Ben Aaronovitch: Der böse Ort

Irgendwas ist faul an Skygarden Tower, einem verrufenen Sozialwohnblock in Südlondon. Damit wird das Gebäude zum Zentrum der Ermittlungen für Police Constable Peter Grant vom Folly, der Einheit für für alles “Spezielle” bei der London Police. Und in der Tat scheint der Erbauer des Skygarden Tower mit seinem Projekt magische Pläne gehabt zu haben.

Peter Grant ist Police Constable und gleichzeitig Zauberlehrling bei Polizeiinspektor Nightingale, dem letzten großen Zauberer von England und Leiter des Folly, der Einheit für die mysteriösen Fälle der Londoner Polizei. Gemeinsam mit seiner Kollegin Lesley werden sie immer dann gerufen, wenn die “normale” Polizei vor einem Rätsel steht.

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Cover: dtv.de

Ein ruhiger Straßenabschnitt mitten in der Nacht. Ein Volvo fährt mit bedächtigen 50 Kilometer pro Stunde an einer Überwachungskamera vorbei. An der nächsten Kreuzung übersieht der Fahrer offensichtlich einen anderen Vauxhall, der mit 85 Stundenkilometern rechtwinklig zu dem Volvo aus der Ausfahrt kommt. Beide Fahrzeuge prallen zusammen. Während der Volvo schnell durch die Leitplanken abgebremst wird, überschlägt sich der Vauxhall und kracht in eine Baumgruppe. Dabei löst sich der Sicherheitsgurt, der Fahrer wird bei dem Überschlag gegen das Dach geschleudert und bricht sich das Genick.

Ein Fall für das Folly?

Auf den ersten Blick sieht alles wie ein normaler Verkehrsunfall aus, wäre da nicht das Blut an den Seitenwänden des Volvo-Kofferraums.Denn außer dem Fahrer selbst ist am Unfallort weit und breit kein Mensch zu sehen.

Kurze Zeit später wirft sich ein Mann vor die Bahn. Auch dieser “Fall” scheint mysteriös. Schließlich hatte er das Bahnhofsgebäude fast schon verlassen, als er plötzlich umkehrte und sich vor den nächsten einfahrenden Zug stürzte.

In beiden Fällen wird das Folly hinzu gezogen, aber bei beiden scheint keine Magie beteiligt gewesen zu sein. Das Blatt wendet sich, als plötzlich ein wertvolles magisches Buch aus der berühmten Weißen Bibliothek in Deutschland auftaucht. Plötzlich führen alle Wege zur Wohnanlage Skygarden Tower, einem berüchtigten Wohnblock in Südlondon. Peter und Leslie nisten sich als anonyme Ermittler dort ein und kommen zweifelhaften Machenschaften auf die Spur.

Nicht mein erster und nicht mein letzter Peter Grant

“Der böse Ort” ist nicht das erste Buch, das ich von Ben Aaronovitch aus der Peter Grant Reihe gelesen und genossen habe, allerdings habe ich nicht alle gelesen. Entsprechend gespannt war ich, wie ich mit dem Buch klarkommen würde. Schließlich sind die Charaktere der Reihe ja sehr speziell oder sollte ich besser sagen: magisch?!

Und tatsächlich habe ich mich nicht wirklich gut in die Story eingefunden. An manchen Stellen hat mir der Hintergrund zu den Personen gefehlt, z.B. beim “gesichtslosen Magier”, der für das durchgehende Verständnis nötig gewesen wäre. Auch hatte ich das Tempo und die Leichtigkeit der Storys aus den anderen Büchern flotter in Erinnerung. “Der böse Ort” wäre mit Hundert Seiten weniger für meinen Geschmack auch gut ausgekommen. Ausgeglichen wird das durch den witzigen Schreibstil und das ein oder andere grandiose “Bonmot”.

Entsprechend fällt meine Empfehlung geteilt aus:

  • Für Peter Grant Fans: Auf jeden Fall kaufen und lesen!
  • Für alle, die Peter Grant noch nicht kennen: Auf jeden Fall lesen, aber der Reihe nach. Fangt mit Band eins an und zaubert euch durch.

Wer schnell mal schauen möchte, was es jetzt genau mit Molly auf sich hat oder ob Toby “nur” ein normaler Hund ist, findet die Hintergründe zu den Charakteren bei dtv: Urban-Fantasy at its best.

Ben Aaronovitch

Ben Aaronovitch wurde in London geboren und lebt auch heute noch dort. Wenn er gerade keine Romane oder Fernsehdrehbücher schreibt (er hat u. a. Drehbücher zu der englischen TV-Kultserie ‚Doctor Who‘ verfasst), arbeitet er als Buchhändler. Seine Fantasy-Reihe um den Londoner Polizisten Peter Grant mit übersinnlichen Kräften eroberte die internationalen Bestsellerlisten im Sturm.

Buchinfo: Der böse Ort von Ben Aaronovitch, erschienen bei dtv, erschienen Mai 2014, 400 Seiten, € 9,95, ISBN 978-3-423-21507-7

Veröffentlicht von

Ulrike

Ich verstehe analoge Bedenken und kann digitalen Mut machen. Und ich übersetze zwischen beiden Welten. In Unternehmen, bei MitarbeiterInnen, im Dienstleistungsumfeld, im Privatleben, auf meinen Blogs. Das ist meine Leidenschaft.

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