Killerinstinkt: Serienmördern auf der Spur

Was macht einen fürsorglichen Vater und Ehemann zum unbarmherzigen Killer. Warum beginnt ein Krankenpfleger, Patienten umzubringen? Stephan Harbort, Deutschlands bekanntester Experte für Serienmorde, setzt sich mit Tätern, Opfern und Angehörigen zusammen. In Killerinstinkt veröffentlicht er seine Aufzeichnungen zu einigen der spektakulärsten Mordfälle.

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(Cover: Ullsteinbuchverlage.de)

In den 90er Jahren geisterte der “Maskenmann” lange Zeit durch die Presse. Immer wieder tauchte er in Schullandheimen, Ferienfreizeit und sogar in Privathäusern auf, erschreckte, missbrauchte und tötete kleine Jungen. Jugendherbergen wurden zum Hochsicherheitstrakt umgerüstet, Freizeiten nicht mehr gebucht, Eltern hatten Angst um ihre Söhne.

Im Frühjahr 2011 wird der Täter endlich festgenommen. Drei Morde können ihm eindeutig nachgewiesen werden. Darunter auch der an Tobias Mohn, dessen Vater nie aufgegeben hat, die Tathergänge zu rekonstruieren und für den das Urteil – lebenslänglich mit anschließender sicherheitsverwahrung – alles im Leben war, worauf er noch hingearbeitet hat. Neun Tage nach der Urteilsverkündung stirbt der Vater. Plötzlich und unerwartet.

Sterbehilfe wider Willen

Thomas Bracht ist Krankenpfleger aus Berufung. Er will kranken Menschen helfen. Als ein seltsames Phänomen – der “Morbus Freitag” –  im Krankenhaus um sich greift, wird Thomas’ seelisches Gleichgewicht außer Kraft gesetzt. Er gibt den Patienten anderer Stationen, die übers Wochenende auf seine Station abgeschoben werden, weil sie “austherapiert” sind, ungefragt “aktive Sterbehilfe”. Sprich: Er bringt sie um, um – nach eigener Aussage – ihr Leiden zu verkürzen.

Diese und drei weitere Fälle aus seiner Tätigkeit als Serienmordexperte bei der Kriminalpolizei schildert Stephan Harbort in “Killerinstinkt”. Dabei befasst er sich nicht nur mit der “Karriere” der Mörder. Nein, er lässt auch tiefe Einblicke in die Leiden der Angehörigen und vor allem in die mühsame Kleinarbeit der Ermittler zu. Viele vermeintlich gute Spuren enden im Nichts. Immer wieder muss neu motiviert und von vorne begonnen werden. Gleichzeitig nimmt der Druck der Öffentlichkeit zu. Schließlich geht nichts über handfeste Beweise.

Stephan Harbort ist es gelungen, ein Buch über Serienmörder zu schreiben, dass auf keiner Seite die voyeuristische Ader, die uns allen gemein ist, anspricht. Durch die detaillierte Beschreibung der Polizeiarbeit und die tiefen Einblicke in das Leben der Angehörigen, zu deren Lebensinhalt es geworden ist, den Tod ihres Kindes aufzuklären, bleibt “Killerinstinkt” sachlich und neutral. Auch einer Wertung über die Täter enthält sich Harbort weitesgehend.

Für mich eine interessante Kombination, die mir mit etwas mehr “Fallgeschichte” und etwas weniger Detailverliebtheit was die Polizeiarbeit angeht, noch besser gefallen hätte.

Stephan Harbort

Stephan Harbort, geboren 1964 in Düsseldorf, ist Kriminalhauptkommissar und Deutschlands bekanntester Serienmord-Experte. Er entwickelte international angewandte Fahndungsmethoden zur Überführung von Serienmördern und ist als Fachberater für TV-Beiträge tätig.

Buchinfo: Killerinstinkt von Stephan Harbort, erschienen bei Ullstein, Dezember 2012, 298 Seiten, € 8,99, ISBN 9-783-548-37477.2
Mehr Spannung gibt es hier:

Thriller

Krimi

Veröffentlicht von

Ulrike

Ich verstehe analoge Bedenken und kann digitalen Mut machen. Und ich übersetze zwischen beiden Welten. In Unternehmen, bei MitarbeiterInnen, im Dienstleistungsumfeld, im Privatleben, auf meinen Blogs. Das ist meine Leidenschaft.

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