Sakrisch guad: Mord und Totschlag in Landshut

Kaum zu glauben: Im idyllischen Landshut treibt ein Geiselnehmer sein Unwesen. Sehr zum Ärger von Kommissar Peter Bernward, der sowieso schon genug am Hals hat. Sein Vater geht im mit seinem Ahnenforschungstick auf die Nerven. Die attraktive Flora Sander gibt ihm einen Korb nach dem anderen. Und jetzt mischen sich die überheblichen Schnösel aus München auch noch in seine Arbeit. Aber nicht mit ihm!

Ein junges, halbnacktes Pärchen wird geknebelt und aneinander gefesselt im Kirchengarten aufgefunden. Wasser auf die Mühlen von Stiftsprobst Tiodoro, missfällt ihm doch das unsittliche Treiben rund um seine Kirche schon seit langem.

Krimi, Landshut, historisch
Cover: ullsteinbuchverlage.de

Knapp Hundert Kilometer südlich. Eine Geiselnahme nimmt eine dramatisch Wendung. Die Polizei ist dem Gangster in die Falle getappt und hat statt seiner eine der Geiseln erschossen. Der Schütze setzt alles daran, seine Tat zu vertuschen.

Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnt: Beide Fälle stehen miteinander in Verbindung. Und der verzweifelte Versuch des Todesschützen, den Geiselnehmer auf eigene Faust unschädlich zu machen, bringt alle in Lebensgefahr, die Kommissar Bernward in seinem Leben wichtig sind.

Guad ja, sakrisch guad nein

Krimis mit regionalem Anstrich – besonders der bayrischen Couleur – sind seit einiger Zeit das große Trendthema. Wenig erstaunlich, dass sich hier auch Richard Dübell einreihen möchte. “Allerheiligen” startet auch erfolgversprechend spannend und temperamentvoll, “hängt” dann aber für mein Empfinden etwas durch. Mir war die durchaus gut gemachte Story einfach etwas zu langatmig und stellenweise zu gewollt urig-komisch.

Ich vermute aber, dass das vor allem Leser aus der Region Landshut ganz anderes sehen werden. Denn für sie gibt es reichlich Lokalkolorit, das es zu entdecken und bestätigen gilt.

Fazit: Wirklich guter Krimispaß, wenn auch nicht sakrisch guad.

Richard Dübell

Richard Dübell, geboren 1962, lebt mit seiner Frau und zwei Söhnen bei Landshut. Als Autor von historischen Romanen stürmt er seit Jahren die Bestsellerlisten. Mit „Allerheiligen“ legte er den ersten Band einer neuen Krimiserie vor. Mehr über Richard Dübell unter: www.duebell.de

Buchinfo: Allerheiligen von Richard Dübell, erschienen bei ullstein, Mai 2013, 416 Seiten, ISBN-13: 978-3-548-28486-6, € 9,99

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Kevin Brooks: Bis es dunkel wird

Privatdetektiv John Craines letzter Fall hat reichlich Staub aufgewirbelt. Zeit, die Stadt eine Weile zu verlassen bis Gras über alles gewachsen ist. Craine entscheidet sich für einen Abstecher nach Hale Island, wo er als Kind die Urlaube mit seinen Eltern verbracht hat. Doch es sind nicht nur sentimentale Erinnerungen, die ihn auf die Insel treiben. Er vermutet dort auch seine Halbschwester.

Krimi, Mord, DrogenNeunzehn Jahre sind es, seit John Craines Vater sich umgebracht hat. Er hatte zu der Zeit ein Verhältnis mit einer jungen Frau, Serina Mayo, von der er sich zugunsten von Craines Mutter trennte. Eine Entscheidung mit tödlichen Folgen, die John Craine nie richtig verwunden hat. Um seine Ruhe zu finden, hat er Informationen über Serina eingeholt und in Erfahrung gebracht, dass sie eine 18-jährige Tochter hat. Ist Robyn womöglich seine Halbschwester?

Plötzlich ist die Leiche weg

Als ihm der Polizeichef rät, nach seinem letzten Fall, der viel Staub aufgewirbelt hat, für eine Weile die Stadt zu verlassen, ist Craines Entschluss schnell gefasst. Er wird die Zeit nutzen und auf Hale Island das Geheimnis seines Vaters aufklären. Dass er dabei eine Leiche findet, die dann plötzlich verschwunden ist, dass ihm eine Schmugglerbande an den Kragen will und niemand ihm glaubt  und was es wirklich mit Robyn auf sich hat, hätte er sich dabei nicht träumen lassen.

Spannend und irgendwie speziell

Irgendwie fand ich den Anfang des Krimis lahm und so ganz weiß ich immer noch nicht, was ich davon halten soll. Ein saufender, koksender und Speed nehmender Privatdetektiv, der mit seiner vor Jahren verstorbenen Frau spricht, mietet sich aus sentimentalen Gründen in ein halb verfallenes Hotel ein. Er observiert seine Halbschwester, die ebenfalls auf Drogen ist und nichts von ihm weiß. Dabei gerät er tief in den Sumpf von Korruption, brutaler Gewalt und Mord.

Klingt komisch, ist auch komisch. Aber eben irgendwie auch sehr spannend und immer wieder überraschend. Ein Krimi, der ruhig und brutal ist, stellenweise langatmig und gleichzeitig packend. Für alle, die nicht auf 08/15 stehen, eine klare Leseempfehlung. Aber Vorsicht. Nichts für zarte Gemüter.

Autorenportrait

Kevin Brooks, geboren 1959, wuchs in einem kleinen Ort namens Pinhoe in der Nähe von Exeter/Südengland auf. Er studierte in Birmingham und London. Sein Geld verdiente er lange Zeit mit Gelegenheitsjobs. Seit dem überwältigenden Erfolg seines Debütromans „Martyn Pig“ ist er freier Schriftsteller.

Für seine Arbeiten wurde er mit renommierten Preisen ausgezeichnet, u.a mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem Buxtehuder Bullen. Für den Deutschen Jugendliteraturpreis wurde er innerhalb von sieben Jahren fünf Mal nominiert und hat den begehrten Preis auch schon zwei Mal erhalten – 2006 für „Lucas“ und 2009 für „The Road of the Dead“. Seit 2011 schreibt er auch Kriminalromane für Erwachsene.

Buchinfo: Bis es dunkel wird von Kevin Brooks, erschienen bei dtv.de, April 2013, 400 Seiten, € 9,95, ISBN 978-3-423-21431-5

Mehr spannende Unterhaltung:

Ich schenke Lesefreude zum Tag des Buches

Am 17. Februar bin ich auf Facebook über die Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ gestolpert. Als bekennende Bücherratte stand für mich sofort fest: Coole Idee, da mache ich mit. Zum Welttag des Buches am 23. April verlost jedes teilnehmende Blog ein Buch seiner Wahl. Kurz vor Deadline sind 961!! Blogs gemeldet.

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Blogger schenken Lesefreude – Das kannst Du gewinnen. (Cover: Ullsteinverlage.de)

Seit zwei Monaten hibbele ich jetzt vor mich hin und warte darauf, dass ich endlich die Verlosung für mein Buch starten darf. Die „Zeugin der Toten“ von Elisabeth Herrmann wird es sein. Gebunden und auch schon ein Mal gelesen aber in einem prima Zustand.

Den Toten eine letzte Ehre erweisen

Warum habe ich mich gerade dafür entschieden? Ich fand das Buch einfach irgendwie sehr berührend. Wie sich die Tatortreinigerin Judith Keppler bemüht, den Toten eine letzte Ehre zu erweisen. Ihren Respekt vor den Menschen, deren Hinterlassenschaften sie beseitigen muss, um die Wohnungen wieder bewohnbar zu machen. Sie sichtet Unterlagen, betrachtet sich alte Familienfotos, räumt hinter einem Leben auf.

Bis sie in der Wohnung einer ermordeten Frau plötzlich über ihre eigene Geschichte stolpert. Was hatte diese Frau mit ihr zu Tun. Wieso weiß sie so viel über Judiths Vergangenheit. Wurde sie etwas gerade wegen ihres Wissens getötet? Für Judith beginnt eine gefährliche Reise in ihre Kindheit im Heim.

Wem die Geschichte jetzt irgendwie bekannt vorkommt: Ja, das Buch ist kürzlich verfilmt worden. Ich habe den Film im Fernsehen gesehen und fand ihn – verglichen zum Buch – einfach nur schlecht. Das hat mich bestärkt, an „Zeugin der Toten“ festzuhalten.

Gewinnen geht ganz einfach

Wenn Du das Buch gerne haben möchtest, hinterlässt Du mir einfach

bis spätestens 29.04. 2013

unter diesem Artikel einen netten Kommentar.

Mit dem Kommentar erklärst Du Dich einverstanden, dass ich per E-Mail Kontakt zu Dir aufnehmen darf. Nur so kann ich an Deine Adresse (bitte NICHT in die Kommentare schreiben!) kommen und Dir das Buch zuschicken. Für Dich entstehen daraus natürlich keinerlei Verpflichtungen und es werden keine weiteren Mails, die nichts mit der Abwicklung des Gewinnes zu tun haben, erfolgen.

Verlost wird am 30.04.2013.

Und jetzt: Viel Spaß und viel Erfolg.

Und natürlich ein dickes Danke an die Organisatorinnen und Teilnehmenden der Aktion Blogger schenken Lesefreude!

Übrigens, Spiele mit der Macht von Marion Knaths verlose ich auch noch. Wer das Buch haben möchte und vielleicht sogar Lust hat, mit mir darüber zu diskutieren (keine Bedingung), kommentiert einfach in meinem Blog „Ulrike kommuniziert“ unter dem entsprechenden Beitrag.

Rattenscharf: Der König von Berlin

Wenn das mal nicht der Hauptgewinn ist! Der aufstrebende Kommissar Lanner wird aus der niedersächsischen Provinz in die Landeshauptstadt Berlin versetzt. Aber dort entwickelt sich alles ganz anders als erwartet. Lanner hüpft von einem Fettnapf in den nächsten und ausgerechnet eine Rattenplage bringt ihm den ersehnten Durchbruch und Respekt ein.

Im Garten eines Berliner Mietshauses wird eine Leiche gefunden. Niemand kannte den Mann, niemand vermisste ihn und in seiner Wohnung liegen Unmengen an Bargeld. Der Fall wird Kommissar Lanner zugewiesen.

Tödliches Rattengift

Fast zeitgleich stirbt der Chef der größten Schädlingsbekämpfungsfirma der Stadt einen mysteriösen Tod. So wie es aussieht, wurde er mit seinem eigenen Rattengift vergiftet. Potenzielle Täter gibt es reichlich, schließlich war der Tote nicht der angenehmste Zeitgenosse.

Ratten bestimmen über die Machtverhältnisse in Berlin. (Bild: rowohlt.de)
Ratten bestimmen über die Machtverhältnisse in Berlin. (Bild: rowohlt.de)

Beide Vorfälle scheinen miteinander in Verbindung zu stehen, doch die sich überschlagenden Entwicklungen überfordern „Dorfsheriff“ Lanner komplett. Er braucht dringend Unterstützung, aber möglichst so, dass die Kollegen nichts davon bemerken. Retter in der Not wird ausgerechnet ein früherer, verhasster Mitschüler aus Cloppenburg, der ebenfalls in Berlin gestrandet ist und sich als Aushilfskammerjäger durchschlägt.

Gemeinsam machen sie sich an die Entwirrung der Geheimnisse und geraten in einen Strudel dunkler Machenschaften aus dem ausgerechnet die Ratten der Ausweg sind.

Ratten an die Macht!

Witzige und gleichzeitig spannende Unterhaltung mit unerwarteter Wendung und irgendwie kurios, so lässt sich “Der König von Berlin wohl am besten beschreiben. Horst Evers hat eine gelungene Kombination aus Spannung und Humor abgeliefert, die in dieser Form selten ist. Gleichzeitig sind die Verflechtungen aus Politik und Macht und der daraus resultierende Irrsinn, über die Ratten die Stadt zu regieren, irgendwie vorstellbar.

“Der König von Berlin”, ein rattig gutes Buch!

Autorenporträt

Horst Evers, geboren 1967 in der Nähe von Diepholz in Niedersachsen, studierte Germanistik und Publizistik in Berlin. Er jobbte als Taxifahrer und Eilzusteller bei der Post und gründete 1990 zusammen mit Freunden die Textleseshow «Dr. Seltsams Frühschoppen». Horst Evers ist mehrfach preisgekrönt, u. a. erhielt er den Deutschen Kabarettpreis (2002) und den Deutschen Kleinkunstpreis (2008). Jeden Sonntag ist er auf radioeins zu hören. Seine Erzählbände «Die Welt ist nicht immer Freitag», «Gefühltes Wissen», «Mein Leben als Suchmaschine» und «Für Eile fehlt mir die Zeit» sind Bestseller. Horst Evers lebt mit seiner Familie in Berlin.

Buchinfo: Der König von Berlin von Horst Evers, erschienen bei rowohlt, September 2012, Hardcover, 384 Seiten, 19,95 €, ISBN 978-3-87134-743-6

Michael Sears: Am Freitag Schwarz

Investmentbanker Jason saß zwei Jahre hinter Gittern. Der Grund: Aus einer halben Milliarde Gewinn machte er eine ganze. Klingt gut, finden Sie? Leider war der Weg dahin aber alles andere als sauber und die Gewinnsteigerung gab es auch nur auf dem Papier. Mit seinen unlauteren Aktionen hat der erfolgsverwöhnte Jason auf einen Schlag sein Leben ruiniert. Als wäre das nicht genug, gerät er nach seiner Entlassung auch noch ins Visier skrupelloser Verbrecher.

Packend, schnell, emotional , überzeugend gut (Bild: privat)
Packend, schnell, emotional und überzeugend gut (Bild: privat)

Jasons Leben könnte besser nicht sein. Sein beruflicher Erfolg hat ihn zum Millionär gemacht. Luxus gehört für ihn zum Alltag. Seine wunderschöne Frau junge vergöttert er. Sein Kind macht das Glück perfekt. Eigentlich. Denn für Jason ist der berufliche Erfolg unverzichtbar. Also beginnt er klammheimlich, die Erfolgszahlen seines Teams “aufzubessern”. Bis seine unlauteren Aktionen auffliegen. Jason verliert alles, was ihm in seinem Leben wichtig war.

Gelingt der Neuanfang?

Dem Verbot, jemals wieder als Trader arbeiten zu dürfen, folgen zwei Jahr im Knast. In dieser Zeit verlässt ihn sein Frau. Sie nimmt den autistischen Sohn und einen großen Teil seines Geldes mit. Jason bleibt nur ein einsamer Neustart in seinem kleinen New Yorker Appartement.

Der Auftrag, dubiose Vorgänge an der Wallstreet aufzuklären kommt da gerade recht. Ein junger Börsenhändler ist unter mysteriösen Umständen bei einem Segeltörn ums Leben gekommen. Jason gerät ins Visier gewissenloser Verbrecher und bringt damit auch seinen kleinen Sohn in Gefahr.

Spannend, mitreißend, menschlich

Das Erstlingswerk von Michael Sears hat richtig Spaß gemacht. “Am Freitag Schwarz” ist nicht nur ein richtig guter, spannender Krimi. Er nimmt uns auch mit in zwei für Laien sehr komplexe Welten: In die der Börse und in die autistischer Kinder. Was die Börse angeht, profitiert Sears von seiner eigenen Wall Street Erfahrung. Ob eines seiner Kinder autistisch ist und seine Erfahrungen daher stammen, weiß ich nicht. Dafür weiß ich jetzt mehr über die Herausforderungen des täglichen Lebens, denen sich Autisten stellen müssen und mit welchen Methoden sie diesen begegnen. Und natürlich auch, wie jeder Einzelne ihnen dabei helfen kann.

Mich hat “Am Freitag Schwarz” noch beschäftigt, als ich es längst ausgelesen hatte. Die Kombination aus Spannung und “Menscheln” hat mir einfach gut gefallen. Und deshalb gibt es von mir eine klare Leseempfehlung für einen der besten und menschlichsten Krimis, die ich in letzter Zeit gelesen habe.

Autorenporträt
Michael Sears war Managing Director bei zwei Wall-Street-Unternehmen im Bereich Termingeschäfte, Anleihen- und Devisenhandel. Bevor er an der Columbia University seinen MBA machte, hat er als Schauspieler gearbeitet. Er ist verheiratet, Vater zweier Söhne und lebt heute in Sea Cliff, New York.

Buchinfo: Am Freitag Schwarz von Michael Sears, erschienen bei dtv, November 2013, 432 Seiten, € 9,95, ISBN 978-3-423-21409-4

Die Tote im Main: Niemand kennt ihr Gesicht

Am Main-Staukraftwerk wird eine grausam entstellte Mädchenleiche angespült. Hauptkommissar Winter setzt alles daran, den Fall aufzuklären. Als seine Kollegin, Hilal Aksoy, im Laufe der Ermittlungen feststellt, dass Winters Tochter die Tote kannte, spitzt sich die Situation für Winter zu. Handelte es sich womöglich um einen Ritualmord? Und ist Winters Tochter ebenfalls in Gefahr?

Hauptkommissar Andreas Winter ist genervt. Sein langjähriger Kollege lässt sich versetzen und ihm wird die nervtötend politisch korrekte Kollegin Hilal Aksoy zur Seite gestellt. Ihre übersprudelnden Ideen, die sie jedem unter die Nase reiben muss, gehen ihm gewaltig gegen den Strich. Mit seinem alten Kollegen lief einfach alles reibungslos Hand in Hand. Dazu kommt noch der Stress daheim. Seine 16-jährige Tochter schwänzt die Schule und hat einen dubiosen Freund, den die Eltern noch nie zu Gesicht bekommen haben.

Wer ist das Mädchen ohne Gesicht?

Bei kaltem Nieselregen auf der Staustufe herum zu klettern, um mit Aksoy nach Spuren zu suchen, die den Fall des gesichtslosen Mädchens aufklären könnten, fehlte ihm da gerade noch. Und wie nicht anders zu erwarten, bringt ihn die übereifrige neue Kollegin mit ihren ständig wechselnden Theorien von einem Fettnapf in den anderen.
Als der Fall zu den Akten gelegt werden soll, taucht an der gleichen Stelle eine neue Leiche auf. Hat Winters Tochter etwas mit den Toten zu tun? Sie wurde am Vorabend an der Staustufe gesehen und kannte auch das erste Opfer. Winter muss sich aus dem Fall zurückziehen und sich auf Kollegin Aksoy verlassen.

Auch deutsche Krimis haben ihre Stärken

Ich lese gerne deutsche Krimis. In aller Regel kommen sie ruhiger und weniger actiongeladen daher, als ihre amerikanischen “Kollegen”. Und das muss überhaupt nicht nachteilig für die Story sein. Wenn dann aber noch mit zahlreichen falschen Fährten und diversen Nebenschauplätzen, wie zum Beispiel die private Problematik Winters, gearbeitet wird, kann das der Spannung Abbruch tun.
Bei Staustufe ist das leider passiert. Eine eigentlich wirklich gute Story wird so lange verwässert, bis man kurz davor ist, aufzugeben. Was überaus schade wäre. Denn zum guten Schluss nimmt der Fall eine wirklich unerwartete Wendung.

Autorenportrait:
Alex Reichenbach studierte Amerikanistik und Politologie und lebt und schreibt in Frankfurt am Main. «Staustufe» ist der erste Band in der Reihe um Hauptkommissar Andreas Winter und seine türkische Kollegin Hilal Aksoy.

Buchinfo
Staustufe von Alex Reichenbach, erschienen bei rororo, September 2011, 384 Seiten, €8,99, ISBN 978-3-499-25539-7