Leckere Brötchen einfach selbst gemacht

350 g Weizenmehl, 150 g Roggenmehl, 20 g Salz, 1/2 Würfel Hefe, 300 ml Wasser und fertig sind die leckeren, selbst gebackenen Brötchen. Ein Rezept, das auch Anfängern auf Anhieb gelingt.

Manchmal stolpert man ja per Zufall über leckere Rezepte, die man künftig nicht mehr missen möchte. Mir ist das mit dem weltbesten Pizzateig passiert. Heißhunger auf Flammkuchen war der Auslöser und dafür nehme ich üblicherweise besagten Pizzateig als Boden.

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Alles also kein Problem. Eigentlich. Denn bei der Teigherstellung kam die Erkenntnis: Nur noch 350 statt 500 Gramm Weizenmehl daheim. Heißhunger auf Flammkuchen aber unverändert hoch. Also wurden die fehlenden 150 Gramm durch Roggenmehl ersetzt, ein Flammkuchen geformt und testweise aus dem restlichen Teig Brötchen geformt. Und was soll ich sagen?! Es war klasse! Beides. Sowohl der Flammkuchen, dem der etwas herzhaftere Geschmack im Boden überhaupt nicht geschadet hat und die Brötchen, die richtig lecker waren. Auch noch am Folgetag. Die gibt es jetzt öfter.

Die Zutaten
  • 350 g Weizenmehl
  • 150 g Roggenmehl
  • 20 g Salz
  • 1/2 Würfel Hefe
  • 300 ml Wasser

Einzige Änderung – abgesehen vom Mehl – zur perfekten Pizza: Ich gebe ein wenig mehr Hefe dazu.

Die Zubereitung
  • 300 g Weizenmehl, 20 g Salz, 1/2 Würfel Hefe mit 300 ml Wasser kräftig verrühren, bis der Teig ohne Klümpchen ist. Die Hefe muss nicht aufgelöst, das Wasser nicht erwärmt werden. Der Teig ist jetzt dickflüssig wie bei Pfannkuchen oder Waffeln.
  • Zirka 30 Minuten ruhen lassen. Die Ruhezeit hängt immer auch von der Raumtemperatur ab, man sollte schon ein paar Blasen sehen. Anschließend mit den Rührbesen des Mixers eine Weile kräftig durchrühren.
  • Rührbesen gegen Knethaken wechseln und das restliche Mehl unterkneten.

Ich portioniere den Teig dann gleich, lege die Teiglinge auf Backpapier und lasse sie nochmal etwas gehen. Wenn man den Teig am Abend anrührt, müsste man die Teigstücke auch gut im Kühlschrank lagern und am nächsten Morgen backen können. Muss ich aber noch ausprobieren.

Ab in den Ofen

Backofen auf 220 Grad Celsius vorheizen (Ober/Unterhitze), dabei eine feuerfeste Schale mit Wasser auf den Boden stellen.

Blech in den aufgeheizten Backofen schieben und 10 min bei 220 Grad Celsius, dann auf 200 Grad zurückdrehen und fertigbacken. Bei mir sind das etwa 20 Minuten. Das kann sich aber von Backofen zu Backofen unterscheiden, also immer mal wieder einen Blick darauf werfen.

Werden die Brötchen gleich nach dem Abkühlen eingefroren, schmecken sie auch ohne Aufbacken sehr gut, wenn man sie bei Raumtemperatur auftaut.

Bei mir ergibt die Menge acht Brötchen, die zwar etwas kleiner sind, als normalen Bäckerbrötchen, dafür aber auch gehaltvoller und saftiger.

Und wer Gluten nicht verträgt, findet im Glutenfreien Fünf-Minuten-Brot leckere Alternativen.

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Vegan backen und kochen mit Kokos

Kokos ist Trend und Kokos wird von vielen heiß geliebt. Wer mehr davon kennenlernen möchte als nur die obligaten Kokosflocken und die Cocosmilch im Curry, trifft mit dem vegangen Koch- und Backbuch “Kokos” eine gute Wahl.

Kokos, vegan, backen, kochenKokos ist in aller Munde. Zumindest bekommt man den Eindruck, wenn man durch die Läden geht. Da stehen plötzlich Tetrapacks mit Kokoswasser neben Energiedrinks. Kokosmehl und Kokosblütenzucker bevölkern das Regal mit den asiatischen Lebensmitteln und Kokosseife das Seifenregal. Kurzum Kokos ist im Trend und das nicht mehr nur als mehr oder weniger geschmacksneutrale Flocken für die altbekannten Kokosmakronen.

Marie Laforêt hat sich des Themas angenommen und bringt ihre Leser auf leckere Kokosideen. Zur Freude vieler Fans der leckeren Frucht ist die Mehrzahl davon den Süßspeisen zuzurechnen.

Leckere vegane Kokos-Ideen

Mein Favorit auf den ersten Blick: Der Kokos-Mango-Käsekuchen. Spekulatius, Kokosraspel, Tofu, Kokosmilch, Cashewmus, Zucker und Mango werden hier zu einer Komposition vereint, die mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Wobei die Kokos-Kiwi-Pannacotta und die Schoko-Kokos-Cupcakes durchaus ebenfalls ihren Reiz haben.

Die Pastinaken-Kokos-Cremesuppe wird es denmächst bei mir geben. Sie klingt nach dem passenden Abendessen für die kalte Jahreszeit. Und zum Frühstück gibt es dann einen Energie-Smoothie mit Banane, Orange, Kokosmilch, Kokoswasser und einer ordentlichen Portion Ingwer.

Komplettiert wird das kleine aber feine Buch mit viel Wissenswertem über die Kokosnuss und ihrer Verwendungsmöglichkeiten.

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Schoko-Kokos-Cupcakes

Marie Laforêt hat mit “Kokos” ein Buch abgeliefert, das ebenso schlicht ist, wie der Titel und genau deshalb Lust aufs Nachkochen/-backen macht. Obwohl ich jetzt nicht der mega Kokosfan bin, werde ich definitiv einige Rezepte umsetzen.

Für mich ist das ein sehr schönes Buch für Kokosliebhaber allgemein und Menschen, die sich vegan ernähren, im Besonderen und damit eine Kaufempfehlung.

Marie Laforêt

Marie Laforêt ist passionierte Veganerin und engagiert sich für eine Genießerküche, die sich an gesundheitlichen und ethischen Grundsätzen orientiert. Ihre kulinarischen Entdeckungen und Experimente verrät sie auf ihrem französischen Blog 100-vegetal.com („100 % vegan“).

Als Fotografin illustriert sie ihre Rezepte selbst und beteiligt sich an zahlreichen Gemeinschaftsprojekten für eine verantwortungsbewusste Ernährung. Sie hat mehrere Bücher zur veganen Küche in Frankreich veröffentlicht; in deutscher Sprache ist von ihr bereits „Backen ohne Milch und Ei – vegane Desserts“ erschienen.

Buchinfo: Kokos – Süße und pikante Rezepte aus der vegangen Küche von Marie Laforêt, erschienen bei Hädecke 2014, gebunden, 88 Seiten, 51 Farbfotos, € 12,95, ISBN 978-3-7750-0672-9

Kein Brot im Haus? Dieses Bauernbrot ist schnell gebacken

Wenn es schnell gehen muss, gibt es bei mir auch mal ein Brot mit Hefe, wie dieses sehr leckere Bauernbrot.  Durch die kurze Gehzeit ist es, anders als die von mir bevorzugten Sauerteigbrote, nach anderthalb Stunden im Ofen und in den anderthalb Stunden arbeitet es weitgehend alleine vor sich hin. Für mich das perfekte Anfängerbrot für unerfahrene Brotbäckerinnen und -bäcker.

Bauernbrot schnell und einfach selbst backen
Frisch gebacken: Bauernbrot (Foto: Ulrike Rosina)

Ende August war ich beim ersten #BookupDE in der Schiller Buchhandlung in Stuttgart Vaihingen. Und seither bin ich allen Anwesenden das Rezept für ein Bauernbrot schuldig. Ebenfalls anwesend war nämlich der Hädecke Verlag, mit einigen leckeren Köstlichkeiten aus diversen Backbüchern. Begeistert von den Leckereien, habe ich mich spontan bereit erklärt, selbst gebackenes Brot mitzubringen. Zur Sicherheit sollte es ein Bauernbrot sein, das zu allem passen würde.

Hier jetzt das Rezept dazu, das ich im Wesentlichen vom Blog Feinschmeckerle übernommen habe. Ich habe es schon oft gebacken und runde den Geschmack immer mit etwas Brotgewürz von der Hegnacher Mühle ab. Außerdem ersetze ich die Butter und den Honig durch einen Schuss neutrales Pflanzenöl und etwas Zucker. So ist das Brot vegan und kann von allen Ernährungsstilen ohne Reue verzehrt werden. Außerdem war mein Eindruck, dass das Brot mit Öl länger saftig bleibt als mit Butter.

Schnell und einfach ein leckeres Bauernbrot backen
  • 25 g frische Hefe mit etwas Zucker und ein klein wenig Wasser in einer kleinen Schüssel verrühren, bis keine Hefeklümpchen mehr vorhanden sind.
  • 30 Minuten ruhen lassen.
  • 250 g Weizenmehl (ich nehme immer Typ 405, also das „ganz normale“), 125 g Roggenmehl TYP 1150 und 500 ml lauwarmes Wasser kräftig verrühren.
  • 30 min ruhen lassen.

Dann weitere 250 g Weizenmehl, 125 g Roggenmehl, ca. 20 g Salz, 2 bis 3 Messerspitzen Brotgewürz (hier sollte man sich langsam herantasten, bis man seinen persönlichen Geschmack getroffen hat), 1 TL Honig oder ein klein wenig Zucker, einen Schuss neutrales Öl oder 10 g weiche Butter zu der Mehl-Wasser-Mischung geben. Die aufgelöste Hefe darüber gießen und auf kleiner Stufe mischen, bis der größte Teil des Mehls untergearbeitet ist. Dann auf hoher Stufe etwa fünf Minuten kneten.

Kreativität kann ein Gärkörbchen ersetzen

Ein Gärkörbchen gut mit Speisestärke, Maismehl oder Mehl ausstreuen. Wer kein Gärkörbchen hat, kann auch z.B. ein Brotkörbchen oder ein großes Sieb mit einem sauberen Geschirrtuch auslegen und das Tuch gut bemehlen. Wer auch das nicht hat, formt den Brotteig auf Backpapier, das deutlich breiter ist, als das Brot, klappt die Seitenteile nach oben und legt der Länge nach rechts und Links eine Flasche. Die sollte nicht wegrollen können.

Den Teig auf leicht bemehlter Arbeitsfläche für das Gärkörbchen formen. Vorsicht, nicht viel Mehl unterkneten, sonst reißt das Brot in den „Falten“ beim Backen zu sehr, so wie es bei mir in der Eile passiert ist.

Teig zirka eine Stunde gehen lassen. Ich schiebe dazu das Gärkörbchen immer in eine Plastik-Einkaufstüte (natürlich neu und sauber), dann trocknet die Teigoberfläche nicht aus.

Ofen auf 250° C vorheizen. dabei eine feuerfeste Schale mit Wasser auf den Backofenboden stllen. Brot etwa 10 Minuten auf der unteren Schiene bei 250° C backen, dann den Herd auf 200° C zurückdrehen und weitere ca. 50 Minuten backen. Bei meinem Ofen dauert es immer etwas länger. Ich lese immer wieder, dass das Brot durchgebacken ist, wenn es hohl klingt, wenn man auf den Boden klopft. Wie man das im 200° C heißen Ofen mit dem ebenso heißen Brot macht, weiß ich aber nicht. 😉

Auskühlen lassen und los geht’s! Übrigens, wenn man das Brot gleich ganz frisch durchschneidet, sobald es kalt ist, die Hälfte in einen Gefrierbeutel packt und einfriert, schmeckt es nach dem Auftauen fast wie frisch. Zum Auftauen aber dann aus der Tüte nehmen auf die Schnittfläche stellen.

Lust auf eine leckeres Sauerteigbrot? Gibt es auch in diesem Blog.

Und wer auf Gluten verzichten muss, findet in dem Buch Glutenfreies Fünf-Minuten-Brot von Hertzberg und Francois zahlreiche Anregungen.

Vegan backen: Kirschtorte Schwarzwälder Art Xmas-Edition

Weihnachten ist nicht mehr fern. Für Menschen, die sich vegan ernähren, kein ganz einfaches Fest, gilt es doch, unterschiedliche Ernährungsformen elegant unter einen Hut zu bringen. Für den Nachmittagskaffee ist meine vegane Schokotorte mit Kirschen nach Schwarzwälder Art eine leckere Nascherei, die Geschmäcker verbindet. Natürlich nicht nur an Weihnachten.

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Vegane Kirschtorte Schwarzwälder Art (Foto: Ulrike Rosina)

Vegane Torten haben sich so ein klein wenig zu meinem Steckenpferd gemausert und die Schwarzwälder Kirschtorte stand schon lange auf meiner Ideenliste. Ausschlaggebend für die Umsetzung waren jetzt zwei Dinge:
ein Paket Birkengold Birkenzucker, den ich testen wollte

eine Blogparade „Vegane Weihnachtsbäckerei“ im RundumVegan-Blog

Der Teig

Für den Teig habe ich die Vorlage aus “Tines vegane Backstube” leicht abgewandelt.

Teigzutaten für eine kleine Springform (18 cm):

  • 220 g Mehl
  • 1 EL Backkakao (nicht Kaba oder sowas)
  • 80 g Birkenzucker
  • etwas Vanille nach Geschmack
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver
  • 1 Prise Salz
  • 240 ml Mineralwasser (bei mir mit Sprudel)
  • 80 ml Pflanzeöl (Sonnenblumen, Raps…)
  • 1 Spritzer frische Zitrone (war bei mir ein kräftiger Spritzer)
  • ein paar Teelöffel Kirschwasser nach Geschmack (nicht mitbacken, hinterher beträufeln)
  • Backofen auf 175° vorheizen (Ober- und Unterhitze)
  • alle trockenen Zutaten in einer Schüssel miteinander vermischen
  • die flüssigen Zutaten dazu geben
  • kräftig mixen
  • in die gefettete Springform füllen
  • ca. 45 min backen (Stäbchenprobe)
  • komplett auskühlen lassen
  • in der Mitte halbieren (horizontal)
  • beide Hälften auf der Schnittseite vorsichtig mit etwas Kirschwasser beträufeln und einziehen lassen (nicht zu viel, sonst wird der Teig matschig)
Die Kirschmasse

Ein Glas Schattenmorellen mit der Flüssigkeit in einen Topf geben. Mit etwas Vanille und einem Beutel Agartine oder einem anderen vegangen Bindemittel, das die Flüssigkeit nicht trübe macht, verrühren.

Nach Packungsanleitung aufkochen, einen Schuss Kirschwasser unterrühren und abkühlen lassen.

Hinweis:

  • Bei mir hat ein Päckchen Agartine nicht ganz gereicht, um die Masse so fest zu machen, wie ich das gerne haben wollte. Ich habe aber auch keine Erfahrung damit.
  • Kirschen vor der Teigzubereitung kochen, damit sie fast fest sind, wenn der Kuchen ausgekühlt ist
  • Reste der Kirschmasse schmecken lecker im Joghurt
Die Sahne

Zu einer Kirschtorte Schwarzwälder Art gehört Sahne. Bei mir – wie immer – HeLa Schlagfix universelle Schlagcreme (z.B. für 0,79 € im Kaufland). Die ist sehr ergiebig und lässt sich prima verarbeiten.

Zutaten:

  • 1 Päckchen Schlagfix ungesüßt (200 ml, Tetrapack)
  • 2 EL Puderzucker (der Birkenzucker war mir hier zu grob)
  • 2 Päckchen Sahnesteif

Alles kräftig mixen bis eine schöne steife Masse entstanden ist.

Der Zusammenbau
  • 1/3 der Sahne in einen Spritzbeutel füllen. Wer keinen hat, nimmt einfach einen Gefrierbeutel und schneidet dann unten eine Ecke ab.
  • auf die Bodenplatte außen einen Ring Sahne spritzen. Er verhindert, dass die Kirschen rauslaufen können.
  • das Innere des Rings mit Kirschen auffüllen
  • zweite Platte darauf legen
  • restliche Sahne in den Beutel füllen und auf den Deckel spritzen
  • In der Mitte einen kleinen Kreis frei lassen und mit Kirschenzubereitung füllen

Das Törtchen jetzt kühl stellen und mindestens über Nacht durchziehen lassen, damit sich die Aromen (der Schnaps!) gut mischen können. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben (Schneegestöber).

Wer mag, kann die Sahne außen natürlich auch verstreichen. Da Schlagfix richtig reinweiß ist, finde ich es so aber schöner. Wie eine Schneelandschaft eben. Deshalb habe ich auch mit dem Gefrierbeutel und ohne Tülle gearbeitet.

Wenn das mal kein ideales Mitbringsel zum Weihnachtskaffee bei den nichtveganen Schwiegereltern ist?! Oder die leckere Überraschung für nichtvegane Verwandte und Freunde, die zum Fest der Liebe einfallen.

Dan Mays Chili Kochbuch bringt Feuer in den Speiseplan

Vor einigen Wochen habe ich Chilis neu für mich entdeckt. Generell ist meine Lust auf mehr Feuer im Essen “im Alter” gestiegen. Deshalb musste ich sofort zuschlagen, als beim #bookupDE in der Schiller Buchhandlung in Stuttgart Dan Mays Chili Kochbuch vom Hädecke Verlag vorgestellt wurde.

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(Cover: Hädecke Verlag)

Und ich muss sagen, schon beim ersten Durchblättern hatte ich Lust aufs Nachkochen. Schuld daran waren die farbenfrohen, vielgestaltigen Chilischoten, in die – wüsste man nicht, was die Folgen wären – man am liebsten reinbeißen würde. Dazu die leckeren Gerichte, die auf rustikalen Tellern, Töpfen und Pfannen auf grob bearbeiteten Holztischen angerichtet sind. Fotos mit Sabbergarantie!

Kaum war das Buch im Haus, landete die Chili in der Pfanne

Kein Wunder also, dass noch am gleichen Abend, als das Buch eingetroffen ist, die “Spanische Tortilla mit gerösteten Piquillos” in der Pfanne schmorte. Zwar musste ich, wie in der Empfehlung angegeben, die Piquillos durch rote Spitzpaprika ersetzen. Die hatte ich nämlich daheim. Damit es nicht zu sanft wurde, kam noch eine halbe Chilischote dazu. Auch die lag im Kühlschrank. Ich gestehe, neben der Verfügbarkeit der Zutaten war es die Kennzeichnung mit nur einer von vier Chilischoten. Lieber langsam beginnen und mich rantasten, wie scharf “scharf” bei Dan May ist.

Als nächstes stehen übrigens die “Huevos Rancheros”, Spiegeleier nach Farmerart, auf dem Plan. Mit drei von vier Schoten. Dazu muss ich aber erst meine Auswahl an Chilischoten ausbauen. Eventuell gehe ich auch unter die Züchter, denn Dan May geht ausführlich auf Geschichte, Verbreitung und Aufzucht von Chilis ein. Müssen eben nur die Samen für die ausgefalleneren Sorten her.

Spanische Tortilla mit gerösteten Piquillos (Foto: CC:by-sa-nc)
Spanische Tortilla mit gerösteten Piquillos (Foto: CC:by-sa-nc)
Im Herbst gibt es einen pikanten Schmortopf

Und sobald es kühler wird, gibt es einen der mega lecker aussehenden Schmortöpfe aus Italien oder Texas oder Marokko oder der Provence.

Dan May nimmt seine Leser nicht nur mit in die vielfältige Welt der Chilis, sondern auch auf seine Streifzüge durch die Kontinente. Sein Chili Kochbuch ist international. Von den Suppen, über die Vorspeisen, zu den Hauptspeisen und den Beilagen, bis zu den Desserts und Getränken. Von süßlich-pikant bis atemberaubend. Übrigens, Vegetarier_innen finden in allen Rezeptgruppen einige geeignete Gerichte. Für Veganer_innen wird es schwieriger. Einige Dinge sind zwar geeignet, wenn die Butter durch Margarine ersetzt wird, aber gerade die Hauptgerichte sind überwiegend „tierlastig“.

Kaufen, Chilis einkaufen, loslegen! Das Chili Kochbuch ist ein Muss für alle, die auf Pep im Essen stehen.

 

Dan May

Seine Reisen als Landschaftsfotograf brachten Dan May zu den abgelegensten Orten der Welt, an denen er nicht nur die unterschiedlichsten Chilischoten entdeckte, sondern auch Menschen begegnete, die damit kochen und diese Zutat lieben. 2005 pflanzte er als Hobby die ersten Chilischoten an und bevor er wusste, wie ihm geschah, hatte er die größte Chilifarm der nördlichen Hemisphäre.

Buchinfo: Chili Kochbuch von Dan May, erschienen bei Hädecke, 160 Seiten, gebunden, 86 Farbfotos (Peter Cassidy), € 26,00, ISBN 978-3-7750-0640-8. Danke für die Überlassung des Buches zur Rezension.

Schoko-Himbeer-Kuchen nach Nigel Slater

Kürzlich habe ich von Nigel Slaters “Küchentagebuch” geschwärmt, das in meinen Augen viel mehr ist, als ein Kochbuch. Es ist eine Einladung in Nigel Slaters Küche. Kaum war es im Haus, habe ich das erste Backrezept leicht abgewandelt umgesetzt.

Schokoladen-Zwetschen-Kuchen stand bei Nigel Slater am 29. August auf dem Plan. Eine Kombination, die meinen Gaumen alleine beim Gedanken daran zum Tropfen brachte. Dummerweise war Sonntag und keine Zwetschgen im Haus. Auch die diversen Rohrzuckerarten, die im Originalrezept verwendet werden, hatte ich nicht.

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Zwetschen-Schoko-Kuchen ohne Zwetschgen (CC: by-sa-nc)

Dafür hatte ich frische, leckere Himbeeren, ein paar frische Mirabellen. Die kräftig schmeckenden Himbeeren konnte ich mir auf Anhieb gut in einem saftigen Schokoladenkuchen vorstellen. Mirabellen weniger, aber auch das wollte ich probieren. Leider war nur die gute alte Blockschokolade im Haus, aber die würde es für den ersten Test tun.

Die Zutaten (für 8 Personen)

  • 250 g dunkle Schokolade
    250 g Butter
    3 Eier
    knapp 200 g Zucker (Slater nimmt 125 g Muscovado-Zucker und 125 g braunen Zucker)
    60 g Mehl
    eine Prise Backpulver
    2 EL ungesüßtes dunkles Kakaopulver
    250 g frische Himbeeren (die Mirabellen waren nicht der Hit, deshalb hier nur Himbeeren)

Den Backofen auf 180 °C vorheizen. Eine quadratische oder Kastenform mit Backpapier auslegen (sehr zu empfehlen, da das Schokoladenträumchen sehr sehr zart ist).

Los geht’s

  • Schokolade in Stücke brechen und über dem Wasserbad schmelzen (Vorsicht: nicht zu heiß werden lassen)
    Butter zur Schokolade geben und ebenfalls unter Rühren schmelzen
    Eier trennen
    Eigelbe mit dem Zucker hell und schaumig schlagen
    Geschmolzene Schokoladenbutter sanft, aber gründlich unterrühren
    Mehl, Backpulver und Kakao vorsichtig zur Mischung geben
    Eiweiß zu steifem Schnee schlagen
    Vorsichtig unter die Teigmischung heben, nicht zu stark rühren
    Masse in der Form verteilen
    Himbeeren auf den Teig geben und mit einer Gabel leicht nach unten drücken

Ca. 50 min Backen. Backzeit hängt immer vom Ofen ab. Stäbchenprobe!

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Der schmeckt auch traumhaft, wenn er in der Mitte noch nicht durchgebacken ist. 😀

Viel Spaß mit diesem traumhaften Hüftschmeichler nach Nigel Slater.

Originalrezept aus „Das Küchentagebuch“ von Nigel Slater, erschienen bei Dumont, August 2014, 532 Seiten, Hardcover, € 39,99, ISBN 978-3-8321-9477-2.

Meine Meinung zum Buch hier im Blog: Das Küchentagebuch von Nigel Slater

Nachgekocht: Gefüllte Tomaten (vegan)

Vegan backen: Mokkatorte

Aller guten Dinge sind drei, dachte ich mir und nahm das dritte vegane Törtchen in Angriff. Mokkacreme sollte es sein und der Teig am besten schokoladig. Was soll ich sagen? Auch die Nummer drei war ein voller Erfolg, obwohl Teig und Creme inprovisiert waren.

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Vegane Mokkatorte (CC: by-nc-sa)
Die Teigzutaten (für eine 20 cm Springform)
  • 300 g Mehl
  • 100 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • etwas Vanille
  • 1 Päckchen Weinsteinbackpulver
  • 1 kräftiger Spritzer Zitrone
  • 75 ml Öl
  • 1 kleiner, sehr starker Espresso
  • 300 ml Sprudelwasser
  • 100 g geschmolzene Blockschokolade oder andere dunkle Schokolade (Vorsicht: Es darf kein Wasser in die Schokolade kommen und die Schokolade sollte auch nicht zu heiß werden, sonst klumpt sie unter Umständen. Ich koche immer das Wasserbad auf, schalte die Platte dann ab und lasse die Schokolade im Schmelztiegelchen unter gelegentlichem Rühren langsam schmelzen.)
Die Cremezutaten
  • 200 ml LeHa Schlagfix universelle Schlagcreme ungesüßt, gekühlt
  • 2 Päckchen Sahnesteif
  • 2-3 El Puderzucker
  • 100 geschmolzene Nougatmasse, abgekühlt
  • 1 kleiner, sehr starker Espresso
  • Schoko-Mokkabohnen (Bitterschokolade)
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Vegan Mokkatorte (CC:by-nc-sa)
Die Zubereitung des Teiges
  • Alle trockenen Zutaten mit einem Löffel vermischen, die Flüssigkeiten zugeben und mit dem Mixer einige Minuten gut durchmischen. Zum Schluss die geschmolzene Schokolade unterheben (Schmelztiegelchen kann dann gleich für die Nougatmasse verwendet werden, nicht reinigen)
  • Ofen auf 180° C vorheizen.
  • Form fetten (z.B. mit Margarine). Ich bestreue zumindest den Boden und die Ecken zusätzlich noch mit wenig Grieß. Teig einfüllen.
  • Ca. 45 Minuten auf der mittleren Schiene backen. Da die Backzeit von Ofen zu Ofen unterschiedlich ist, einfach ab und zu ein Auge darauf haben und Stäbchenprobe machen.
  • Den Kuchen komplett auskühlen lassen und dann zwei Mal waagerecht halbieren.
Zubereitung der Creme
  • Nougat über dem Wasserbad schmelzen.
  • Nougatmasse etwas abkühlen lassen.
  • Gekühlte Schlagcreme in eine Schüssel geben, etwas anschlagen. Sahnestand dazu geben, aufschlagen, Puderzucker darüberstreuen, nochmals mixen.
  • Etwas weiße Creme zur Garnitur zur Seite stellen.
  • Abgekühlten Espresso unter die geschmolzene Nougatmasse rühren. Sollte die Masse etwas krisselig sein, nochmals kurz über dem Wasserbad rühren, bis sie wieder glatt ist.
  • Unter Rühren die Mokka-Nougatmasse untermischen. Bei mir war die Creme dann immer noch gut streichfähig und ich konnte gleich weiterarbeiten. Sollte sie zu weich sein, weil die Nougatmasse noch zu warm war, kurz in den Kühlschrank packen und gelegentlich umrühren, bis die Konsistenz passt.
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Vegan Mokkatorte (CC:by-nc-sa)
Die Torte bauen
  • Untere Teigplatte auf einen Teller legen, mit der Mokkacreme bestreichen.
  • Zweite Platte darauflegen, wieder mit Creme bestreichen. Wer will, kann auch mehr weiße Creme zurück halten und eine helle Cremeschicht „einbauen“.
  • „Deckel“ drauf und rundum mit der restlichen Creme bestreichen.
  • Vor dem Anschneiden zwei bis drei Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.
  • Mit heller Creme und Schoko-Mokkabohnen garnieren.

Übrigens wölbt sich der Teig beim Backen immer leicht nach oben (kuppelförmig). Ich schneide das nicht weg, weil es mir gefällt, wenn die Torte oben ein bisschen rund ist.

Have Fun!

Mehr vegane Torten:

Erdbeer-Sahne-Torte

Schoko-Nougat-Nusstorte