Michael Sears: Am Freitag Schwarz

Investmentbanker Jason saß zwei Jahre hinter Gittern. Der Grund: Aus einer halben Milliarde Gewinn machte er eine ganze. Klingt gut, finden Sie? Leider war der Weg dahin aber alles andere als sauber und die Gewinnsteigerung gab es auch nur auf dem Papier. Mit seinen unlauteren Aktionen hat der erfolgsverwöhnte Jason auf einen Schlag sein Leben ruiniert. Als wäre das nicht genug, gerät er nach seiner Entlassung auch noch ins Visier skrupelloser Verbrecher.

Packend, schnell, emotional , überzeugend gut (Bild: privat)
Packend, schnell, emotional und überzeugend gut (Bild: privat)

Jasons Leben könnte besser nicht sein. Sein beruflicher Erfolg hat ihn zum Millionär gemacht. Luxus gehört für ihn zum Alltag. Seine wunderschöne Frau junge vergöttert er. Sein Kind macht das Glück perfekt. Eigentlich. Denn für Jason ist der berufliche Erfolg unverzichtbar. Also beginnt er klammheimlich, die Erfolgszahlen seines Teams “aufzubessern”. Bis seine unlauteren Aktionen auffliegen. Jason verliert alles, was ihm in seinem Leben wichtig war.

Gelingt der Neuanfang?

Dem Verbot, jemals wieder als Trader arbeiten zu dürfen, folgen zwei Jahr im Knast. In dieser Zeit verlässt ihn sein Frau. Sie nimmt den autistischen Sohn und einen großen Teil seines Geldes mit. Jason bleibt nur ein einsamer Neustart in seinem kleinen New Yorker Appartement.

Der Auftrag, dubiose Vorgänge an der Wallstreet aufzuklären kommt da gerade recht. Ein junger Börsenhändler ist unter mysteriösen Umständen bei einem Segeltörn ums Leben gekommen. Jason gerät ins Visier gewissenloser Verbrecher und bringt damit auch seinen kleinen Sohn in Gefahr.

Spannend, mitreißend, menschlich

Das Erstlingswerk von Michael Sears hat richtig Spaß gemacht. “Am Freitag Schwarz” ist nicht nur ein richtig guter, spannender Krimi. Er nimmt uns auch mit in zwei für Laien sehr komplexe Welten: In die der Börse und in die autistischer Kinder. Was die Börse angeht, profitiert Sears von seiner eigenen Wall Street Erfahrung. Ob eines seiner Kinder autistisch ist und seine Erfahrungen daher stammen, weiß ich nicht. Dafür weiß ich jetzt mehr über die Herausforderungen des täglichen Lebens, denen sich Autisten stellen müssen und mit welchen Methoden sie diesen begegnen. Und natürlich auch, wie jeder Einzelne ihnen dabei helfen kann.

Mich hat “Am Freitag Schwarz” noch beschäftigt, als ich es längst ausgelesen hatte. Die Kombination aus Spannung und “Menscheln” hat mir einfach gut gefallen. Und deshalb gibt es von mir eine klare Leseempfehlung für einen der besten und menschlichsten Krimis, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Autorenporträt
Michael Sears war Managing Director bei zwei Wall-Street-Unternehmen im Bereich Termingeschäfte, Anleihen- und Devisenhandel. Bevor er an der Columbia University seinen MBA machte, hat er als Schauspieler gearbeitet. Er ist verheiratet, Vater zweier Söhne und lebt heute in Sea Cliff, New York.

Buchinfo: Am Freitag Schwarz von Michael Sears, erschienen bei dtv, November 2013, 432 Seiten, € 9,95, ISBN 978-3-423-21409-4

Veröffentlicht von

Ulrike

Ich verstehe analoge Bedenken und kann digitalen Mut machen. Und ich übersetze zwischen beiden Welten. In Unternehmen, bei MitarbeiterInnen, im Dienstleistungsumfeld, im Privatleben, auf meinen Blogs. Das ist meine Leidenschaft.

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