren Bann gezogen. Trotz einiger – für meinen Geschmack – Längen, hat mich die von Seite zu Seite ansteigende Spannung gepackt, die in unvorstellbarer Grausamkeit gipfelt.

Von mir also eine klare Leseempfehlung für diesen “leisen” Simon Beckett.

Simon Beckett

Simon Beckett arbeitete als Hausmeister, Lehrer und Schlagzeuger, bevor er sich ganz dem Schreiben zuwandte. Als Journalist bekam er Einblick in die Polizeiarbeit, und dieses Wissen verarbeitet er in seinen Romanen.

Allein in Deutschland wurden bereits 7 Millionen Bücher des Autors verkauft. Für einige seiner Thriller hat er auf der “Body Farm” in Tennessee recherchiert. Der Autor ist verheiratet und lebt in Sheffield.

Buchinfo: Der Hof von Simon Beckett, erschienen bei Wunderlich, Februar 2014, 464 Seiten, gebunden, €19,95, ISBN 978-3-8052-5068-9