Hertzberg/François: Glutenfreies Fünf-Minuten-Brot

Glutenfreies Fünf-Minuten-Brot? Sowas kann nicht schmecken, oder? Als Liebhaberin von selbstgebackenem Brot, bevorzugt Roggen-Sauerteig-Brot, war ich in und her gerissen und musste es einfach probieren. Und es hat sich gelohnt. Ich war sehr positiv überrascht.

Vor einigen Jahren habe ich begonnen, mein eigenes Brot zu backen. Ahnungslos, wie ich war, habe ich gleich mit Sauerteigbroten begonnen und nicht mit so “einfachem Hefekram”. Und was soll ich sagen? Gleich der erste Versuch hat prima geklappt und mich vermutlich für den Rest meines Lebens für Industriebrot verdorben hat. Klar braucht ein gutes Brot seine Zeit, aber die meiste davon arbeitet es ja ohne mich.

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Glutenfreies Brot war für mich eine neue Herausforderung. Ich kann mich nicht erinnern, es jemals probiert zu haben, war also komplett offen. Was ich darüber gehört hatte, war aber nicht berauschend.

Die Mischung macht’s

Tatsächlich stellte sich nur die Beschaffung der Zutaten als Herausforderung dar. Hertzberg und François arbeiten mit zwei unterschiedlichen Mehlmischungen. Einer hellen und einer Vollkornmischung. Je nach Brotart werden beide in unterschiedlichen Verhältnissen kombiniert.

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Die Zutaten sind da. Es kann losgehen.

Ich habe mich nur für die helle Variante entschieden. Reismehl und gemahlene Flohsamenschalen waren einfach zu bekommen. Kartoffelstärke sowieso. Schwieriger war es mit Sorghum-Mehl und Tapiokastärke, also die Stärke aus der Maniokwurzel, die man übrigens auch durch Maisstärke ersetzen kann. Das war aber auch schon die einzige Schwierigkeit.

Die Mischung war schnell hergestellt. Ich habe übrigens mit den kleinen Mengen begonnen und diese erst sehr gut vermischt. Danach kam mit dem Reismehl die Hauptkomponente darunter. So habe ich eine wirklich gute Durchmischung erreicht.

Hertzberg und François stellen die Mischungen immer in großen Mengen her und haben so einen Vorrat, mit dem sie schnell starten können. Mein Tipp: Testet mit einer kleineren Menge – ich habe von Mischung eins nur die Hälfte genommen – und wenn es euch schmeckt, plant im zweiten Ansatz mit größeren Mengen. Das lohnt auf jeden Fall. Schon allein wegen der Beschaffung der Zutaten.

Fertig in drei, zwei, eins

Salz, Wasser und Hefe dazu – ich persönlich mag lieber frische Hefe und habe auf das knappe Kilo Mehlmischung gut einen halben Würfel genommen – und den Rest macht der Teig praktisch selbst.

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Der Teig ist sehr schön aufgegangen. Zum Glück reichte die Schüssel aus.

Nach zwei Stunden abgedeckt in der warmen Küche hat sich der Teig ordentlich aufgeplustert, der Ofen inklusive Backstein (siehe dazu die ausführlichen Hinweise im Buch) ist vorgeheizt. Der Teig darf jetzt nicht geknetet werden. Erstens macht die Luft, die durch die Hefegärung entstanden ist, das Brot locker. Zweitens wollen und bekommen wir ja kein Gluten, was sich bei “normalen” Mehlen durch das Kneten entwickelt und für Lockerung des Backwerks sorgt. Also habe ich einfach etwa ein Drittel des Teiges vorsichtig zu einem Brotlaib geformt und ab damit in den Ofen. Der Rest wandert in einer Dose mit Deckel in den Kühlschrank.

Dieser “Reserveteig” ist das eigentliche Geheimnis des glutenfreien Fünf-Minuten-Brotes. Er hält sich gut zehn Tage im Kühlschrank und kann täglich entnommen und verbacken werden. Allerdings muss er vor dem Backen eine Stunde gehen und auf Temperatur kommen.

Sieht aus wie gutes Brot, schmeckt wie gutes Brot
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Der „Erstling“ ist im Ofen. Ich bin gespannt.

Nach 45 Minuten Backzeit, kommt mein Erstlingswerk aus dem Ofen. Es ist knusprig, riecht lecker und die Einschnitte auf der Oberfläche sind schön auseinander gegangen. Das mit dem Ofentrieb, dem Aufgehen des Teiges im Ofen, hat also auch geklappt.

Während Hertzberg und François empfehlen, das Brot mindestens zwei bis drei Stunden auskühlen zu lassen, damit sich die Struktur bildet, habe ich das natürlich nicht geschafft. Noch warmes Brot ist einfach zu verlockend. Und tatsächlich muss ich sagen, ich fand es sehr sehr lecker. Lauwarm schmeckte es ähnlich wie frisches französisches Baguette. Nur deutlich kompakter in der Struktur.

Nach dem Abkühlen fand ich die Kruste zwar knusprig, aber auch sehr fest. Beim nächsten Test werde ich, wie bei meinen glutenhaltigen Broten, nach zehn bis fünfzehn Minuten die Temperatur etwas herunter drehen.

Auch die Konsistenz beim Kauen ist für “Normalbrotesserinnen” etwas ungewohnt. Bröseliger ist vielleicht das richtige Wort. Aber das ist wirklich nur Gewohnheit. Und der Geschmack zählt. Der war gut.

Sieben Tage später

Eine Woche später kam die zweite Charge aus dem Kühlschrank in den Ofen. Dieses Mal als Brötchen mit kürzerer Backzeit. Wieder vorsichtig ohne Kneten geformt und ab damit auf den vorgeheizten Backstein.

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Antipasti mit glutenfreien Brötchen. Noch lauwarm. Ich konnte nicht widerstehen.

Auch sie fielen noch lauwarm meinem Hunger zum Opfer. Und sie waren lecker. Die Woche Parkzeit im Kühlen hatte keinen negativen Einfluss auf den Teig. Perfekt also für alle, die regelmäßig frisches, glutenfreies Brot haben möchten.

Gute Auswahl, tolle Anleitungen, üppige Bebilderung

Hertzberg und François haben ein tolles Buch erarbeitet. Nach einer Einführung in die glutenfreie Welt folgen sorgfältige Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die auch Backanfängern den schnelle Start ermöglichen.

Zu vielen Zutaten werden Alternativen vorgeschlagen, falls die Originale nicht auffindbar sind. Aber auch der Hinweis, was nicht ersetzt werden darf, fehlt nicht.

Neben den unterschiedlichen Broten steht auch anderes Backwerk auf dem Plan, Süßes und Herzhaftes. Damit habe ich mich allerdings nicht näher beschäftigt.

Entgegen der Empfehlung war ich bei den Mengenangaben nicht hundertprozentig strikt, größere Abweichungen würde ich aber nicht empfehlen. Ich würde beim nächsten Ansatz etwas mehr Wasser nehmen und mit nassen Händen die Oberfläche der Teiglinge “abwischen”. Dann wäre vermutlich die Bräunung auch besser. Und wie schon gesagt, ich werde die Temperatur nach zehn bis fünfzehn etwas absenken und nach der dritten und letzten Charge berichten, ob das Ergebnis mehr nach meinem Geschmack ist.

Und für alle, die Roggensauerteige kennen: Der glutenfreie Brotteig lässt sich spielend von den Händen abwaschen :D. Ihr wisst, wovon ich rede?!

Eine Investition, die sich lohnt

Ich denke, dass sich die Investition in Glutenfreies Fünf-Minuten-Brot von Hertzberg und François sich auf jeden Fall für alle lohnt, die trotz Unverträglichkeit Lust auf leckeres, frisches Brot und Gebäck haben. Mit den klaren, detaillierten Anleitungen und der aufwendigen Bebilderung sollte dem nichts im Weg stehen.

Jeff Hertzberg

Jeff Hertzberg MD ist Allgemeinmediziner mit über 20 Jahren Berufserfahrung als Arzt, Autor und Berater. Er wuchs mit New Yorker Pizza auf und versuchte jahrelang einen Teig zu entwickeln, der so praktisch ist, dass er jeden Tag zu Pizza, Fladenbroten und Brotlaiben verarbeitet werden kann. In Wahrheit wollte er aber bloß lernen, wie man Pizzateig hoch in die Luft wirft. Sein persönliches Hobby – das Backen und eine gesunde Lebensweise – brachten ihn dazu, die beliebten Rezepte aus seinem Bestseller Artisan Bread in Five Minutes a Day an glutenfreie Zutaten anzupassen.

Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern in Minneapolis.

Zoë François

Zoë François ist Bäckerin und Konditormeisterin. Sie absolvierte ihre Ausbildung am renommierten Culinary Institute of America. Neben dem Verfassen von Bestseller-Kochbüchern kreiert sie köstliche Desserts. Ihre Rezepte präsentiert sie in ihrem Blog zoebakes.com, beim TV-Sender Cooking Channel, bei General Mills und in vielen US-Magazinen, doch im Innersten ist sie eine Pizzaiola.

Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in Minneapolis. Die Autoren lernten sich 2003 beim Musikunterricht ihrer Kinder kennen und haben gemeinsam Selbstgebackenes Brot in fünf Minuten am Tag und Healthy Bread in Five Minutes a Day verfasst.

Buchinfo: Glutenfreies Fünf-Minuten-Brot von Jeff Hertzberg und Zoe Francois, erschienen bei Unimedica, 15.März 2019, 316 Seiten, gebunden mit Lesezeichen, € 29,80, ISBN 978-3-96257-069-9. Danke für das Leseexemplar.

Wer sich vegan ernährt, findet übrigens bei Leselustich auch zahlreiche Anregungen!

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Kein Brot im Haus? Dieses Bauernbrot ist schnell gebacken

Wenn es schnell gehen muss, gibt es bei mir auch mal ein Brot mit Hefe, wie dieses sehr leckere Bauernbrot.  Durch die kurze Gehzeit ist es, anders als die von mir bevorzugten Sauerteigbrote, nach anderthalb Stunden im Ofen und in den anderthalb Stunden arbeitet es weitgehend alleine vor sich hin. Für mich das perfekte Anfängerbrot für unerfahrene Brotbäckerinnen und -bäcker.

Bauernbrot schnell und einfach selbst backen
Frisch gebacken: Bauernbrot (Foto: Ulrike Rosina)

Ende August war ich beim ersten #BookupDE in der Schiller Buchhandlung in Stuttgart Vaihingen. Und seither bin ich allen Anwesenden das Rezept für ein Bauernbrot schuldig. Ebenfalls anwesend war nämlich der Hädecke Verlag, mit einigen leckeren Köstlichkeiten aus diversen Backbüchern. Begeistert von den Leckereien, habe ich mich spontan bereit erklärt, selbst gebackenes Brot mitzubringen. Zur Sicherheit sollte es ein Bauernbrot sein, das zu allem passen würde.

Hier jetzt das Rezept dazu, das ich im Wesentlichen vom Blog Feinschmeckerle übernommen habe. Ich habe es schon oft gebacken und runde den Geschmack immer mit etwas Brotgewürz von der Hegnacher Mühle ab. Außerdem ersetze ich die Butter und den Honig durch einen Schuss neutrales Pflanzenöl und etwas Zucker. So ist das Brot vegan und kann von allen Ernährungsstilen ohne Reue verzehrt werden. Außerdem war mein Eindruck, dass das Brot mit Öl länger saftig bleibt als mit Butter.

Schnell und einfach ein leckeres Bauernbrot backen
  • 25 g frische Hefe mit etwas Zucker und ein klein wenig Wasser in einer kleinen Schüssel verrühren, bis keine Hefeklümpchen mehr vorhanden sind.
  • 30 Minuten ruhen lassen.
  • 250 g Weizenmehl (ich nehme immer Typ 405, also das „ganz normale“), 125 g Roggenmehl TYP 1150 und 500 ml lauwarmes Wasser kräftig verrühren.
  • 30 min ruhen lassen.

Dann weitere 250 g Weizenmehl, 125 g Roggenmehl, ca. 20 g Salz, 2 bis 3 Messerspitzen Brotgewürz (hier sollte man sich langsam herantasten, bis man seinen persönlichen Geschmack getroffen hat), 1 TL Honig oder ein klein wenig Zucker, einen Schuss neutrales Öl oder 10 g weiche Butter zu der Mehl-Wasser-Mischung geben. Die aufgelöste Hefe darüber gießen und auf kleiner Stufe mischen, bis der größte Teil des Mehls untergearbeitet ist. Dann auf hoher Stufe etwa fünf Minuten kneten.

Kreativität kann ein Gärkörbchen ersetzen

Ein Gärkörbchen gut mit Speisestärke, Maismehl oder Mehl ausstreuen. Wer kein Gärkörbchen hat, kann auch z.B. ein Brotkörbchen oder ein großes Sieb mit einem sauberen Geschirrtuch auslegen und das Tuch gut bemehlen. Wer auch das nicht hat, formt den Brotteig auf Backpapier, das deutlich breiter ist, als das Brot, klappt die Seitenteile nach oben und legt der Länge nach rechts und Links eine Flasche. Die sollte nicht wegrollen können.

Den Teig auf leicht bemehlter Arbeitsfläche für das Gärkörbchen formen. Vorsicht, nicht viel Mehl unterkneten, sonst reißt das Brot in den „Falten“ beim Backen zu sehr, so wie es bei mir in der Eile passiert ist.

Teig zirka eine Stunde gehen lassen. Ich schiebe dazu das Gärkörbchen immer in eine Plastik-Einkaufstüte (natürlich neu und sauber), dann trocknet die Teigoberfläche nicht aus.

Ofen auf 250° C vorheizen. dabei eine feuerfeste Schale mit Wasser auf den Backofenboden stllen. Brot etwa 10 Minuten auf der unteren Schiene bei 250° C backen, dann den Herd auf 200° C zurückdrehen und weitere ca. 50 Minuten backen. Bei meinem Ofen dauert es immer etwas länger. Ich lese immer wieder, dass das Brot durchgebacken ist, wenn es hohl klingt, wenn man auf den Boden klopft. Wie man das im 200° C heißen Ofen mit dem ebenso heißen Brot macht, weiß ich aber nicht. 😉

Auskühlen lassen und los geht’s! Übrigens, wenn man das Brot gleich ganz frisch durchschneidet, sobald es kalt ist, die Hälfte in einen Gefrierbeutel packt und einfriert, schmeckt es nach dem Auftauen fast wie frisch. Zum Auftauen aber dann aus der Tüte nehmen auf die Schnittfläche stellen.

Lust auf eine leckeres Sauerteigbrot? Gibt es auch in diesem Blog.

Und wer auf Gluten verzichten muss, findet in dem Buch Glutenfreies Fünf-Minuten-Brot von Hertzberg und Francois zahlreiche Anregungen.

Ghillie Basan: Vegetarische Tajines und Couscous

Wer lecker aber ohne großen Aufwand exotische Gerichte kochen will, kommt um die köstlichen Tajines von Ghillie Basan nicht herum. In einem einzigen Topf garen ausgefallene oder alltägliche Zutaten im eigenen Saft. Das Ergebnis: Gesunde und äußerst schmackhafte Gaumenschmeichler.

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(Cover: Hädecke Verlag)

Tajine nennt man ein tönernes Gefäß aus der nordafrikanischen Küche, das direkt auf den Holzkohlofen gestellt wird. Die Wärme verteilt sich gleichmäßig über die flache Schale, in der die Zutaten liegen, der Dampf steigt in dem kuppelförmigen Deckel auf, kondensiert an der Spitze (die kälteste Stelle) und tropft zurück auf das Gargut. Alles bleibt zart, saftig und ausgesprochen aromatisch. Kochen in der Tajine ist also nicht nur lecker sondern auch sehr gesund.

Tajines nennen sich aber auch die langsam garenden Eintöpfe, die in diesen Kochgeräten zubereitet werden. In ihrem Buch “Vegetarische Tajines und Couscous” stellt Ghillie Basan zahlreiche fleischlose Varianten vor, die keine langen Garzeiten benötigen und deshalb ohne großen Aufwand und ohne großen Abwasch zubereitet sind. Auch im normalen Schmortopf, denn die wenigsten von uns werden eine Tajine daheim haben.

Ich mag deutsche und internationale Küche

Ich probiere mich gerne durch die Küche anderer Kulturen. Besonders angetan haben es mir dabei diejenigen, die großzügig mit exotischen Gewürzen hantieren. Allen voran vielleicht die persische Küche, die untrennbar mit meinem Studium verbunden ist. Eine persische Kommilitonin hat mich hier auf den Geschmack gebracht. Aber ebenso gerne genieße ich indische, türkische, arabische oder afrikanische Küche. Kein Wunder also, dass ich “Vegatarische Tajines und Couscous” aus der marokkanischen Küche “verschlungen“ habe.

Auf den ersten Seiten gibt Ghillie Basan Tipps für die Zubereitung einiger Zutaten, die häufiger zum Einsatz kommen. Viele davon, z.B. Harissa, die köstlich-feurige Gewürzpaste, oder Ras el-Hanout, eine traumhafte Gewürzmischung, die ich sehr mag, kann man auch bei uns im Handel problemlos kaufen, wenn man sich die Herstellung ersparen will. Schwieriger wird es da mit den Salzzitronen, die ich bislang selten gesehen habe. Sie selbst einzulegen, macht wenig Arbeit und lohnt mit Sicherheit, sind sie doch das I-Tüpfelchen auf vielen Gerichten. Bettina Wieland erklärt in Citron confit, wie es geht.

Über Vorspeisen und Suppen geht es dann zu den Tajines. Und hier erwartet die Kochfans ein Eldorado der Farben und Aromen. Passend zum Herbst zum Beispiel die Tajine mit scharf gerösteten Kürbisspalten und Limette. Oder die Paprika-Tajine mit Ei und Ras el-Hanout. Oder, oder, oder.

Blumenkohl-Kichererbsen-Tajine
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Blumenkohl-Kichererbsen-Tajine mit Couscous (CC:by-sa-nc)

Die Blumenkohl-Kichererbsen-Tajine mit Harissa und eingelegter Zitrone habe ich sofort ausprobiert. Abgesehen von der eingelegten Zitrone hatte ich alles daheim, um noch am gleichen Tag, an dem das Buch im Briefkasten lag, loslegen zu können. Blumenkohl hätte ich vermutlich nie mit Kichererbsen kombiniert, aber ich muss sagen, kombiniert mit der feinen Säure der Tomate schmeckt es hervorragend!

Dazu noch ein wenig Couscous und ich war im siebten Genusshimmel! Überhaupt zeichnen sich viele der Tajines durch die Einfachheit der Zutaten aus. Für den besonderen Pfiff sorgen die aromatischen Gewürze.

Couscous – eine Kunst für sich

In Marokko wird nicht einfach vorgekochtes Couscous “aufgebrüht”. Hier wird richtig gekocht und es ist nur perfekt, wenn jedes einzelne Korn erkennbar ist. Dass Couscous viel mehr ist als “nur” eine Beilage, zeigen Ghillie Basans Rezepte. Ob schlicht gewürzt oder mit siebenerlei Gemüse, ein Klassiker des Maghreb, man könnte beim Blättern die Gabel nehmen und herzhaft reinschaufeln.

Und wem das jetzt noch nicht reicht, der kredenzt zum Nachtisch noch einen Grapefruit-Granatapfel-Salat mit Rosenwasser und damit nicht nur einen Gaumen- sondern auch einen Augenschmaus.

Ich habe mich verliebt! Schon wieder…

Ok, ich glaube, ich habe mich bereits verraten: Dieses Buch wird sich einen festen Platz auf meinem Speiseplan erobern. Ich kann es allen, die gerne in fremde Genusswelten eintauchen, nur wärmstens ans Herz legen. Eine Anschaffung, die sich wirklich lohnt, weil sie neben den eigentlichen Rezepten zahllose Anregungen für eigene Kreationen gratis dazu liefert. Und weil ganz nebenbei die zahlreichen, farbenprächtigen Fotos Lust auf mehr machen.

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(Foto: Hädecke Verlag)

TIPP für VEGANER/INNEN: Die Mehrzahl der Gerichte wird durch den Austausch von Ghee durch Olivenöl vegan. Damit ist das Buch problemlos in der veganen Küche einsetzbar.

Ghillie Basan

Ghillie Basan hat als Foodjournalistin und Gastro-Kritikerin an vielen Orten gearbeitet und lebt heute im schottischen Hochland, wo sie sehr begehrte Kochkurse anbietet. Am Cordon Bleu Institut ausgebildet, hat sie bereits einige Bücher zur Küche des Mittleren Ostens und Südost-Asiens herausgebracht, bei Hädecke ist von ihr das erfolgreiche Buch „Tajine – würzige Eintöpfe aus Marokko“ erschienen, das aktuell in der 10. Auflage lieferbar ist.

Buchinfo: Vegetarische Tajines und Couscous von Ghillie Basan, erschienen bei Hädecke Verlag, erschienen September 2014, 144 Seiten, gebunden, € 19,90, ISBN 978-3-7750-0673-6. Danke für die Bereitstellung des Buches.

Weitere Kochbuchleckerbissen

Mit Bohnen gefüllte Tomaten (vegan) nach Nigel Slater

Ich habe es schon erwähnt: Ich bin Nigel Slater Fan. Für mich verkörpert er die moderne Hausmannskost. Lecker, einfach, mit frischen, saisonalen Zutaten. Sein Küchentagebuch lädt zum Spontankochen ein.

Den Schokoladentraum aus Nigel Slaters neuem Kochbuch habe ich bereits hier verbloggt. Selbst als Sonntagsnachmittags-Notlösung war er noch ein Traum. Und brav wie ich bin, habe ich auch gleich Slaters Hinweis befolgt, den bereits heißen Backofen noch anderweitig zu nutzen, zum Beispiel für gefüllte Tomaten mit weißen Bohnen.

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Nachgekocht: Gefüllte Tomaten (CC: by-sa-nc)

Auch hier musste ich – wie beim Kuchen – notgedrungen wieder etwas abwandeln. Fleichtomaten hatte ich keine, mag ich auch nicht so gerne. Dafür hatte ich nur weiße Riesenbohnen, von denen gerade mal drei oder vier in eine Normale Tomate gepasst hätten. Also habe ich mich kurzerhand für eine Dose Chilibohnen entschieden. Da ich es sowieso gerne pikant mag, kam auch noch eine Chilischote ins Spiel.

Die Zutaten (für 4 Personen)

  • Olivenöl
    1 mittelgroße Zwiebel
    2 mittelgroße Karotten
    3 Zehen Knoblauch
    1 Lorbeerblatt
    1 mittelscharfe rote Chilischote (benutzt Nigel Slater nicht)
    8 große normale oder 4 Fleischtomaten
    1 Dose gehackte Tomaten (400 g)
    1 Dose Chilibohnen (400 g) (Nigel Slater nimmt weiße Bohnen)
    1 EL Weißweinessig (Nigel Slater nimmt Rotweinessig, hatte ich keinen)
    2 TL Zucker
    8 große Basilikumblätter

Die Zubereitung

  • Olivenöl in einem mittelgroßen Topf erhitzen
    Zwiebeln fein schneiden und ca. 10 min weich und blassgelb dünsten
    Karotte fein würfeln, dazugeben
    Knoblauch fein schneiden und dazugeben
    Chilischote der Länge nach aufschneiden, Kerne entfernen und in den Topf geben (ich lasse sie immer ganz und nehme sie zum Schluss wieder raus)
    Lorbeerblatt hinzufügen
    Weitere 5 Minuten garen, bis alles duftet
  • Bei den Tomaten oberen Deckel abschneiden, Inneres mit einem Teelöffel herausschaben, den Rand dabei nicht verletzen
    Leere Tomatenschalen auf ein Backblech oder in eine Backform setzen
    Tomatenfleisch hacken und mit den Dosentomaten zu der Zwiebelmischung geben
    Großzügig salzen und pfeffern
    15 min köcheln lassen

Backofen auf 200 °C vorheizen

  • Chilibohnen mit der Flüssigkeit (Nigel Slater gießt die weißen Bohnen ab, aber dann wäre der Chili-Effekt bei den Chilibohnen weg gewesen) unter die Mischung rühren
    Essig, Zucker und gehackte Basilikumblätter zugeben
  • Mischung in die Tomaten löffeln
    Den Rest drumherum verteilen
    Mit Deckel 40 min Backen, bis die Tomaten “am Rand des Zusammenbruchs” stehen

Nigel Slater serviert die gefüllten Tomaten für vier Personen als Hauptgericht. Wenn man zuvor oder danach den göttlichen Schokoladenkuchen hat, mag das passen. Für die Mehrzahl wird eine gefüllte Fleischtomate alleine etwas knapp sein. Das schnelle, einfache Gericht lässt sich aber sehr gut mit etwas Baguette oder zum Beispiel Polentaschnitten oder Reis ergänzen.

Originalrezept aus „Das Küchentagebuch“ von Nigel Slater, erschienen bei Dumont, August 2014, 532 Seiten, Hardcover, € 39,99, ISBN 978-3-8321-9477-2.

Meine Meinung zum Buch hier im Blog: Das Küchentagebuch von Nigel Slater

Nachgebacken: Schoko-Himbeer-Kuchen nach Nigel Slater

Schoko-Himbeer-Kuchen nach Nigel Slater

Kürzlich habe ich von Nigel Slaters “Küchentagebuch” geschwärmt, das in meinen Augen viel mehr ist, als ein Kochbuch. Es ist eine Einladung in Nigel Slaters Küche. Kaum war es im Haus, habe ich das erste Backrezept leicht abgewandelt umgesetzt.

Schokoladen-Zwetschen-Kuchen stand bei Nigel Slater am 29. August auf dem Plan. Eine Kombination, die meinen Gaumen alleine beim Gedanken daran zum Tropfen brachte. Dummerweise war Sonntag und keine Zwetschgen im Haus. Auch die diversen Rohrzuckerarten, die im Originalrezept verwendet werden, hatte ich nicht.

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Zwetschen-Schoko-Kuchen ohne Zwetschgen (CC: by-sa-nc)

Dafür hatte ich frische, leckere Himbeeren, ein paar frische Mirabellen. Die kräftig schmeckenden Himbeeren konnte ich mir auf Anhieb gut in einem saftigen Schokoladenkuchen vorstellen. Mirabellen weniger, aber auch das wollte ich probieren. Leider war nur die gute alte Blockschokolade im Haus, aber die würde es für den ersten Test tun.

Die Zutaten (für 8 Personen)

  • 250 g dunkle Schokolade
    250 g Butter
    3 Eier
    knapp 200 g Zucker (Slater nimmt 125 g Muscovado-Zucker und 125 g braunen Zucker)
    60 g Mehl
    eine Prise Backpulver
    2 EL ungesüßtes dunkles Kakaopulver
    250 g frische Himbeeren (die Mirabellen waren nicht der Hit, deshalb hier nur Himbeeren)

Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Eine quadratische oder Kastenform mit Backpapier auslegen (sehr zu empfehlen, da das Schokoladenträumchen sehr sehr zart ist).

Los geht’s

  • Schokolade in Stücke brechen und über dem Wasserbad schmelzen (Vorsicht: nicht zu heiß werden lassen)
    Butter zur Schokolade geben und ebenfalls unter Rühren schmelzen
    Eier trennen
    Eigelbe mit dem Zucker hell und schaumig schlagen
    Geschmolzene Schokoladenbutter sanft, aber gründlich unterrühren
    Mehl, Backpulver und Kakao vorsichtig zur Mischung geben
    Eiweiß zu steifem Schnee schlagen
    Vorsichtig unter die Teigmischung heben, nicht zu stark rühren
    Masse in der Form verteilen
    Himbeeren auf den Teig geben und mit einer Gabel leicht nach unten drücken

Ca. 50 min Backen. Backzeit hängt immer vom Ofen ab. Stäbchenprobe!

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Der schmeckt auch traumhaft, wenn er in der Mitte noch nicht durchgebacken ist. 😀

Viel Spaß mit diesem traumhaften Hüftschmeichler nach Nigel Slater.

Originalrezept aus „Das Küchentagebuch“ von Nigel Slater, erschienen bei Dumont, August 2014, 532 Seiten, Hardcover, € 39,99, ISBN 978-3-8321-9477-2.

Meine Meinung zum Buch hier im Blog: Das Küchentagebuch von Nigel Slater

Nachgekocht: Gefüllte Tomaten (vegan)

Vegan backen: Schoko-Nuss-Nougat-Torte

Nach meiner veganen Erdbeer-Sahne-Torte stand jetzt eine vegane Schoko-Nuss-Nougat-Torte auf dem Backplan. Und wieder war ich überrascht, wie gut es geklappt hat und vor allem wie lecker die Torte war. Es wird nicht meine letzte vegane Torte bleiben.

Nach einem Abend im Coox & Candy in Stuttgart habe ich mich ja – wie bereits beschrieben – auf die Suche nach dem Geheimnis veganer Torten gemacht. Der erste Versuch mit Erdbeeren und veganer Schlagcreme von LeHa war schon recht erfolgversprechend. Nur war der Boden für meinen Geschmack etwas zu fest. Es gab also Luft noch oben.

Bereits bei meiner ersten Recherche bin ich über eine vegane Schoko-Nougat-Torte gestolpert, die unverzüglich auf die Todo Liste wanderte. Ich mag den milden Geschmack von Nougat sehr. Inzwischen wurde der Plan in die Tat umgesetzt, allerdings habe ich das ursprüngliche Rezept etwas abgewandelt. Ein durchschlagender Erfolg, vor allem mit einem exzellenten Kaffee dazu.

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Vegane Schoko-Nuss-Nougat-Torte (CC: by-nc-sa)
Die Zutaten für den Teig (18 cm Springform, also kleine Form)
  • 220 g Mehl
  • 100 g gemahlene Haselnüsse
  • 150 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver
  • etwas Vanille
  • einen kräftigen Spritzer Zitrone
  • 75 ml neutrales Pflanzenöl
  • 320 ml Mineralwasser (mit Kohlensäure gibt zusätzlichen Backtrieb)

Alle trockenen Zutaten mit einem Löffel vermischen, die Flüssigkeiten zugeben und mit dem Mixer einige Minuten gut durchmischen.

Ofen auf 180° C vorheizen.

Form fetten (z.B. mit Margarine). Ich bestreue zumindest den Boden und die Ecken zusätzlich noch mit wenig Grieß. Teig einfüllen.

Ca. 40 Minuten auf der mittleren Schiene backen. Da die Backzeit von Ofen zu Ofen unterschiedlich ist, einfach ab und zu ein Auge darauf haben und Stäbchenprobe machen.

Den Kuchen komplett auskühlen lassen und dann waagerecht halbieren.  Wer will, kann auch drei Boden daraus schneiden. Zumindest hätte die Höhe bei mir dafür gereicht.

Die Zutaten für die Nuss-Nougat-Creme
  • 1 Paket LeHa Universelle Schlagcreme ungesüßt und unbedingt gekühlt! (200 ml, gibt es z.B. bei Kaufland)
  • 2 Päckchen Sahnestand (z.B. Alnatura)
  • 2 El Puderzucker (wer es sehr süß mag, kann auch mehr nehmen)
  • 100 dunkle Schokolade (ich habe Blockschokolade genommen)
  • ca. 75 g Nougatmasse (Zutatenliste beachten!)
  • evtl. ganze geschälte Haselnüsse zur Garnitur (hatte ich gerade nicht daheim)

Schokolade und Nougat über dem Wasserbad schmelzen. Vorsicht: Es darf kein Wasser in die Schokolade kommen und die Schokolade sollte auch nicht zu heiß werden, sonst klumpt sie unter Umständen. Ich koche immer das Wasserbad auf, schalte die Platte dann ab und lasse die Schokolade im Schmelztiegelchen unter gelegentlichem Rühren langsam schmelzen.

Schoko-Nougatmasse etwas abkühlen lassen.

Gekühlte Schlagcreme in eine Schüssel geben, etwas anschlagen. Sahnestand dazu geben, aufschlagen, Puderzucker darüberstreuen, nochmals mixen.

Unter Rühren die Schoko-Nougatmasse untermischen. Bei mir war die Creme dann immer noch gut streichfähig und ich konnte gleich weiterarbeiten. Sollte sie zu weich sein, weil die Schoko-Nougatmasse noch zu warm war, kurz in den Kühlschrank packen und gelegentlich umrühren, bis die Konsistenz passt.

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Vegane Schoko-Nuss-Nougat Torte (CC: by-nc-sa)
Torte bauen
  • Ersten Boden mit Creme bestreichen. Die Menge hängt natürlich davon ab, ob man zwei oder drei Böden gemacht hat.
  • Zweiten Boden darauflegen. Wenn das schon der „Deckel“ ist, drehe ich den manchmal um, da die Tortenoberfläche beim Backen oft etwas rund wird. In der Creme gleicht sich das dann aus und die Torte wird schön gleichmäßig wird und sich besser verzieren lässt. In diesem Fall fand ich gerade diese leichte Wölbung sehr schön.
  • Torte außen mit Creme bestreichen und nach Wunsch garnieren. Ich habe dazu einen Rest der Schoko-Nougatmasse im Schmelztöpfchen gelassen, nochmals etwas erwärmt und mit einem kleinen Löffel feine Fäden über die Torte gezogen. Die werden dann fest, wenn man die Torte kühlt.

Wie schon bei meiner ersten veganen Torte war ich wieder erstaunt, wie gut sich die LeHa Schlagcreme handhaben lässt. Deutlich besser als Sahne. Und wie schnell das Törtchen gebacken und verziert war. Ganz zu schweigen davon, wie schnell es gegessen war. Wer sich über die dunklen Punkte im Teig auf dem Foto wundert: Ich hatte noch einen Esslöffel voll Schokotropfen, die ich untergemischt habe. Braucht es aber nicht, sonst wird die vegane Torte – zumindest mir – schnell zu süß.

Viel Spaß beim Nachbacken!

Nachsatz: Die nächste Idee habe ich auch schon, aber verraten wird noch nichts.

Vegan backen: Stracciatella-Erdbeer-Sahne (Saane)-Torte

Vegan ist gerade in. Und sicher gibt es auch gute Gründe dafür. Trotzdem bleibe ich der Mischkost vorerst treu, was nicht bedeutet, dass es keine veganen Ausflüge gibt. Einer davon ist meine vegane Geburtstagstorte mit frischen Erdbeeren, etwas Schokolade und leckerer veganer Sahne. Ein Kuchen auch für Torten-Anfänger wie mich. Keine aufwändigen Zutaten, saisonal, regional, schnell gerührt, schnell gebacken, schnell verziert und einfach ein Genuss.

Ich mag Fleisch und ich liebe Käse, trotzdem ist vegan für mich ein Thema, denn bei vielen Rezepten lässt sich ganz einfach auf tierische Produkte verzichten. Deshalb gibt es seit zwei Jahren an Weihnachten – neben den “normalen” – auch einen Schwung vegane Plätzchen für meine Nichte.

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Schnell gemacht und überraschend lecker – mein veganes Stracciatelle-Erdbeer-Sahne-Törtchen
Vegane Torten? Wie geht das denn?

Vegane Nussecken und veganen Hefezopf habe ich ebenfalls schon gebacken. Beides war sehr lecker. Wie allerdings vegane Torten funktionieren sollten, war mir ein Rätsel. Ok, wenn ich ehrlich bin, sind mir auch nicht vegane Torten ein Rätsel. Zu viel Aufwand und so. Bis das vegane Restaurant Coox & Candy in Stuttgart (unbedingt vorher reservieren) ins Spiel kam. Denn dort in der Theke stapelten sich die schönsten Torten. Erdbeer-Saane, Whiskey-Saane, Schoko-Nougat-Saane… es sah aus wie in der Buttercreme-Abteilung einer Fachkonditorei. Also mutig ein Gäbelchen Schoko-Nougat-Saane bei meiner Nichte stibitzt und – welche Überraschung – es schmeckte! Der Boden war locker, die Creme von der Konsistenz eine Mischung aus Buttercreme und Sahne. Meine Neugier war geweckt. Ich wollte wissen, was das für eine Creme ist, so ganz ohne Butter, Eier und Milch.

Nach dem Motto “Google ist dein Freund” startete die Recherche. Es gibt in der Tat mehrere Sahne-Ersatzprodukte. Jetzt bin ich ja überhaupt kein Fan dieser nachgemachten Sachen. Ein veganes Cordon Bleu – nachgemachtes Fleisch gefüllt mit nachgemachtem Schinken und nachgemachtem Käse in einer Panade ohne Ei – ist in meinen Augen absoluter Blödsinn und weckt bei denen, die früher mal Fleisch und Cordon Bleu gegessen haben, nur falsche geschmackliche Assoziationen. Aber muss jede/r für sich selbst entscheiden. Ich bestelle mir so was nicht.

„Schlagfix“ klingt schon nach wenig Aufwand

Aber zurück zur Sahne-Alternative. Immer wieder tauchte Schlagfix universelle Schlagcreme von LeHa in den Empfehlungen auf. Die wollte ich testen. Und da besagte Nichte bald Geburtstag haben würde, wollte ich mich an einer veganen Erdbeer Saane Torte versuchen.

Die Vorlage fand ich bei “Tines vegane Backstube”. Der Teig wurde fast original übernommen. Sogar eine Banane, die ihre beste Zeit bereits hinter sich hatte, war zufällig griffbereit. 😉

Teigzutaten für eine kleine Springform (18 cm):

  • 240 g Mehl
  • 80 g Zucker
  • 10 g Vanillezucker
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver
  • 1 Prise Salz
  • 240 ml Mineralwasser (bei mir mit Sprudel)
  • 80 ml Pflanzeöl (Sonnenblumen, Raps…)
  • 1 Spritzer frische Zitrone (war bei mir ein kräftiger Spritzer)
  • die überreife Banane (muss nicht sein)
  • Backofen auf 175° vorheizen (Ober- und Unterhitze)
  • alle trockenen Zutaten in einer Schüssel miteinander vermischen
  • die flüssigen Zutaten und die Banane (in Stücken) dazu geben
  • kräftig mixen
  • in die gefettete Springform füllen (ich habe noch mit Weichweizengrieß ausgestreut)
  • ca. 40 min backen (Stäbchenprobe)
  • komplett auskühlen lassen
  • in der Mitte halbieren (horizontal)
Creme und Füllung

Zutaten:

  • 2 El Erdbeermarmelade (ich hatte selbst gekochte Drei-Frucht-Marmelade)
  • 1 Packung Schlagfix universelle Schlagcreme ungesüßt (200 ml)
  • 2 Päckchen Sahnesteif
  • gut 2 El Puderzucker (je nach Geschmack auch mehr)
  • ca. 500 g frische Erdbeeren
  • 2 El Schokotröpfchen (dunkel)
  • 1 El Blockschokoladenspäne (mit dem Sparschäler runterhobeln)

 

Erdbeeren vorbereiten:

  • etwa die Hälfte der Erdbeeren in kleine Stücke schneiden (die schönsten Früchte ganz lassen)
  • 1 El Zucker
  • kräftiger Spritzer Zitrone
  • verrühren und etwas ziehen lassen
  • vor der Weiterverwertung evtl. Flüssigkeit abgießen
  • Schokotröpfchen untermischen

 

Creme vorbereiten:

  • Schlagfix und Sahnesteif mit dem Mixer steif schlagen (200 ml sind deutlich ergiebiger als Sahne)
  • Puderzucker darüberstreuen und verquirlen

 

Törtchen bauen:

  • die Hälfte der Creme unter die kleingeschnittenen Erdbeeren mischen
  • untersten Boden mir der Marmelade bestreichen
  • Erdbeercreme gleichmäßig auf dem ersten Boden verteilen, Rand etwas aussparen (sonst färbt es so schnell durch, wird später mit einfacher Creme gefüllt)
  • Zweiten Boden darauf legen, sollte er etwas rund geworden sein, dann einfach die runde Seite nach unten, etwas andrücken
  • Torte gleichmäßig mit der restlichen Creme (die ohne Erdbeeren) einstreichen
  • Mit frischen Erdbeeren (Grün nicht entfernen, sieht schöner aus mit) verzieren
  • Blockschokoladenspäne darüber hobeln

Wer will kann natürlich auch zum Spritzbeutel greifen und aufwändiger verzieren.

Die Creme mit den Erdbeeren war schon mal richtig lecker

Was war ich neugierig, wie meine erste vegane Torte schmecken würde. Die Creme mit den Erdbeeren hat mir schon mal richtig gut geschmeckt. Irgendwie leichter als Sahne, erschlägt das Beerenaroma nicht so. Übrigens war ich total verblüfft, wie sich Schlagfix aufschlagen ließ, sehr viel ergiebiger als die gleiche Menge an Sahne und viel besser zu verarbeiten weil irgendwie stabiler. Ich habe sogar den dickeren der beiden Böden nochmals halbiert und die Torte dreistöckig gemacht.

Endlich konnte probiert werden. Ich war entzückt! Zwar hätte der Boden vermutlich noch 5 bis 10 Minuten im Ofen bleiben können – vielleicht lag das etwas Kompakte aber auch an der Banane – und durch die Banane war der Boden etwas grau, aber sonst: Sehr lecker.

Nächstes Mal gibt es den Boden ohne Banane und die Zutaten für eine andere Geschmacksrichtung sind auch schon im Haus. Es bleibt also spannend.