Astrid Ruppert: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Liz ist fest davon überzeugt, dass sie niemals heiraten wird. Nie! Vielleicht ist sie gerade deshalb so eine gute Hochzeitsplanerin. Nüchtern, distanziert und ohne süße Verklärtheit bewahrt sie  den Blick für das Wesentliche und macht jede Hochzeit zu einem Traum für Braut und Bräutigam. Ausgerechnet als sie einen Fuße in die Tür der finanzkräftigen Gesellschaft ihrer Stadt setzen könnte, entgleiten Liz die Zügel. Wird ihre Nachbarin Annemie die Situation retten können?

Romantik, Hochzeit, Roman
(Cover: Ullsteinbuchverlage.de)

Liz ist mit Leib und Seele Hochzeitsplanerin. Liebe hält sie für eine Hormonverstimmung, die sie meidet wie die Pest. Liz ist erst dann glücklich, wenn sie alles im Griff hat. Ihr Leben, Ihre Firma, ihre Umgebung.

Wenn die Teppichfransen parallel liegen, geht es ans Backen

Ihre Nachbarin Annemie ist Anfang Sechzig und das genaue Gegenteil. Romantikerin bis zum Abwinken, aber bereits seit Jahren alleine. Wenn sie die Handtücher nach Farben sortiert hat und die Teppichfransen parallel gekämmt hat, gibt sie sich in der Küche ihrer Leidenschaft hin: liebevoll gestaltete Hochzeitstorten für Liz’ Brautpaare backen.

Ausgerechnet als die Hochzeit einer sehr betuchten Kundin geplant werden soll, wird Liz in einen Unfall verwickelt. Liz muss ins Krankenhaus und Annemie muss ihre Stelle in der Agentur einnehmen. Während Liz sich in der Klinik den Kopf zerbricht, ob der erhoffte Kontakt zu den oberen Zehntausend der Stadt jetzt baden geht, bricht bei Annemie im Laden der Schweiß aus. Sie fühlt sich mit der Beratung der verwöhnten Juwelierstochter Nina völlig überfordert. Kann das gut gehen?

Wer sich auf Romantik einlassen kann, ist hier genau richtig

“Wenn nicht jetzt, wann dann?” ist die passende Lektüre für verregnete Wochenenden, weil das Buch einfach irgendwie süß ist. Auch wenn die Geschichte einigermaßen leicht durchschaubar daher kommt, berührt die liebevolle Story. Annemie, deren Leben sich auf einen Schlag vollkommen verändert und die eine neue Liebe findet. Liz, die sich aller Vorsicht zum Trotz auf die Liebe einlässt. Und Nina, die lernt, dass Romantik und Kitsch nicht das Gleiche sind. Bezaubernd!

Wer keine Angst vor romantischen Geschichten hat, wird “Wenn nicht jetzt, wann dann?” von Astrid Ruppert mit Genuss lesen.

Alle anderen finden sicher in meinen sonstigen Rezensionen das Passende.

Astrid Ruppert

Astrid Ruppert hat viele Jahre als Redakteurin fürs Fernsehen gearbeitet, bis sie sich ganz aufs Schreiben konzentrierte. Sie lebt mit ihrem Mann in Wiesbaden.

Buchinfo: Wenn nicht jetzt., wann dann? von Astrid Ruppert, erschienen bei Ullstein, Oktober 2012, 400 Seiten, € 8,99, ISBN 978-3-548-28461-3

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Kleine Hommage an das Saarland

Für alle, die sich gerade nicht so sicher sind: Ja, das Saarland gehört zu Deutschland. Schon ziemlich lange jetzt sogar. Auch wenn es aufgrund seiner wechselvollen Geschichte immer mal wieder in Frankreich verortet wird. Die französischen Einflüsse sind ja nicht zu verleugnen, denn das „savoir vivre“ und „laisser faire“ der östlichen Nachbarn hat seine Spuren hinterlassen. Gepaart mit saarländischer Herzlichkeit führt dies zu einer Atmosphäre, in der Fremde schnell integriert werden.

Saarland
Die Saarschleife gehört wohl zu den bekanntesten Motiven des Saarlandes (www.tourismus.saarland.de)

25 Jahre ist es her, dass ich vom Saarland nach Baden-Württemberg gezogen bin. Und bei jedem Besuch in der alten Heimat fällt mir wieder auf: Die Saarländer sind irgendwie entspannter. Ob an dem Spruch „Im Saarland lebt man nicht, um zu arbeiten, sondern man arbeitet um zu leben“ liegt, weiß ich nicht.

Vielleich liegt es ja daran, dass auch unangenehme Themen ziemlich unverblümt auf den Tisch kommen und so zu einer schnelleren Klärung der Situation beitragen.Ich weiß es nicht. Auf jeden Fall aber mag ich die Kreativität und die Unkompliziertheit der Saarländer.

Saar-Bob

Da ist zum Beispiel die Aktion Saar-Bob. Die hat nichts mit dem gleichnamigen Baumeister oder mit der Frisur zu tun. Zum Saar-Bob wird, wer beim Feiern mit Freunden auf alkoholische Getränke verzichtet und den Fahrer oder die Fahrerin für die Freunde spielt. Mit großflächigen Werbeaktion hat wurde aktuell eine Kampagne für Wirte gestartet, die das Netz für Bob weiter ausbauen soll.

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Saar-Bob wirbt für verantwortlichen Umgang mit Alkohol

Als Dankeschön für das Verantwortungsbewusstsein, darf „Bob“ sich dann in Kneipen oder Diskotheken auf kostenlose Freigetränke freuen. Natürlich nur nichtalkoholische. Initiiert wird die Aktion durch das Landesinstitut für präventives Handeln, das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie und die Arbeitsgemeinschaft für Verkehrssicherheit.

Eine prima Idee, die ruhig Schule machen kann.

Saarzoom

Dem „Volk aufs Maul“ schaut saarzoom.de. Auf der noch jungen Plattform darf die Meinung gesagt werden. Entsprechend lautet das Credo:

SaarZoom ist eine Community-Plattform zum Meinungsaustausch – von Saarländern für Saarländer:

Dein Land. Deine Meinung!

Wir finden, die Meinung der Saarländerinnen und Saarländer ist zu wichtig, um nicht gehört zu werden:

Meinung muss öffentlich werden, wenn sie etwas bewirken soll.

Egal ob „politische Behäbigkeit, kulturelle Merkwürdigkeit, gesellschaftliche Rückständigkeit“, im Forum wird es diskutiert. Von Saarländern für Saarländer. Offen und ehrlich. Für die Zukunft sind auch Umfragen zu relevanten oder kontrovers diskutierten Saarland-Themen geplant. So können Verantwortlich ganz konkret mit Stimmungsbildern der Bevölkerung konfrontiert werden.

Saarzoom: Digitaler Leserbrief und mehr

Die Macher von Saarzoom  Bürgern wollen mit ihrer Plattform das Thema „Öffentlichkeit und Meinung“ in die „moderne“ digitale Welt integrieren. Interessierte und engagierte Menschen sollten gehört werden. Dabei politisch unabhängig zu bleiben und keiner Partei oder Organisation verpflichtet zu sein, ist für die Betreiber dabei eine wichtige Voraussetzung, um neutral mit Meinungen umgehen zu können.

logo_saarzoom

Für mich ein Schritt in die richtige Richtung. Warum sollen sich nur Unternehmen dem direkten Kundenfeedback stellen? Es wird höchste Zeit, dass Social Media in allen öffentlichen Bereichen ankommt. Ich jedenfalls habe die Seite bereits weiterempfohlen.

SaarCamp

Hach ja, das Saarland. Ich mag es. Auch wenn ich sehr gerne in Baden-Württemberg lebe. Es ist so einfach, mit fremden Menschen in Kontakt zu kommen. Außerdem lebt meine Familie noch da und das Essen ist auch nicht zu verachten. Deshalb war die Entscheidung, zum SaarCamp 2013 nach Saarbrücken zu fahren, schnell gefällt.

Hauptsach gudd gess

Abgesehen davon, dass die Sessions prima waren und ich viele spannende Kontakte knüpfen und Gespräche führen konnte, hat mich auch das Essen an früher daheim erinnert. Zu Mittag gab es butterzarten Rinderbraten mit Mini-Kartoffelklößen, Salat und natürlich soße. Bemerkenswert dabei das Mischungsverhältnis: Drei niedliche Knödelchen wurden von drei ordentlichen Scheiben Rinderbraten begleitet. Und auch der Hinweis „Ihr Leit, wenner ned satt werre, kommener nochemol vorbei unn hole Nohschlach“. Ein Satz, der nicht von allen „Ausländern“ verstanden worden war. Es waren tatsächlich welche in Sorge, sie könnten nicht satt werden.

Abends gab es dann eines der saarländischen Nationalgerichte: Schwenkbraten. Und da Schweinehals nicht jedermanns Sache ist, gab es dazu noch Putensteak und Rostwurst und Merguez. Der Alibi-Gemüsespieß wirkte daneben recht bescheiden auf dem Teller. Ok, kein wirklich gutes Pflaster für Vegetarier_innen.

Auch sonst war das SaarCamp eine gelungene Veranstaltung. Die Mischung war für meine Bedürfnisse ideal. Sicher lag das auch an der – im Vergleich zu sonstigen BarCamps, an denen ich teilnehme – eher geringen Teilnehmerzahl. Aber eben nicht nur. Die unkomplizierte Art der Saarländer hat sicher auch dazu beigetragen. Und natürlich die großzügig gemischten Cocktails von Sponsor Villeroy & Boch.

Näschdes Johr komm ich widder. Vasproch!

Saarland – Es kann nur eines geben!

Mehr Saarland gibt es hier:

Slow Mobil Karlsruhe: Kinder kochen und genießen

Im April feierte das Slow Mobil Karlsruhe auf der Slow Food Messe in Stuttgart seine Premiere. Das Projekt soll Kinder spielerisch und ganz selbstverständlich an eine gesunde und hochwertige Ernährung heranführen und sie für selbst zubereitete Gerichte sensibilisieren. 

Was dabei heraus kommt, wenn engagierte Menschen beschließen, dass auch Kinder wissen sollten, was sie essen, zeigt das pädagogische Projekt Junior Slow Karlsruhe e.V. .  Ein Bauwagen wurde mit Küche und Essplatz ausgestattet und kann von Schulen zur Aufklärung in Sachen gesunder Ernährung angefordert werden. Gemeinsam wird gekocht, über Zutaten und Gerichte geredet und natürlich gegessen.

Wie es dazu kam

Wie es dazu kam und was sich die Betreiber bei dem Konzept gedacht haben, erzählen sie am besten selbst:


Im April konnte ich mir das Ergebnis im Rahmen eines Bloggertreffens auf der Slow Food Messe Stuttgart ansehen. Noch war war alles leer und aufgeräumt, aber die Kinder für den nächsten Kurs standen schon in den Startlöchern. Wie es dann im Slow Mobil aussieht, hat der Verein im Video festgehalten:


Mir gefällt die Idee hinter dem Slow Mobil sehr gut, weil sie auch die Eltern mit einbindet. Sie werden vorab informiert, müssen ihre Zustimmung geben und werden um Unterstützung gebeten.

Das Slow Mobil braucht Unterstützung

Das Slow Mobil wird ausschließlich über Spenden finanziert. Wer helfen möchte, sei es „nur“ finanziell oder aktiv, einmalig oder dauerhaft, als Einzelperson oder als Unternehmen, ist herzlich willkommen.

DLRG Schorndorf: Schwimmen lernen und viel viel mehr

Mit über einer Million Mitglieder und Förderer ist die Deutsche Leben-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) die größte freiwillige Wasserrettungsorganisation der Welt. Damit es aber gar nicht erst zu Rettungseinsätzen kommen muss, verbringen unzählige ehrenamtliche Mitglieder ihre Freizeit damit, aus Nichtschwimmern Schwimmer zu machen. Und das kompetent, engagiert und sehr geduldig. Zumindest bei der Ortsgruppe Schorndorf.

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Wer schwimmen lernen will, ist bei der DLRG gut aufgehoben (Bild: privat)

Seit Kurzem kann ich mitreden: Schwimmen ist toll. Das Gefühl, sich ins Wasser zu werfen und zu merken, man wird getragen. Ja, ich weiß, diese Erfahrung hätte ich schon Jahrzehnte früher machen können. Habe ich aber nicht. Zum Glück. Denn dann wäre ich nicht auf das kompetente, sympathische und sehr geduldige Trainerteam für Erwachsene der DLRG-Ortsgruppe Schorndorf e.V. gestoßen.

Körperspannung, Körperhaltung, Gleiten

16 Wochen lang haben sie uns  jeden Donnerstag um 20 Uhr im Oskar-Frech-Seebad in Schorndorf erwartet, ermutigt und gelobt. Ok, etwas Schinderei war auch dabei. „Körperspannung, Körperhaltung, Gleiten, diese Begriffe werden Sie so oft hören, dass sie Ihnen zu den Ohren heraus kommen“, hieß es gleich zu Beginn. Schnell war klar, was wir – eine Gruppe von etwa 15 Erwachsene aller Altersklassen – hier lernen würden, würde nichts mit dem hilflosen Gestrampele manches „Schwimmers“ zu tun haben.

Schrittweise wurden wir an das kühle Nass gewöhnt, schließlich waren die Voraussetzungen ganz unterschiedlich. Während es die einen große Überwindung kostete, mit dem Kopf ganz unter Wasser zu tauchen, bekamen andere den Hintern nicht richtig hoch. Manchmal fühlte ich mich eher wie ein Blei-Entchen als wie ein Bade-Entchen. Aber alles kein Problem. Geduldig und mit einer gesunden Mischung aus Ansporn und Humor wurde auf jeden Einzelnen und seine Durchhänger eingegangen. So lange, bis es endlich klappt.

Und plötzlich trau ich mich

Mit das Schönste waren die strahlenden Gesichter meiner Mitstreiter, wenn wieder jemand seine größte Hemmschwelle überwunden und erlebt hat: Ist doch überhaupt nicht so schlimm gewesen!  Ich hätte zum Beispiel nie erwartet, dass es mir so wenig ausmacht, mich ins (Anfänger-) Schwimmbecken zu werfen und zu wissen, ich komme da schon irgendwie wieder hoch. Auch wenn ich noch nicht schwimmen kann.

Dieses Gefühl – ich kann mich fallen lassen und mir dabei völlig selbst vertrauen – werde ich auf jeden Fall  als wichtige Erfahrung auch in andere Bereiche mitnehmen. Und natürlich wieder ein Mal das Wissen, dass es nie zu spät ist, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Man muss es nur wollen.

Danke an die DLRG-Ortsgruppe Schorndorf

Liebes DLRG Schorndorf Team, danke für eure Geduld, euren Humor, euer organisiertes Lehrangebot. Danke auch für eure Freizeit, die ihr mir und allen anderen geschenkt habt. Ich warne schon mal vor: Wir werden uns wohl im Herbst wiedersehen. 😉

Über die DLRG-Ortsgruppe Schorndorf e.V.

Die DLRG-Ortsgruppe Schorndorf e. V. existiert seit 1949. Seit 1952 werden Schwimmkurse angeboten, aktuell acht Kinder- und 3 Erwachsenenkurse pro Jahr.  Wer interessiert ist, sollte sich frühzeitig anmelden. Gerade die Anfängerkurse sind schnell ausgebucht. Kein Wunder bei dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Getreu dem Motto „Jeder ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Rettungsschwimmer“ werden in zehn bis zwölf Abenden die Grundlagen der Lebensrettung gelehrt. Neben Schwimmausdauer und Verhalten im Krisenfall stehen dabei ebenso auf dem Plan wie Erste Hilfe und Wiederbelebung. Erfolgreiche Absolventen können Erlerntes dann z.B. als Rettungswache in den Freibädern und Badeseen der Region unter Beweis stellen.

Großen Wert legt man in Schorndorf auf die Jugendarbeit. Nur so kann der Fortbestand der für die Allgemeinheit wichtigen Organisation gesichert werden. Ausflüge werden organisiert, Gruppentreffen veranstaltet und Schulungen angeboten. In Kooperation mit dem Landesverband können auch Ausbildungen zum Bergetaucher, Bootsführer oder Sanitäter absolviert werden.

Ich schenke Lesefreude zum Tag des Buches

Am 17. Februar bin ich auf Facebook über die Aktion „Blogger schenken Lesefreude“ gestolpert. Als bekennende Bücherratte stand für mich sofort fest: Coole Idee, da mache ich mit. Zum Welttag des Buches am 23. April verlost jedes teilnehmende Blog ein Buch seiner Wahl. Kurz vor Deadline sind 961!! Blogs gemeldet.

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Blogger schenken Lesefreude – Das kannst Du gewinnen. (Cover: Ullsteinverlage.de)

Seit zwei Monaten hibbele ich jetzt vor mich hin und warte darauf, dass ich endlich die Verlosung für mein Buch starten darf. Die „Zeugin der Toten“ von Elisabeth Herrmann wird es sein. Gebunden und auch schon ein Mal gelesen aber in einem prima Zustand.

Den Toten eine letzte Ehre erweisen

Warum habe ich mich gerade dafür entschieden? Ich fand das Buch einfach irgendwie sehr berührend. Wie sich die Tatortreinigerin Judith Keppler bemüht, den Toten eine letzte Ehre zu erweisen. Ihren Respekt vor den Menschen, deren Hinterlassenschaften sie beseitigen muss, um die Wohnungen wieder bewohnbar zu machen. Sie sichtet Unterlagen, betrachtet sich alte Familienfotos, räumt hinter einem Leben auf.

Bis sie in der Wohnung einer ermordeten Frau plötzlich über ihre eigene Geschichte stolpert. Was hatte diese Frau mit ihr zu Tun. Wieso weiß sie so viel über Judiths Vergangenheit. Wurde sie etwas gerade wegen ihres Wissens getötet? Für Judith beginnt eine gefährliche Reise in ihre Kindheit im Heim.

Wem die Geschichte jetzt irgendwie bekannt vorkommt: Ja, das Buch ist kürzlich verfilmt worden. Ich habe den Film im Fernsehen gesehen und fand ihn – verglichen zum Buch – einfach nur schlecht. Das hat mich bestärkt, an „Zeugin der Toten“ festzuhalten.

Gewinnen geht ganz einfach

Wenn Du das Buch gerne haben möchtest, hinterlässt Du mir einfach

bis spätestens 29.04. 2013

unter diesem Artikel einen netten Kommentar.

Mit dem Kommentar erklärst Du Dich einverstanden, dass ich per E-Mail Kontakt zu Dir aufnehmen darf. Nur so kann ich an Deine Adresse (bitte NICHT in die Kommentare schreiben!) kommen und Dir das Buch zuschicken. Für Dich entstehen daraus natürlich keinerlei Verpflichtungen und es werden keine weiteren Mails, die nichts mit der Abwicklung des Gewinnes zu tun haben, erfolgen.

Verlost wird am 30.04.2013.

Und jetzt: Viel Spaß und viel Erfolg.

Und natürlich ein dickes Danke an die Organisatorinnen und Teilnehmenden der Aktion Blogger schenken Lesefreude!

Übrigens, Spiele mit der Macht von Marion Knaths verlose ich auch noch. Wer das Buch haben möchte und vielleicht sogar Lust hat, mit mir darüber zu diskutieren (keine Bedingung), kommentiert einfach in meinem Blog „Ulrike kommuniziert“ unter dem entsprechenden Beitrag.

Slow Food: Ahle Wurscht, Bio-Käse und schwäbischer Whisky

Vom 11. bis 14. April hieß es auf den Fildern in Stuttgart wieder: Tore auf für die Frühlingsmessen und damit für das dritte Blogger-Treffen anlässlich der Slow Food Messe. Knapp 40 wissensdurstige Bloggerinnen und Blogger genossen einen Tag mit spannenden Hintergrundinformationen rund um den Markt des guten Geschmacks.

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Viel los auf der Slow Food Messe. (Bild: Messe Stuttgart)

Bereits zum dritten Mal trafen sich Bloggerinnen und Blogger auf dem Markt des guten Geschmacks, um hinter die Kulissen der Slow Food Bewegung und ihrer Anhänger zu blicken. Damit das problemlos gelang, hat sich das Presseteam einiges einfallen lassen.

Details zu Messe

Den Auftakt machte die offizielle Begrüßung und ein paar Zahlen zu Messe allgemein:

433 Aussteller, 67 davon aus dem Ausland präsentieren ihren Besuchern auf 15.000 Quadratmetern regionale, saubere und fair gehandelte Produkte. Zum ersten Mal gab es sogar eine Warteliste für Aussteller.

Ergänzt wurden diese Zahlen noch durch Details zur Slow Food Bewegung und schon ging es los zum Rundgang über die sehr gut besuchte Messe. Mit rund 40 Bloggerinnen und Blogger war das so ähnlich, als wolle man einen Sack Flöhe hüten. Zwischendurch gingen immer mal wieder welche verloren aber am Ende fand man sich doch wieder.

Ahle Wurscht von der Wurstmanufaktur Rohde

Ahle Wurscht, also Alte Wurst, klingt ja erst mal nicht so lecker. Spontan könnten einem Gammelfleischskandale und vergessene Plastikpäckchen im Kühlschrank einfallen. Dass diese Assoziation völlig falsch ist, davon überzeugt uns Dieter Rohde, Inhaber der Wurstmanufaktur Rohde und Mitglied des Fördervereins Nordhessische Ahle Wurscht e.V., in kürzester Zeit.

Slow, Food, Messe, Stuttgart
Ahle Wurscht, von Meister Rohde persönlich kredenzt. (CC-BY-NC-SA)

Authentisch handwerklich, das ist die Philosophie der Wurstmanufaktur Rohde. Gemeint ist damit:

  • Alle Arbeitsschritte in der Fertigung laufen völlig transparent ab. Was verarbeitet wird, stammt von ausgewählten Partnerbetrieben. Alle sind persönlich bekannt. Anonyme Fleisch-Zukäufe gibt es nicht.
  • Es kommen keine gentechnisch veränderten Vorprodukte zum Einsatz.
  • Warmverarbeitung konserviert den Geschmack. Die Wurst wird unmittelbar nach der Schlachtung produziert. Dadurch bleibt das Muskel-Eiweiß  unverbunden und kann mehr Wasser zwischen den Molekülen speichern. Das wiederum gewährleistet eine gleichmäßige Fetteinlagerung und sorgt für einen aromatischen Geschmack. Bindemittel wie Nitrate und Citrate werden überflüssig.
  • Keine unnötigen Zusatzstoffe. Durch die Verwendung geschmacklich hochwertigen Fleisches sind Geschmacksverstärker überflüssig. Die Verwendung von normalem Haushaltszucker verlängert den Reifeprozess zwar,  lässt dadurch aber der Ahle Wurscht die Zeit zum Reifen.
  • Individuelle Würzmischungen geben der Rohde-Wurst ihren ganz eigenen Geschmack weit weg von den industriellen Einheitswürzmischungen.

Bei der anschließenden Verkostung überzeugte die Wurst auf ganzer Länge.  So kenne ich das von früher. Lecker!

Und da sich traditionelle Handwerkskunst und moderner Vertrieb nicht ausschließen müssen, kann man die leckere Wurst von Rohde auch im Online-Shop beziehen.

Alles Bio-Käse oder was?

Ebenso traditionell geht es an der Käsetheke zu, zumindest bei der Bio-Käserei Zurwies, die von Lissy Holzinger und ihrem Vater Anton geleitet wird. Am Rande von Wangen im Allgäu werden täglich einige Tausend Liter Biomilch in Emmentaler-Qualität von Biobauern (Bioland und Demeter) aus dem Umland zum Zurwieser, zum gepfefferten Ärschle und zu Antons Liebe rot verarbeitet. Artgerechte Haltung und der absolute Verzicht auf Düngemittel sorgen für gutes Futter – im Sommer auf der Weide, im Winter über Heufütterung – und beste Milchqualität. Ein Zukauf von Futter ist nur in Ausnahmefällen in Bioqualität mit Zustimmung der Käserei gestattet. Damit es nicht nur den Kühen sondern auch ihren Bauern gut geht, bekommen sie neben dem reinen Milchpreis Qualitätszuschläge.

Slow, Food, Messe Stuttgart
Alles Käse, aber megalecker!

Seit über 100 Jahren wird in Zurwies gekäst, seit 1990 durch die Käsermeister Anton Holzinger und Richard Kurzweil. Sie bauten das vorhandene Käsereilokal für die Produktion verschiedener Weichkäse um. 2006 stieg Anton Holzingers Tochter Luise in die Geschäftführung mit ein und leitet das Unternehmen heute gemeinsam mit ihrem Vater.

16 Mitarbeiter machen 7 Tage die Woche ganz schön viel Käse

Wer sich selbst ansehen möchte, was die 16 Mitarbeiter Leckeres aus der Milch, die täglich – auch sonn und feiertags –  direkt bei den Bauern abgeholt wird, zaubern, kann ihnen gerne auf die Finger schauen. Die Produktion ist transparent und für Besucher durch ein großes Fenster einsehbar. Am meisten zu sehen gibt es gehen zehn Uhr am Morgen.

Und natürlich kann man sich dann im Hofladen gleich versorgen und den heimischen Kühlschrank mit Spitzenkäse und leckerstem Joghurt füllen. Wir haben beides testen dürfen. Es lohnt sich!

Online gibt es das gepfefferte Ärschle, Antons Liebe rot oder den Zurwieser natürlich auch.

Suebisch Whisky und mehr

Kurz erwähnen möchte ich auch noch den Schwäbischen Whisky. Dass es ihn gibt, wusste ich. Noch zu meiner Tübinger Zeit habe ich mich mal daran versucht und war wenig überzeugt. Umso verblüffter war ich, als ich den eigenen Stand dafür auf der Messe – nach langer Suche – fand.

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Die Schwaben brennen Whisky – und das nicht mal schlecht. (Lizenz: CC-BY-NC-SA)

Überwältigt von der Auswahl ging ich nach dem Etikett. Und da „Suebisch“ so ähnlich klingt wie „hübsch“, habe ich spontan danach gegriffen. Ich muss sagen, es wird mal wieder Zeit für eine schwäbische Whisky Verkostung. Da scheint sich in den letzten Jahren einiges getan zu haben.

Mehr von der Slow Food Messe:
Slow Food oder wie man auf den richtig guten Geschmack kommt

Slow Food oder wie man auf den richtig guten Geschmack kommt

Wissen was man isst und woher es kommt, dieser Philosophie verschreibt sich die Slow Food Bewegung weltweit. Die Non Profit Organisation war auch 2013 wieder ein wesentlicher Bestandteil der Stuttgarter Frühjahrsmessen. Vom 11. bis zum 14. April begrüßten 433 Aussteller auf 15.000 Quadratmetern unzählige kulinarisch interessierte Besucher und konnten mit ihren Produkten überzeugen.

Slow, Food, Messe, StuttgartAntibiotika im Geflügel, falsch deklarierte Eier, Schimmel in der Milch und auf der Tiefkühl-Lasagne will ich gar nicht erst rumreiten. Die Zahl der Lebensmittelskandale wäschst scheinbar von Jahr zu Jahr. Vermutlich liegt diese Wahrnehmung aber eher daran, dass sich die Informationen über eine Aufdeckung schneller verbreiten.

Wer sich vor diesen – teilweise sehr ekligen – Vorfällen schützen will, muss selbst aktiv werden. Die Vegetarier- und Veganerszene nimmt deutlich an Fahrt auf, umgeht damit aber im Wesentlichen nur die Fleischskandale.

Slow Food – Ernährung mit Tradition

Einen völlig anderen und in meinen Augen sinnvolleren Weg wählt die Slow Food Bewegung. „Ich möchte die Geschichte einer Speise kennen. Ich möchte wissen, woher die Nahrung kommt. Ich stelle mir gerne die Hände derer vor, die das, was ich esse, angebaut, verarbeitet und gekocht haben.“, so das Statement von Carlo Petrini, dem Gründer von Slow Food.

Gegründet wurde die Non-Profit-Organisation 1989 als Gegenpol zu Fast Food und Fast Life. Ziel war und ist es, die Menschen wieder stärker für lokale Traditionen und für ihre Ernährungsgewohnheiten zu sensibilisieren. Slow Food setzt sich aber auch für biologische Vielfalt ein So entstand 1996 die „Arche des Geschmackes“ mit dem Auftrag, „fast vergessene traditionelle Lebensmittel, die in Gefahr sind, völlig zu verschwinden, zu katalogisieren und bekanntzumachen, nach dem Motto: Essen, was man retten will. Denn was nicht gegessen wird, wird nicht nachgefragt, kann also nicht verkauft werden und wird deshalb nicht hergestellt.“

Slow, Food, Messe, Stuttgart
Wenn es um guten Geschmack geht, darf natürlich auch ein guter Tropfen nicht fehlen. Wer es noch nicht wusste: Die Schwaben können auch Whisky. (Lizenz: CC-BY-NC-SA)
Die Arche ist leider noch lange nicht voll

Zu den aktuell über 1000 „Passagieren“ der Arche gehören unter anderem:

  • das Filder-Spitzkraut: Obwohl es vom Geschmack den runden Kohlköpfen überlegen ist, ist es wegen seiner Form schwieriger zu verarbeiten.
  • die Bamberger Hörnla: Viele kennen sicher die leckeren Mini-Kartoffeln. Leider fallen sie wegen ihrer geringen Größe durch die automatisierten Erntemaschinen und sind deshalb für die Industrie uninteressant
  • der Weißlacker-Käse: Er kommt nur im Allgäu vor
  • die nordhessische Ahle Wurscht: Sie wird nach alter traditioneller Fleischerhandwerkskunst hergestellt und ist ohne Zusatzstoffe Monate haltbar.

Aber die Slow Food Organisation will nicht nur lokale Traditionen bewahren, sie will auch Erzeuger und Händler zusammen bringen. Auf den Stuttgarter Frühjahrsmessen 2013 konnten 433 Aussteller – so viele, wie noch nie zuvor – die Chance nutzen ihre Produkte auf 15.000 Quadratmetern einem breiten Publikum zu präsentieren. Wiederholungstäter unter den Besuchern erkannte man übrigens unschwer an den mitgebrachten Körben oder fahrbaren Einkaufswägelchen, die auf dem Heimweg randvoll Genuss waren.

Empfehlenswerte Produkte vom Blogger-Rundgang:
Slow Food: Ahle Wurscht, Bio-Käse und schwäbischer Whisky