Kevin Brooks: Bis es dunkel wird

Privatdetektiv John Craines letzter Fall hat reichlich Staub aufgewirbelt. Zeit, die Stadt eine Weile zu verlassen bis Gras über alles gewachsen ist. Craine entscheidet sich für einen Abstecher nach Hale Island, wo er als Kind die Urlaube mit seinen Eltern verbracht hat. Doch es sind nicht nur sentimentale Erinnerungen, die ihn auf die Insel treiben. Er vermutet dort auch seine Halbschwester.

Krimi, Mord, DrogenNeunzehn Jahre sind es, seit John Craines Vater sich umgebracht hat. Er hatte zu der Zeit ein Verhältnis mit einer jungen Frau, Serina Mayo, von der er sich zugunsten von Craines Mutter trennte. Eine Entscheidung mit tödlichen Folgen, die John Craine nie richtig verwunden hat. Um seine Ruhe zu finden, hat er Informationen über Serina eingeholt und in Erfahrung gebracht, dass sie eine 18-jährige Tochter hat. Ist Robyn womöglich seine Halbschwester?

Plötzlich ist die Leiche weg

Als ihm der Polizeichef rät, nach seinem letzten Fall, der viel Staub aufgewirbelt hat, für eine Weile die Stadt zu verlassen, ist Craines Entschluss schnell gefasst. Er wird die Zeit nutzen und auf Hale Island das Geheimnis seines Vaters aufklären. Dass er dabei eine Leiche findet, die dann plötzlich verschwunden ist, dass ihm eine Schmugglerbande an den Kragen will und niemand ihm glaubt  und was es wirklich mit Robyn auf sich hat, hätte er sich dabei nicht träumen lassen.

Spannend und irgendwie speziell

Irgendwie fand ich den Anfang des Krimis lahm und so ganz weiß ich immer noch nicht, was ich davon halten soll. Ein saufender, koksender und Speed nehmender Privatdetektiv, der mit seiner vor Jahren verstorbenen Frau spricht, mietet sich aus sentimentalen Gründen in ein halb verfallenes Hotel ein. Er observiert seine Halbschwester, die ebenfalls auf Drogen ist und nichts von ihm weiß. Dabei gerät er tief in den Sumpf von Korruption, brutaler Gewalt und Mord.

Klingt komisch, ist auch komisch. Aber eben irgendwie auch sehr spannend und immer wieder überraschend. Ein Krimi, der ruhig und brutal ist, stellenweise langatmig und gleichzeitig packend. Für alle, die nicht auf 08/15 stehen, eine klare Leseempfehlung. Aber Vorsicht. Nichts für zarte Gemüter.

Autorenportrait

Kevin Brooks, geboren 1959, wuchs in einem kleinen Ort namens Pinhoe in der Nähe von Exeter/Südengland auf. Er studierte in Birmingham und London. Sein Geld verdiente er lange Zeit mit Gelegenheitsjobs. Seit dem überwältigenden Erfolg seines Debütromans „Martyn Pig“ ist er freier Schriftsteller.

Für seine Arbeiten wurde er mit renommierten Preisen ausgezeichnet, u.a mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem Buxtehuder Bullen. Für den Deutschen Jugendliteraturpreis wurde er innerhalb von sieben Jahren fünf Mal nominiert und hat den begehrten Preis auch schon zwei Mal erhalten – 2006 für „Lucas“ und 2009 für „The Road of the Dead“. Seit 2011 schreibt er auch Kriminalromane für Erwachsene.

Buchinfo: Bis es dunkel wird von Kevin Brooks, erschienen bei dtv.de, April 2013, 400 Seiten, € 9,95, ISBN 978-3-423-21431-5

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Veröffentlicht von

Ulrike

Ich verstehe analoge Bedenken und kann digitalen Mut machen. Und ich übersetze zwischen beiden Welten. In Unternehmen, bei MitarbeiterInnen, im Dienstleistungsumfeld, im Privatleben, auf meinen Blogs. Das ist meine Leidenschaft.

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